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Drohnen – Droht uns ein Cyberwar in der Luft?

Sie könnten die neuen Überwacher des öffentlichen Raumes sein: Drohnen. Und auch die Bundeswehr soll mit ihnen aufgerüstet werden. Doch Technikexperten warnen: Drohnen zu hacken, sei ziemlich simpel.

Ein Drohnenführ­erschein kann wieder Sicherheit bringen

Ute Otterbein

Pressesprecherin, Deutsche Flugsicherung GmbH

Ute Otterbein
  • Die Kollision einer Drohne mit einem Flugzeug ist nur eine Frage der Zeit
  • Wir brauchen Regeln – anfangen können wir mit einem Drohnenführerschein
  • Ein weiterer Schritt ist zudem die Ortung von Drohnen

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Deutschland hat einen der meistbeflogenen und sichersten Lufträume weltweit. Die gute Infrastruktur spielt hierbei eine Rolle, die Zuverlässigkeit der Technik, das große Sicherheitsbewusstsein aller Beteiligten – und die hohen Ansprüche an die persönlichen Qualifikationen. Fluglotsen und Berufspiloten durchlaufen strenge Auswahlprozesse, selbst Freizeitpiloten erwerben umfangreiche Lizenzen.

Die steigende Nutzung unbemannter Fluggeräte – umgangssprachlich „Drohnen“ – im deutschen Luftraum bringt diese Sicherheit allerdings in Gefahr: Schon 63-mal sind in diesem Jahr Drohnenpiloten dort unterwegs gewesen, wo das gefährlich und verboten ist: Die Kollision mit einem anderen Luftfahrzeug, zum Beispiel einem Verkehrsflugzeug im Umfeld eines großen Flughafens oder einem Rettungshubschrauber, ist laut Expertenmeinung nur noch eine Frage der Zeit.

Auch über Registrierung muss man nachdenken

Nun können der Gesetzgeber und alle für die Sicherheit verantwortlichen Organisationen nicht mehr wegsehen: Es müssen neue Regeln her! Sollte nicht ein Drohnenführerschein in einem Land, in dem schon Grundschüler einen Fahrradführerschein erwerben, ein sinnvolles und effektives Mittel sein, um Gefahren im Luftraum zu verhindern?

Daher fordern wir, die Deutsche Flugsicherung (DFS), für Deutschland die verbindliche Einführung eines Drohnenführerscheins – und zwar abgestuft nach Gewicht von einfachen Kenntnisnachweisen bis zu umfangreichen Führerscheinprüfungen. Damit würde ein erheblicher Zugewinn an Sicherheit ermöglicht werden.

Ebenfalls wichtig: die Registrierungspflicht schon ab einem Gewicht von 250 Gramm. Sie ermöglicht die Klärung von Haftungsfragen und ist daher ein unverzichtbarer Bestandteil der Sicherheitsforderungen.

Drohnen müssen sicher und fair in den Luftverkehr integriert werden

Eines ist jedoch auch klar: Neue Technologien lassen sich nicht mit Verboten aufhalten. Drohnen sind längst ein Bestandteil der Technikwelt: ob beim Transport eiliger Medikamente oder Blutkonserven, in der Landwirtschaft, bei Filmaufnahmen, zur Abschätzung von Schadenslagen oder anderen Einsatzgebieten. Daher kann das Ziel nur heißen, diese neuartigen Luftfahrzeuge sicher und fair in den Luftverkehr zu integrieren. Um dies zu ermöglichen, entwickelt das Bundesverkehrsministerium ein Regelwerk.

Ebenso wichtig ist jedoch auch, Drohnen frühzeitig zu erkennen und aufzuspüren. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Deutschen Telekom widmen wir uns der Frage, wie das Mobilfunknetz zur Ortung von Drohnen genutzt werden kann (Link zum Text von Kornstädt). Weiteres Ziel der Forschung ist die Entwicklung eines autonomen Air-Traffic-Management-Systems, das zur Erhöhung der Sicherheit in unkontrolliertem Luftraum beiträgt und Flüge über eine größere Distanz ermöglicht; zurzeit sind ausschließlich Flüge in Sichtweite erlaubt. Auch die DHL, die mit ihrem „Paketkopter“ bereits erfolgreiche Forschungsarbeit geleistet und internationale Beachtung gefunden hat, ist bei diesem Forschungsprojekt beteiligt.

Gelingt diese Integration der neuen Drohnentechnologie, gilt auch in Zukunft: Der deutsche Luftraum ist einer der sichersten weltweit.

Veröffentlicht:

Ute Otterbein
© DFS
Ute Otterbein

Pressesprecherin, Deutsche Flugsicherung GmbH

Ute Otterbein ist Pressesprecherin bei der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS). Nach einer Verwaltungsausbildung ist sie 1988 zur damaligen BFS (Bundesanstalt für Flugsicherung) gekommen und seit 1998 in der Unternehmenskommunikation tätig.

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