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Trend #11 – Digital Education: Wie und was werden wir künftig lernen?

Die Art, wie wir uns bilden, wird sich drastisch verändern. Schon heute fühlt sich jedes zweite XING Mitglied nicht ausreichend gewappnet. Auch in den Schulen gibt es akuten Veränderungsbedarf.

Das ganze Leben lang im selben Job? Nicht für mich!

Lena Schalow

Junior-Webdeveloper und Absolventin, Bootcamp Neue Fische

Lena Schalow
  • Nach zwei Jahren im Job wurde mir klar: Das wollte ich nicht für immer machen
  • Erst durch ein privates Projekt habe ich gemerkt, dass ich coden will
  • Im Dezember beginnt mein Auftakt für eine Karriere im Webdevelopment

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Ich war zwei Jahre lang im Job, als mir zunehmend bewusst wurde, dass ich das nicht mein ganzes Leben lang machen möchte. Ich arbeitete damals als Mediaplanerin in einer Mediaagentur. Meine Aufgabe lag darin, Mediastrategien für ein großes E-Commerce-Unternehmen zu entwickeln. Der Job machte mir Spaß, aber dennoch fehlte mir etwas. Ich brauchte eine Veränderung. Welche, das wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Ich kündigte und reiste erst einmal nach Neuseeland. Als ich zurückkam, arbeitete ich zunächst mit Freunden an einem Webprojekt. Schnell war klar: Für gute Fortschritte wäre es ideal, wenn einer von uns professionell programmieren könnte. Die Rolle fiel mir zu, und das entfachte nach und nach mein Interesse für die Webentwicklung. Schließlich war mir bewusst, dass es das war, was ich auch professionell machen wollte. Von einer Logikaufgabe zur nächsten hangeln, im Netz neue Welten erstellen und direkt sehen, was man am Tag geschafft hat, darin liegt für mich der Reiz beim Coden. Ich wusste, das ist für mich genau der richtige nächste Karriereschritt!

Meine selbst angeeigneten Grundkenntnisse waren ja schön und gut, aber ein Profi war ich damit noch lange nicht. Motiviert, das Beste aus dem Projekt herauszuholen, schaute ich nach einer Möglichkeit, mich im Coden weiterzubilden. Wichtig dabei war mir, praxisbezogen zu arbeiten, einen sicheren Umgang mit den aktuellsten Technologien direkt vom Profi zu erlernen und schon während der Ausbildung in Kontakt mit Unternehmen zu kommen. So konnte ich erfahren, welche Anforderungen Unternehmen an ihre Mitarbeiter hätten, um nach der Ausbildung einen guten Anschluss und Job zu finden. Die Lösung: ein dreimonatiges Webdeveloper-Bootcamp, das Studienabbrecher sowie Quer- und Wiedereinsteiger zu berufseinstiegsfähigen Entwicklern qualifizierte.

Die Technologie entwickelt sich weiter – dann muss ich es auch

Die Zeit verging wie im Flug. Anfang November habe ich das Coding-Bootcamp beendet - ich bin ich nun offiziell Webdeveloper. Und die harte Arbeit hat sich gelohnt: Schon am 1. Dezember werde ich bei der Digitalagentur SinnerSchrader anfangen. Hier werde ich mein neu erlerntes Können weiter ausbauen und mich neuen Herausforderungen stellen können. Ob ich für immer Webdeveloper bleibe? Aktuell kann ich mir zumindest gut vorstellen, mich längerfristig im Feld des Webdevelopments zu verwirklichen und über die nächsten Jahre auch unterschiedliche Jobprofile in diesem Bereich auszuprobieren. Für ältere Generationen war und ist es ganz normal, einen Job zu lernen und ihn ein ganzes Leben lang auszuführen. In meinem Umfeld zeigt sich bereits ein anderes Bild – die Lehrer in meinem Bekanntenkreis mal ausgenommen. Wir sind viel schneller bereit, den Job oder sogar auch die Branche zu wechseln. So wie sich die Technologie weiterentwickelt, mit der wir arbeiten, müssen und wollen wir es auch.

Häufig ist einem als junger Mensch gar nicht bewusst, welche Tätigkeiten einem liegen. Das findet man nur durch Ausprobieren heraus. Wer wie ich nicht direkt nach dem Abitur wusste, dass er Webentwickler werden will, sollte auch zu einem späteren Zeitpunkt noch die Möglichkeit haben, seiner Karriere eine neue Richtung zu geben. Fortschrittliche Unternehmen zeichnen sich in meinen Augen dadurch aus, dass sie ihre Mitarbeiter durch gut implementierte Strukturen individuell fördern und dadurch auch Raum zur stetigen Weiterentwicklung bieten. Für mich als Mitarbeiterin ist das unverzichtbar – sowohl auf fachlicher als auch auf persönlicher Ebene. Gleichzeitig sollte man seine Zukunft auch stärker selbst in die Hand nehmen, insbesondere wenn eine Weiterbildung im Unternehmen nicht machbar oder zielführend ist. Ich habe diesen Schritt nie bereut.

Intensivtrainings und Praxisbezug? Für Weiterbildung unverzichtbar

Bei vielen Studiengängen ist der Theorieanteil nach wie vor sehr hoch. Wichtig ist in meinen Augen jedoch, die erlernte Theorie in der Praxis anzuwenden. Viele Kurse verzichten auf praktische Anwendungen. Bis das neu Gelernte dann im Job zum Einsatz kommt, ist vieles schon vergessen. Komprimierte Lernphasen mit einem hohen Praxisanteil sind daher ideal.

Auch Soft Skills werden aus meiner Sicht immer wichtiger. Dazu zählt Teamfähigkeit genauso wie das Kommunizieren mit verschiedenen Parteien inner- und außerhalb des Unternehmens sowie Lernfähigkeit. Die Anforderungen, speziell im technologischen, digitalen Umfeld, entwickeln sich ständig weiter. Es braucht Mitarbeiter, die bereit sind, diese Veränderungen aktiv mitzugestalten. Schon allein um wirtschaftsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen verstärkt in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren. Zumal sie dadurch auch ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen.

Ich jedenfalls bin auf meinen zweiten Berufsstart gespannt und werde danach streben, niemals auszulernen. Sondern im Gegenteil immer Neues kennenzulernen und mich stetig weiterzuentwickeln.


15 Jahre XING

Vor 15 Jahren gab es weder soziale Medien noch Smartphones, agiles Arbeiten war hierzulande unbekannt. Unvorstellbar, was in den kommenden 15 Jahre alles Neues entstehen und wie sich unsere Arbeitswelt entwickeln wird! In welchen Berufen werden wir künftig überhaupt arbeiten – und wie? Wie verändert die künstliche Intelligenz den Recruiting-Prozess? Wird die Arbeitswelt von morgen gerechter sein – oder tiefer gespalten?

Zusammen mit dem Zukunftsforscher und Gründer des Trendbüros, Professor Peter Wippermann, hat XING 15 Trends untersucht, die Arbeitnehmer und Unternehmen betreffen und die Gesellschaft verändern werden. Unsere Prognosen basieren auf der wissenschaftlichen Expertise des Trendbüros, einer repräsentativen Umfrage unter den XING Mitgliedern und E-Recruiting-Kunden sowie aus unserer Erfahrung als Vorreiter beim Thema New Work.

Die 15 Trends lassen wir seit dem 5. November täglich auf XING diskutieren – hier auf XING Klartext, von unseren XING Insidern und im XING Talk. Alle Beiträge finden Sie gesammelt auf einer News-Seite.

  • In der Woche ab dem 5. November drehte sich alles darum, was sich für den einzelnen Arbeitnehmer ändert.

  • Ab dem 12. November diskutierten wir eine Woche lang die Folgen des Wandels für Unternehmen.

  • Ab dem 19. November, thematisieren wir, wie sich unsere Gesellschaft verändern wird.

Bei Fragen, Feedback und Ideen erreichen Sie die Redaktion von XING News unter klartext@xing.com. Wir freuen uns auf spannende und hitzige Diskussionen!

Veröffentlicht:

Lena Schalow
© Lena Schalow
Lena Schalow

Junior-Webdeveloper und Absolventin, Bootcamp Neue Fische

Die Betriebswirtin (Jg. 1993) absolvierte ein duales Studium an der Nordakademie, bevor sie zwei Jahre bei ihrem Ausbildungsunternehmen Initiative Media als Mediaplanerin arbeitete. Nach einer Reise durch Neuseeland beschloss sie, eine Weiterbildung zum Webdeveloper zu absolvieren, und ließ sich in der Codingschule Neue Fische dazu ausbilden. Sie hat das Jobangebot der Digitalagentur SinnerSchrader angenommen und beginnt dort am 1. Dezember als Junior Product Engineer.

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