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BUNDESTAGSWAHL SPEZIAL: Wirtschaft und Digitale Agenda

Industrie 4.0 war gestern: Schlaue Software und clevere Roboter machen dem Mensch auch in Kliniken, Kanzleien und Baubüros Konkurrenz. Was tun, damit die digitale Revolution nicht zum Jobkiller wird?

Die digitale Wirtschaft braucht neue Freiheiten

Thomas Sattelberger
  • Unternehmen und benötigte Fähigkeiten werden sich drastisch ändern
  • Ein innovationsfreundliches Klima muss dabei höchste Priorität haben

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Hinweis der Redaktion: Dies ist einer von fünf Meinungsbeiträgen in der aktuellen Debatte. An dieser haben sich neben der FDP auch CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke beteiligt. Ein Beitrag der AfD war angefragt, wurde jedoch nicht rechtzeitig geliefert.

Zukunftsangst und Pessimismus sind die schlechtesten Ratgeber. Wir wissen heute kaum, was morgen kommt. Die Szenarien reichen von Skill-Shift – also der Verschiebung der benötigten Fähigkeiten – für 1,5 Millionen arbeitende Menschen bis hin zu hohem Ersatz menschlicher Arbeit durch Roboter. Doch eins ist unbestritten: Unternehmen und benötigte Fähigkeiten werden sich drastisch verändern. Dieser Skill-Shift lässt sich aber bewältigen.

Erstens müssen wir entlang der gesamten Bildungskette auf zwei Feldern rasant Kompetenzen entwickeln und fördern: Digitales und Selbstsouveränität. Wie im Sport, in der Breite wie in der Spitze.

Zweitens brauchen wir eine weitgefächerte Koalition für Innovationsfreundlichkeit und gegen Technologieverhinderung. Damit Jobs in der Oberpfalz entstehen oder bleiben und nicht nur in Boston und Mumbai.

Deutschland muss sich drittens für digitale Geschäftsmodelle öffnen. Wer sich an die analoge Welt des 20. Jahrhunderts klammert oder nur auf Industrie 4.0 setzt, riskiert unseren Wohlstand. Deutschland braucht regionale „Freiheitszonen“ für Gründer und Innovatoren mit besonderen Privilegien für Investitionen, sozusagen deutsche Shenzhens.

Wie wollen wir in Zukunft arbeiten? Was können wir nicht ändern, was lässt sich gestalten? Darüber ist eine gesellschaftliche Debatte nötig. Wenn diese gelingt, kommen wir künftig auch mit Kollege Roboter klar.


Klartext zur Bundestagswahl

Dieser Beitrag erscheint in unserer Serie „Klartext zur Bundestagswahl“, die am 17. Mai begonnen hat. 10 Wochen – 10 Themen – 6 politische Meinungen: Wir fragen die in mehr als drei Länderparlamenten vertretenen Parteien, wie sie aktuelle Streitpunkte bei den zentralen Wahlkampfthemen beantworten. Immer mittwochs bis einschließlich 19. Juli stellt die Redaktion von XING Klartext die Ansichten von CDU/CSU, SPD, der Linken, den Grünen, FDP und AfD nebeneinander – für ein umfassendes Bild der politischen Diskussion. Allerdings hat die AfD bei dieser Debatte ihren zugesagten Beitrag nicht geliefert.

XING Klartext ist eine neutrale, pluralistische Plattform für Debatten zu aktuellen und kontroversen Themen. Für weiterführende Informationen können Sie uns auch gerne schreiben: klartext@xing.com. Wir freuen uns auf eine ebenso sachliche wie rege Diskussion!

Veröffentlicht:

Thomas Sattelberger
© Thomas Sattelberger
Thomas Sattelberger

FDP-Bundestagskandidat und Ex-Telekom-Manager

Thomas Sattelberger (Jg. 1949) galt lange als mächtigster Personalchef des Landes. In seiner Zeit bei Lufthansa gründete er Deutschlands erste Corporate University, bei der Deutschen Telekom boxte er die erste 30-Prozent-Frauenquote in einem DAX-Konzern durch. Heute ist Sattelberger Aufsichtsratschef des Automobilzulieferers Faurecia Automotive und engagiert sich als Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative „MINT Zukunft schaffen“. Er wurde von der FDP als Direktkandidat für die Bundestagswahl 2017 aufgestellt.

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