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Selbstständig oder angestellt: Welche Arbeitsform macht zufriedener?

Selbstständiges Arbeiten verbinden viele mit Freiheit und Eigenverantwortung. Unwägbarkeiten und Unsicherheiten werden dabei oft ausgeblendet. Mehr Freiheit bedeutet oft auch: mehr Risiken!

Sascha Theobald
  • Selbstständige arbeiten „selbst und ständig“? Das kann ich nicht mehr hören
  • Gerade wir Selbstständigen können unsere Arbeit frei gestalten
  • Wer sich zu sehr an Wettbewerbern orientiert, verschenkt Potenzial

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Geht es um Selbstständigkeit, ist die Aussage „selbst und ständig“ schnell gefallen. Im Unterton schwingt da immer mit: Wir müssen rund um die Uhr schuften und alles selber machen, um am Ende des Monats ein paar Euro übrig zu haben. Ich kann es nicht mehr hören. Selbstständigkeit ist kein Ponyhof, klar. Aber welche Haltung steckt hinter dieser Aussage? Als Selbstständige haben wir die Möglichkeit, unser Ding zu machen. Unser Leben ist geprägt von Verantwortung und Freiheit. Wenn wir es denn wirklich in die Hand nehmen.

Es ist ja nicht so, als müssten sich Selbstständige ihrem vermeintlich vorgeschriebenen Schicksal ergeben. Machen wir uns doch nichts vor: Ob wir das zulassen, liegt allein bei uns. Es ist unsere Verantwortung, unser Business so zu gestalten, dass wir gern darin arbeiten und dass Einsatz und Ergebnis unseren Wünschen entsprechen. Es liegt in unserer Verantwortung, wie wir arbeiten, mit wem wir arbeiten und was wir damit verdienen. Wer diese Verantwortung für sich und sein Business übernimmt, die Ärmel hochkrempelt und sein Ding macht, hat nicht das Gefühl, „selbst und ständig“ zu arbeiten.

Schielt nicht ständig auf die anderen!

Viele Selbstständige orientieren sich stark am Wettbewerb und schauen darauf, was man halt so in der Branche macht. Damit werden sie vergleichbar und setzen sich dem Preiskampf aus. Zudem verschwendet der empfundene Konkurrenzkampf wertvolle Energie. Kein Wunder, dass sich da schnell das Selbst-und-ständig-Gefühl breitmacht. Der Koch Tim Mälzer hat es mal gut auf den Punkt gebracht: „Ich glaube, ein Teil meines Erfolges liegt darin, dass ich echt an mich geglaubt habe, als ich mich selbstständig gemacht habe. Ich wollte nicht besser als andere Leute sein, ich wollte nur sein wie ich.“

Die Selbstständigkeit bietet uns die Möglichkeit, unseren eigenen Weg zu gehen. Wir können selbst entscheiden, was wir anbieten und mit wem wir arbeiten. Kein Chef sagt uns, was wir zu tun haben. Wir haben keine Lust auf Stundenabrechnungen? Wir müssen es nicht anbieten! Wir arbeiten besonders gut mit Ingenieuren? Dann arbeiten wir ein Angebot speziell für diese Menschen aus! Ein Projekt passt nicht zu uns? Dann können wir Nein sagen.

Selbstständige und Unternehmen werden besonders stark, wenn sie ihr spezielles Ding machen. Wenn sie an ihre Idee und ihre Story glauben. Indem sie sich durch ihre klare Haltung von der Masse abheben, überzeugen sie genau die Kunden von sich, die zu ihnen passen.

Nehmt Euch Freiräume!

Damit wir unser Ding umsetzen können, brauchen wir Selbstständige Freiräume. Es braucht Zeit für Strategie, Kreativität, Fortbildung und konzentrierte inhaltliche Arbeit. Wie schaffen wir ein erfüllendes Business, das für unsere Wunschkunden besonders attraktiv ist? Wie können wir dem Mittelmaß entkommen, um nicht ständig mit hoher Drehzahl für unser Geld arbeiten zu müssen? Diese Freiräume müssen wir uns bewusst nehmen und auch in unserer Kalkulation berücksichtigen.

Die Aussage „selbst und ständig“ mit ihrem klassischen Unterton widerspricht dem Kern der Selbstständigkeit. Mit dieser Haltung bremsen sich Menschen selber aus. Nehmen Selbstständige ihre Verantwortung ernst und gestalten ihr Business nach ihren Wünschen, können sie auf diese Worte aus voller Überzeugung verzichten.

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Sascha Theobald
© Sascha Theobald
Sascha Theobald

Berater für strategische Kommunikation

Sascha Theobald hilft Unternehmen, klar zu kommunizieren. So werden sie zur starken Marke, gewinnen leichter Wunschkunden und erzielen höhere Honorare. Nach Stationen in der Agenturwelt hat er sich 2005 selbstständig gemacht. Seine Gedanken zum eigenverantwortlichen Arbeiten veröffentlicht er auch auf seinem Blog.

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