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Markus Gull

Markus Gull

für Storytelling, Branding & Content Marketing

Woran Du erkennst, dass Dir Deine Brandstory fehlt.

Unter den vielen verblüffend erhellenden Zitaten von Mark Twain gefällt mir dieses besonders gut: „Die zwei wichtigsten Tage in deinem Leben sind der Tag, an dem du geboren wurdest und der Tag, an dem du verstehst warum.” Viele Menschen erleben den Tag Nummer 2 nie und befinden sich bis an ihr Lebensende auf der Suche.

Wer?

„Wer bin ich?” ist die Frage, die den Menschen beschäftigt, seit er in der Evolutionsgeschichte sein Bewusstsein entwickelte. Die aktive Sinnsuche wird mittlerweile zum Massenphänomen. Menschen, die von ihrem Jobs und dem Leben, das sie dadurch führen, frustriert sind, gab es immer. Dank WorldWideWeb weiss es halt jetzt jeder, kennt „Die fünf Dinge, die Menschen am Ende ihres Lebens am meisten bereuen …” und hört den Rat „Folge Deiner inneren Stimme”. Eine Flut von Zeitschriften, Büchern, Blogs und Seminaren beschäftigt sich mit dem Thema „Finde deine Bestimmung”, und die Zahl derer, die ihre Bestimmung darin finden, indem sie anderen beim Finden ihrer Bestimmung helfen, wächst rasant.

Ich!

Das Phänomen Social Media nährt seinen Erfolg zu einem großen Teil aus diesem Umstand. Die Menschen erzählen über sich, definieren sich über die Darstellung ihrer Welt, ihrer Vorlieben, Weisheiten oder Unternehmungen, bekommen Feedback und lernen dadurch wiederum unterbewusst etwas über sich selbst. Der Selfiestick wurde zum Zeigefinger auf sich selbst und drückt auf den Startknopf zum ewigen Kreislauf aus „Wer bin ich?” und „Das bin ich!”

Warum?

„Warum wurde ich geboren?” Dieser Satz von Mark Twain gilt für jeden Menschen und er gilt für jede Marke. Bei Marken sollten diese beiden Tage nahe beieinander liegen. Am besten, das Verständnis fürs Warum liegt noch vor dem Tag der Geburt einer Marke.

Ist aber häufig nicht so.

Im Gegenteil.

Wer schon einmal bei einem Briefing für eine Werbekampagne gesessen ist, weiß, wovon ich rede.

Das Briefing deckt alles auf.

Also: Wenn man mit einem Unternehmen Kontakt bekommt und erfahren will, was es besonders und unterscheidbar macht, dann kommen wie das Amen im Gebet, je nach Bedarf folgende Sätze vor:

Wir sind nicht die billigsten, aber unser Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar.

Wir bieten tolle Qualität zu tiefsten Preisen.

Wir sind die größten, aber trotzdem flexibel.

Wir sind klein, aber fein und können auch große Aufgaben bewältigen.

Wir legen allergrößten Wert auf die persönliche Betreuung und Service.

Wir schreiben Innovation groß. – Und nach diesem kleinen Zugeständnis an die Grammatik wird noch einmal richtig durchgeladen und der All time favorite aufgelegt:

Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt.

Na, da schau'n wir aber! Der Mensch im Mittelpunkt ist dann gerne auch das Stichwort für Corporate Social Responsibility, die mehr oder weniger prinzipiell mit Philanthropie verwechselt wird.

Wir!

Wir, wir, wir, wir, wir, wir, wir, wir … – Hand aufs Herz: Kommt dir das bekannt vor?

Läuft das Imagevideo deines Unternehmens nach diesem Schema ab?

Klingt so die Grundmelodie deiner Unternehmensbroschüre, oft auch „Selbstdarstellung” genannt?

Begrüßt du in etwa so deine Webseiten-Besucher?

Wenn ja, dann weißt du auch, was dir fehlt: die Brandstory.

Eine wirkungsvolle Brandstory erzählt nämlich nicht von der Marke, sondern von ihrem Publikum.

Was dir fehlt?

Es fehlt also die Antwort auf die Frage: „Warum wurde deine Marke, dein Unternehmen, deine Dienstleistung … geboren?” Diese Antwort gibt es. Meistens liegt sie in der Gründungsgeschichte verborgen und muss hier, unter den Trümmern der Zeit, den Schichten verstaubter Werbekampagnen und den immer wieder neuen Massnahmen, möglichst vielen Menschen dein „Wir” möglichst oft unter die Nase zu schieben, heraus gegraben werden. Erinnert sich jemand in deinem Unternehmen an den Gründungstraum?

Wenn die Antwort tatsächlich nicht zu finden ist, dann ist es jetzt allerhöchste Zeit, genau genommen neun nach zwölf! Dann musst du eine Entscheidung treffen:

Soll dein Produkt ein Gebrauchsartikel sein, der immer mit neuer Werbung gestützt werden muss, obwohl Werbung den Menschen mittlerweile massiv auf den Wecker geht, der am Ende über den Preis verkauft und hoffentlich dann doch nicht irgendwann den Weg alles Vergänglichen gehen wird? Oder:

Willst du dem Leben deiner Marke Sinn geben, Bedeutung und Erfüllung und damit einen Hauch von Ewigkeit?

Zutreffendes bitte ankreuzen.

Es ist nie zu spät.

Wenn es keine Brandstory gibt, kann man sie entwickeln, aus dem Unternehmen heraus. Das ist alles andere als einfach, aber möglich. Und nötig. Was nicht geht, ist, eine Brandstory erfinden und draufsetzen. Das wäre nichts Anderes, als nicht allzu gut verkleidete Werbung, also der Lärm vor der Niederlage.

Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit (© Erich Kästner), und es ist – fast – nie zu spät für eine kraftvolle Brandstory. Und definitiv nie zu früh.

Dass modern denkende Unternehmer aus der Startup-Szene das kaum verstanden haben, ist erschreckend aber umso erfreulicher, wenn es Ausnahmen gibt. In der Gruppe der Social Entrepreneurs ist das anders und naheliegend, denn die Gründung dieser Unternehmen passiert ausschließlich aus einer Sehnsucht nach Veränderung heraus.

In welchem Business bist du tatsächlich?

Eines steht fest: Es geht längst nicht mehr um Produkte. Das war einmal.

Menschen kaufen heute keine Produkte mehr, sondern Bedeutung und Beziehung. Da entsteht der Mehrwert und oft sogar der einzige Wert eines Produktes – der Magnetismus einer Marke.

Selbst Innovation ist nur noch selten möglich. Angeblich brüten über jeder Innovations-Idee mehr als 20 verschiedene Unternehmen gleichzeitig, ohne dass sie voneinander wissen.

Wir brauchen somit etwas Anderes, nämlich Bedeutung. Kurz gesagt: Story.

Wo entsteht also die Bedeutung deiner Marke?

Was soll dein Unternehmen verändern – abgesehen von deinem Kontostand?

Was würde den Menschen ohne deine Marke fehlen?

Wozu bekennst du dich – und damit dein Publikum?

Wofür brennt das Feuer in deinem Herzen und das Licht in deinem Büro bis spät in die Nacht?

Was bekommen deine Kunden, wenn sie sich auf dein Angebot einlassen? Mehr Freiheit? Sicherheit? Sorglosigkeit? Das Gefühl, bei etwas Großem, dabei zu sein? Inspiration? Selbstwert?…

Dabei dreht es sich stets um so genannte Primal Needs – Bedürfnisse, Werte und Sehnsüchte, die es zum Teil bereits auf Maslows Bedürfnis-Pyramide schafften. Es gibt grundsätzlich gar nicht so viele davon, aber zum Glück eine unendliche Vielfalt an Arten, Formen und Varianten für dieses gewisse Etwas, diesen entscheidenden Funken, der dann alles erhellt. Letztlich geht es um die eine entscheidende Frage:

Die entscheidende Frage.

Was können deine Mitarbeiter und Kunden über sich selbst erzählen, in dem sie über dich erzählen und damit über sich selbst erfahren?

Wenn du das weißt, erklärt sich alles. Dann springt ein bulliger Motor für deine Kommunikation an, dann sprudeln Content Ideen, dann ist es vorbei mit der nervigen Push, Push, Push-Werbung. Dann entsteht ein kraftvolles Pull, die magnetische Brand Experience fast von selbst, und du wirst von deinem Publikum reich belohnt: mit seiner kostbaren Zeit. Time with Brand!

https://einhorn.my/

Ein Unternehmen, das dies vorbildlich auf die Welt bringt, ist Einhorn. Die beiden Gründer Philip Siefer & Waldemar Zeiler spielen die Brandstory-Klaviatur auf und ab, beginnend beim Gründungstraum über die Werte-Welt bis hin zur facettenreichen Brand Experience, die auf unterschiedlichen Ebenen und Kanälen lebendig wird. Und das – verdient – erfolgreich!

Auch wenn Storytelling mittlerweile als nerviges Buzzword durch jedes Dorf getrieben wird, gilt für jedes Unternehmen, ob jung oder alt:

„No Story. No Glory.”

Weitere Artikel rund um Storys & Brands finden Sie im Blog The Story Dude.

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Über den Autor

Markus Gull
Markus Gull

Geschäftsführer, Gull + Company GmbH

für Storytelling, Branding & Content Marketing

Markus Gull – der Story Dude – ist ein international führender Experte, Berater und Keynote-Speaker für Story, Storytelling und Markenentwicklung mit jahrzehntelanger Erfahrung als Stratege, Creative Director in Werbung & PR sowie als Autor und Producer in Journalismus, Film, TV und für die Bühne.
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