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Brauchen wir einen Equal Pay Day?

Am 19. März soll mit einem internationalen Aktionstag auf die herrschende Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen aufmerksam gemacht werden. Nicht jeder ist von der Notwendigkeit überzeugt.

Der Lohnunterschied ist keine Folge von Diskriminierung

Alexander Ulfig

Freier Autor und Publizist

Alexander Ulfig
  • Arbeitnehmer sollten nach Leistung eingestellt werden, nicht nach Quote
  • Frauen werden nicht diskriminiert – sie sind bereits voll gleichberechtigt
  • Die Frauenpolitik verstößt gegen wichtige Prinzipien des Grundgesetzes

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Wir Deutschen leben in einer individualistischen Gesellschaft. Tag für Tag ermahnt uns das Grundgesetz, niemanden aufgrund seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse oder Sprache zu benachteiligen. Auch in der Arbeitswelt sollten Menschen als Individuen und nach ihren individuellen Fähigkeiten und Qualifikationen beurteilt und eingestellt werden – und eben nicht nach Herkunft, Alter oder Geschlecht.

Ein wichtiger Grundsatz dabei ist das Prinzip der Bestenauslese. Es besagt: Eine Arbeitsstelle sollte derjenige Bewerber erhalten, der für diese Stelle am besten qualifiziert ist. Die Löhne könnten – insofern sie nicht tariflich festgelegt sind – individuell ausgehandelt werden. Schließlich bringen unterschiedliche Arbeitnehmer jeweils unterschiedliche Fähigkeiten, Qualifikationen, Ideen und Engagements in die Firma ein.

Der Lohnunterschied ist ein Resultat unterschiedlicher Lebensentwürfe

Immer wieder aber lesen wir von der beruflichen Diskriminierung der Frau. Die Zeitungen sind voll mit Schlagzeilen darüber, dass das weibliche Geschlecht rund ein Fünftel weniger verdiene als seine männlichen Kollegen. Bei dem genannten Lohnunterschied wird jedoch die Summe aller Frauenlöhne mit der Summe aller Männerlöhne verglichen, was rein gar nichts über eine Diskriminierung aussagt.

Vielmehr entsteht der Lohnunterschied dadurch, dass

  1. weniger Frauen als Männer erwerbstätig sind
  2. Frauen sich wesentlich häufiger als Männer für Teilzeitarbeit entscheiden (fast 50 Prozent der erwerbstätigen Frauen arbeiten in Teilzeit, bei Männern sind es nur 8 Prozent)
  3. Frauen öfters als Männer schlechter bezahlte Berufe ergreifen

Mittlerweile belegen viele wissenschaftliche Studien, dass der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen keine Folge von Frauendiskriminierung ist. Er ist vielmehr ein Resultat der unterschiedlichen Wünsche, Präferenzen und Lebensentwürfe von Männern und Frauen. Und dennoch fordern einige Politiker ein Gesetz zur Lohngleichheit.

Nur wenige Frauen profitieren tatsächlich

Es wird ferner behauptet, dass Frauen bei „gleichwertiger Arbeit“ gleich entlohnt und bei „gleicher Qualifikation“ bevorzugt eingestellt werden sollten. Das ist irreführend, denn „gleichwertige Arbeit“ und „gleiche Qualifikation“ kann es in der Arbeitswelt gar nicht geben. Menschen sind immer unterschiedlich qualifiziert. Wie bereits oben erwähnt, bringen Arbeitnehmer immer unterschiedliche Fähigkeiten, Qualifikationen und unterschiedliches Engagement in ihre Arbeit ein. Gleiche Qualifikation würde nur dann vorliegen, wenn beispielsweise zwei Wissenschaftler gleiche Rezensionen, Artikel und Bücher geschrieben und gleiche Vorträge gehalten hätten, was ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Die gegenwärtige Frauenpolitik, die auch als Gleichstellungspolitik bezeichnet wird, hält an der Entgegensetzung von Männern und Frauen fest. Sie kehrt individuelle Unterschiede zwischen Menschen unter den Teppich und verstößt somit gegen fundamentale, im Grundgesetz verankerte Prinzipien unserer Gesellschaft. Tatsächlich profitiert von dieser Politik lediglich eine kleine Gruppe von bereits privilegierten Frauen, was wir sehr deutlich bei der Durchsetzung der Frauenquote beobachten können. Etwa 200 bis 300 Frauen aus den oberen Schichten kommen in den Genuss dieser gesetzlichen Regelung. Wir sollten nicht zulassen, dass fundamentale Prinzipien unserer Gesellschaft durch eine Lobby- und Klientelpolitik außer Kraft gesetzt werden.

Veröffentlicht:

Alexander Ulfig
© Adorján Kovács
Alexander Ulfig

Freier Autor und Publizist

Dr. Alexander Ulfig (Jg. 1962) ist freier Autor und Publizist. Seit seinem Studium der Philosophie, Soziologie und Sprachwissenschaften in Hamburg und Frankfurt am Main schreibt er Bücher („Qualifikation statt Quote“) und veröffentlicht Beiträge für Internetmagazine wie Freie Welt, Cuncti oder le Bohémien.

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