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Berufsbegleitend Studieren – Sprungbrett oder Burn-out-Falle?

Eine 40-Stunden-Woche und zeitgleich ein Studium? Immer mehr Berufstätige nehmen diese Doppelbelastung auf sich. Doch haben Absolventen eines berufsbegleitenden Studiums wirklich bessere Chancen?

Bei Bewerbern zählt für mich nicht nur die Wahl des Studiums

Andreas Benhof
  • Absolventen eines berufsbegleitenden Studiums sind interessante Bewerber
  • Die Chance, einen Job zu bekommen, erhöht dieser Ausbildungsweg jedoch nicht
  • Persönliche Kompetenzen zählen oft mehr als der fachliche Background

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Bewirbt sich ein Absolvent eines berufsbegleitenden Studiums auf eine ausgeschriebene Stelle, bin ich als Leiter unseres internen Recruitings erst einmal an dieser Person interessiert. Ich bin gespannt auf ihre Motivation und ihre Ziele. Bessere Chancen als andere Bewerber hat dieser Kandidat dadurch jedoch nicht. In erster Linie achten wir nicht auf das fachliche Wissen, sondern auf die persönlichen Kompetenzen. Diese gehen allerdings nicht immer aus einem Lebenslauf hervor. An diesem Punkt setzen wir an: Ist die Form der Bewerbung in Ordnung, lernen wir die Person in einem ersten telefonischen Gespräch näher kennen.

Zwei wichtige Kompetenzen, auf die wir dabei achten, sind die Zielorientierung und die Motivation. Was ist es, das diese Person antreibt? Wie nimmt der potenzielle Kollege schwierige Zeiten wahr? Bleibt der Bewerber an seinem Ziel dran? Dies sind Fragen, die viel über eine Person und ihre Arbeitsweise aussagen. Überzeugt uns die persönliche Einstellung eines Bewerbers, ist das ausschlaggebender als die fachliche Kompetenz.

Die Gretchenfrage ist, was hinter der Motivation steckt

Zwar bringen Studenten eines berufsbegleitenden Studiums automatisch wichtige Kernkompetenzen mit: eine starke Zielorientierung, eine gewisse Motivation und auch Belastbarkeit. Doch ist die Gretchenfrage, welche Motive hinter diesem Engagement stecken. Manche wollen einen Titel auf die Visitenkarte drucken können. Andere wollen sich neues Wissen aneignen oder erhoffen sich dadurch, die Karriereleiter hochzuklettern. Das berufsbegleitende Studium ist also nicht per se ein Garant für den optimalen Kandidaten – die Motivation ist ausschlaggebend.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass ein Studium neben dem Beruf viele Vorteile für die Karriere mit sich bringt. Ich selbst stand bereits im Berufsleben und habe ein berufsbegleitendes Studium aufgenommen. Damals wollte ich mir neues Wissen aneignen. Wichtig war mir dabei, nicht nur dazuzulernen, sondern mich auch mit Kommilitonen und Professoren auszutauschen. Auch im Nachhinein würde ich diesen Schritt in meiner damaligen Situation jederzeit wieder wagen. Mein Abschluss hat mir so manchen Karriereschritt ermöglicht. Daher unterstützen auch wir bei Hays diesen Ausbildungsweg und machen für talentierte Mitarbeiter ein berufsbegleitendes Studium möglich.

Veröffentlicht:

Andreas Benhof
© Hays
Andreas Benhof

Department Manager, Internal Recruiting, Hays

Andreas Benhof ist Department Manager im Internal Recruiting des spezialisierten Personaldienstleisters Hays in Mannheim. Als solcher ist er für das interne Recruiting in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Dänemark verantwortlich. Er selbst rekrutiert aktiv in den Geschäftsbereichen Human Resources, Legal und Sales/Consulting. Zuvor war er bereits für Coca-Cola, Reckitt Benckiser und für SCA Hygiene Products tätig.

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