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Thema auf der #NWX19: Es ist nicht alles Gold an New Work

Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und Agilität - wenn etwas Grundsätzliches fehlt, ist auch New Work nichts wert. Mangelnder Respekt ist der Hauptkündigungsgrund motivierter Mitarbeiter.

Mangelnder Respekt schadet dem Erfolg eines Unternehmens

René Borbonus
  • Zu wenig Wertschätzung ist Hauptkündigungsgrund bei motivierten Mitarbeitern
  • Es gilt: Respekt ist mehr als Höflichkeit, er macht Unternehmen erfolgreich
  • Sowohl beim Umgang mit Kunden, Geschäftspartnern als auch Kollegen

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Werden Mitarbeiter nach den Gründen für Unzufriedenheit und innere Kündigung gefragt, treten schon seit Jahren dieselben Ergebnisse zutage. Mitarbeiterfrustration hat ihre Hauptursache nicht etwa im Gehalt oder in der Stellenbeschreibung, sondern in mangelnder Achtung und Wertschätzung durch die Führung. Selbst hoch motivierte Berufsanfänger hören früher oder später auf, für ihren Job zu brennen, wenn sie nicht nach ihrer Meinung gefragt werden, kein positives Feedback oder konstruktive Rückmeldungen bekommen und der Chef sich nicht für sie als Mensch interessiert.

Diagnose: Respektmangel. Was Mitarbeiter in die innere Kündigung treiben kann, bleibt im Umgang mit Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern ebenfalls nicht folgenlos: Weniger Kooperationsbereitschaft, schwelende Konflikte und Motivationsverlust können sich so auch auf den Unternehmenserfolg auswirken.

Respekt ist keine Einbahnstraße

Wie kommt es nur, dass Rücksichtslosigkeit und Egoismus in Geschäftsbeziehungen allgegenwärtig sind, wenn doch Respekt ein großer Motivator und Kundenmagnet ist?

Oft sind wir einfach unabsichtlich respektlos. Das lateinische Wort respicere, von dem „Respekt“ abgeleitet ist, bedeutet „zurücksehen“. Das Wort Respekt ist also verwandt mit Begriffen wie „Rücksicht“ und „Berücksichtigung“. Genau das vergessen wir schnell, wenn wir gestresst sind oder unter Erfolgsdruck stehen.

Das Gefährliche an unbedachten Äußerungen ist der Bumerangeffekt: Respektlosigkeit erzeugt vor allem mehr Respektlosigkeit. Wenn dagegen eine Seite aufhört, Tiefschläge auszuteilen, und den Konflikt zurück auf die Sachebene holt, lässt er sich meist auch dauerhaft lösen.

Folgende Tipps können helfen

1. Durchatmen. Das fällt besonders schwer, wenn wir angegriffen werden, macht aber einen großen Unterschied. Der Angreifer – und auch weitere Anwesende – können sich darüber klar werden, was gerade passiert. Und Sie gewinnen einen Moment Zeit, um sich eine souveräne, aber gelassene Antwort zurechtzulegen.

2. Inhaltlich von der Emotion zur Beobachtung wechseln: Treten Sie gedanklich einen Schritt aus der Situation heraus und kommentieren Sie nicht den Inhalt des Angriffs, sondern das Geschehen, insbesondere das Gefühl, das Sie beobachtet haben. Und das ganz ohne Bewertung. „Ich sehe, du bist sehr wütend …“ Damit durchbrechen Sie die Erwartungshaltung des Angreifers und nehmen ihm den Wind aus den Segeln.

3. Demonstrative Höflichkeit im Ton: Formulieren Sie so höflich wie möglich. Je unhöflicher der Angriff, desto höflicher Ihre Antwort. Damit machen Sie Ihren respektlosen Gesprächspartner subtil auf die Spielregeln aufmerksam und stellen seine Masche bloß, ohne sich selbst auf einen Schlagabtausch unter der Gürtellinie einzulassen.

Wer Respekt zeigt, gewinnt Ansehen

Respektvolle Kommunikation ist kein bequemer rhetorischer Kunstgriff, sondern eine Frage der Haltung. Sie braucht Aufmerksamkeit, Zuwendung und die Bereitschaft, zuzuhören. Die goldene Regel respektvoller Kommunikation aber ist ganz simpel: Respekt bekommen wir dadurch, dass wir ihn vorleben. So wie Respektlosigkeit mehr Respektlosigkeit nach sich zieht, erzeugt auch Respekt mehr Respekt.

Das Ansehen unserer Gesprächspartner gewinnen wir, indem wir auch unter Stress und Leistungsdruck auf einen bewussten, respektvollen Umgang miteinander achten. Respekt und Erfolg haben also eine wichtige Gemeinsamkeit: Nur wer investiert, wird wachsen. Kommen Sie gut an!


NWX

René Borbonus ist Speaker auf der New Work Experience (NWX) am 7. März. Die NWX ist die größte Konferenz im deutschsprachigen Raum zum Wandel der Arbeitswelt. Sie bietet eine Bühne für Entscheider, die sich mit Themen von New Work über Unternehmenskultur, bis hin zu neuen Formen der Unternehmensführung auseinandersetzen. Zahlreiche Top-Speaker und hochrangige Pioniere der New-Work-Bewegung vermitteln praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse. Die NWX wird von XING ausgerichtet und findet mittlerweile zum dritten Mal statt. Veranstaltungsort ist die Hamburger Elbphilharmonie. Weitere Informationen finden Sie unter https://newworkexperience.xing.com

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René Borbonus
© Borbonus
René Borbonus

Gründer, Communico

Der Geisteswissenschaftler ist Experte für berufliche Kommunikation und Rhetorik. Im Jahr 2000 hat René Borbonus das Weiterbildungsinstitut „Communico” gegründet. René Borbonus begleitet und berät Führungskräfte, Unternehmer und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auf dem Weg zu ihrem erfolgreichen Auftritt. Seine Methode: Er ist Sparringspartner statt Lehrer. Er versucht nicht, Menschen in das Korsett des Redners zu zwängen, sondern weckt in ihnen die Freude an der Sprache.

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