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Wie sehen die Bewerbungen der Zukunft aus?

In Zeiten des demografischen Wandels sind Mitarbeiter eine umkämpfte Ressource. Dies stellt Personaler vor neue Herausforderungen beim Auswahlprozess, verlangt aber auch Klarheit von den Bewerbern.

Schluss mit den ewig austauschbaren Stellenanzeigen!

Frank Rechsteiner
  • Noch immer sind viele Jobangebote nach Schema F formuliert
  • Im Wettbewerb um die Besten müssen Arbeitgeber überzeugende Argumente liefern
  • Denn Bewerber wollen heute genau wissen, was sie im neuen Job erwartet

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Ihr Profil – Ihre Aufgaben“. Wer seine Stellenanzeigen noch immer nach Schema F formuliert, hat den Wandel vom Arbeits- zum Bewerbermarkt schlichtweg verschlafen. Statt zu fordern, müssen Arbeitgeber heute bieten. Kandidaten sind keine Bittsteller, sondern Mangelware. Das heißt konkret: Sie müssen mit einzigartigen Jobangeboten überzeugt werden.

„Sie treffen bei uns auf eine offene Unternehmenskultur, die von einem wertschätzenden Umgang geprägt ist.“ Wow, was für ein Werbeargument! Obwohl sich kaum mehr ein Bewerber davon locken lässt, sind solche und andere Sprechblasen noch in unzähligen Stellenanzeigen zu finden, wie „flache Hierarchien“, „attraktive Aufstiegsmöglichkeiten“, „faire Gehälter“ und „hoher Gestaltungsspielraum“ – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Sagen Sie ganz konkret, was Sie den Kandidaten zu bieten haben

Nennen Sie in Ihren Stellenanzeigen Ross und Reiter! Dazu gehören klare und verbindliche Aussagen zu …

… flexiblen Arbeitsmodellen: Gerade für Nachwuchstalente ist es enorm wichtig, ihre Arbeitsbedingungen immer wieder an veränderte Lebenssituationen anpassen zu können. Tragen Sie diesen Bedürfnissen mit konkreten Teilzeitangeboten, Homeoffice, Zeitwertkonten und Sabbaticals Rechnung.

… Gehalts- und Karrieremöglichkeiten: Statt um den heißen Brei zu reden, sollte jede Stellenausschreibung eine konkrete Hausnummer zum Einstiegsgehalt und dessen Steigerungspotenzial enthalten. Als weiterer Anreiz wirken attraktive Laufbahnoptionen.

… der Unternehmenskultur: Bevorzugen Sie karriereorientierte Bewerber? Dann sollten Sie in Ihren Jobangeboten gezielt mit Turbo-Aufstiegsmöglichkeiten werben, damit sich die gesuchten Ehrgeizlinge direkt angesprochen fühlen. Ist eher Work-Life-Balance angesagt, empfiehlt sich der Hinweis auf familienfreundliche Arbeitsbedingungen. Aber auch hier gilt: Konkret sagen, wie diese aussehen.

Doch vor allen Dingen: Begegnen Sie potenziellen Bewerbern und Mitarbeitern auf Augenhöhe. Wählen Sie Arbeitsmodelle, mit denen Sie Fairness, Innovation, Eigenverantwortung und Teamgeist als Werte in Ihrer Unternehmenskultur etablieren. Ein Beispiel dafür ist das rollierende Führungsprinzip, das dem wachsenden Bedürfnis der Mitarbeiter nach betrieblicher Mitbestimmung entgegenkommt und die Selbstständigkeit der Teammitglieder fördert.

Keine Katze im Sack für Bewerber!

Auch Sie als Kandidat werden von solchen Stellenanzeigen profitieren. Denn so wissen Sie genau, was Sie im neuen Job erwartet und ob er für Sie passt – oder nicht. Hinzu kommt, dass Sie sich auf einen Arbeitgeber freuen können, der sich seiner Unternehmenswerte bewusst ist und daher nicht zu Phrasen greifen muss, um potenzielle Bewerber für sich zu interessieren. Diese Transparenz wird Ihnen auch im späteren Berufsalltag zugutekommen. Dann nämlich werden Sie merken, dass Ihr Unternehmen im Umgang mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Kunden genauso authentisch ist, wie es wohltuend bereits in der Stellenausschreibung zu spüren war.

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Frank Rechsteiner
© Frank Rechsteiner
Frank Rechsteiner

Gründer und Geschäftsführer, Hype Group

für Transformation des Recruiting - Mindsets

Frank Rechsteiner ist Inhaber der Hype Group, die auf Executive-Recruiting und Strategieberatung für IT-Unternehmen spezialisiert ist. Zuvor hatte er langjährige Führungspositionen bei internationalen IT-Anbietern inne. Mit regelmäßigen Umfragen und Studien ermittelt er Trends im IT-Arbeits- und -Bewerbermarkt. Er schreibt als Autor für den Verlag Springer Gabler, zuletzt 2017 das Fachbuch „Kulturbasiertes IT-Recruiting“, und publiziert laufend Beiträge in Wirtschafts-, IT-Fach- und sozialen Medien.

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