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Hohes Gehalt, viel Selbstbestimmung: Was macht gute Arbeit aus?

Glück ist höchst individuell, auch in beruflichen Belangen. War einst noch ein Job mit hohem Einkommen für viele Menschen das erklärte Karriereziel, strebt vor allem die Generation Y nach Erfüllung.

Frohes Schaffen: Wieso Arbeit und Glück zusammengehören

Gina Schöler
  • Krankschreibungen wegen psychischer Leiden haben Rekordniveau erreicht
  • Wer engagierte Mitarbeiter will, braucht gesunde Rahmenbedingungen
  • Deshalb muss der Kulturwandel in Unternehmen selbstverständlich werden

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Das Thema Glück ist in aller Munde. Glück ist attraktiv, erstrebenswert und doch so schwer greifbar. Wir sollten uns viel öfter Zeit nehmen, uns wichtige Fragen des Lebens zu stellen. Auch oder vor allem in der Arbeitswelt!

Das Wohl der Mitarbeiter ist essenziell, um wirtschaftlich nachhaltig zu agieren. Stress, Überforderung, Burn-out, Depressionen oder Schlafstörungen senken das Leistungsniveau rapide und verursachen enorme Kosten. Krankschreibungen wegen psychischer Leiden haben laut dem DAK-“Psychoreport” ein neues Rekordniveau erreicht. Jeder vierte Mensch erlebt in seinem Leben einmal eine Phase der psychischen Erkrankung. Hier gilt es, präventiv zu agieren!

Glück hat Nebenwirkungen

Positive Emotionen sind sehr wichtig, zum Beispiel bei Veränderungsprozessen oder stressigen Phasen wie Personalknappheit. Die positive Psychologie belegt, dass Optimismus und Dankbarkeit dazu verhelfen, Alltagsroutinen positiver wahrzunehmen, dass diese Denkweise Auszeiten in Stress- und Krisenphasen ermöglicht oder negative Gedanken relativiert, somit wird Resilienz - die psychische Widerstandskraft - aufgebaut und gestärkt.

Glück hat also positive Auswirkungen auf die Gesundheit, Leistung, Motivation und Produktivität. Zufriedene Mitarbeiter sind engagierter, teamfähiger, stressresistenter, kreativer und loyaler. Das sind alles ziemlich gute Gründe, sich eingehend damit zu beschäftigen und das Glück aktiv im Arbeitsalltag zu fördern.

Wertschätzung bringt Wertschöpfung

Die “Engagement”-Studien von Gallup zeigen, dass die emotionale Bindung an Unternehmen sehr wichtig, aber faktisch kaum vorhanden ist. 85 Prozent machen Dienst nach Vorschrift, und 15 Prozent haben bereits innerlich gekündigt. Produktiv klingt das nicht! Immer weniger Menschen sind dazu bereit, einem Job nachzugehen, der sie krank macht, oder in einer Arbeitskultur zu arbeiten, die Stress fördert. Gerade die junge Generation verlangt von der Arbeitswelt mehr als nur monetäre Vorteile, nämlich Selbstentfaltung, Sinn und Spaß.

Die Frage, ob Unternehmen für das Glück ihrer Mitarbeiter verantwortlich sind, beantwortet sich also fast von selbst. Wer engagierte Mitarbeiter gewinnen und halten will, muss gesunde Rahmenbedingungen schaffen, die den Mitarbeiter Mensch sein lassen. Stärkenorientierung, Wertschätzung, Transparenz - Begeisterung wecken und das Feuer entfachen: Für etwas brennen ohne zu verbrennen!

Die Zeit ist reif, und es ist wichtiger denn je, den Fokus auf das Positive zu legen und sich für das Gute einzusetzen. Wir müssen die Ellenbogen einfahren und uns wieder gegenseitig wahrnehmen und wertschätzen. Stärken statt stänkern. Die Arbeitswelt verändert sich immer schneller, und dieser Kulturwandel ist ein essenzieller Teil davon.

Vom passiven Erdulder zum aktiven Gestalter

Glück ist kein “Nice to have”, sondern ein Grundbaustein für eine moderne und nachhaltige Unternehmensführung. In hektischen Zeiten funktionieren wir wegen des Zeit- und Leistungsdrucks oft nach Schema F und fühlen uns im Hamsterrad gefangen, denn das sieht ja bekannterweise von innen aus wie die Karriereleiter.

Dem positiv entgegenzuwirken, sich auf Wichtiges zu besinnen, Fragen zu stellen und gemeinsam und kreativ an Lösungen zu arbeiten, kann zu enormen Ergebnissen führen. Optimismus und eine positive Sicht auf die Dinge kann man erlernen und trainieren. Nur wer glücklich ist und einen Sinn in seinem Tun sieht, kann auch Besseres leisten und über den Tellerrand hinausschauen.

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Gina Schöler
© Gina Schöler
Gina Schöler

Autorin und selbsternannte Glücksministerin

Gina Schöler (Jg. 1986) ist selbsternannte Glücksministerin. Während ihres Studiums an der Mannheimer Hochschule für Gestaltung entwarf sie 2012 zusammen mit einem Kommilitonen das Ministerium für Glück und Wohlbefinden. Vorbild ist das Königreich Bhutan, das seit Jahren ein Ministerium für Glück unterhält. Auch nach dem Studium ließ Schöler das Thema nicht los: Mittlerweile ist sie hauptberufliche Glücksministerin mit Sitz in Mannheim.

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