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Gründen will gelernt sein – Was bei Start-ups alles schief gehen kann

Viele Menschen träumen davon, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Doch nur wenigen gelingt es, sich zu etablieren. Hier reden Unternehmer offen darüber, welche Fehler ihnen als Gründer unterliefen.

Start-ups brauchen Kreativität nötiger als Venture Capital

Monika Zehmisch
  • Besonders in der Startphase eines Start-ups ist Marketing wichtig
  • Wirksame Werbemaßnahmen müssen dabei aber nicht teuer sein
  • Blogs, Social Media und Online-PR erreichen Zielgruppen effektiv

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Jährlich versuchen unzählige Start-ups ihr Glück, den großen Coup zu landen - 2015 gab es 706.876 neue Gewerbeanmeldungen. Die meisten Gründer verfügen über fachliches Know-how und kreative Ideen. Was aber häufig fehlt, sind ein fundierter Businessplan, betriebswirtschaftliche Kenntnisse und vor allem eine ausgefeilte Marketingstrategie. Insbesondere in der Startphase kommt es darauf an, die eigene Zielgruppe möglichst schnell zu erreichen.

Doch Vertrieb fordert personelle Kapazitäten, und klassisches Marketing ist oft teuer. Zeit und Geld sind aber bei Start-ups knapp. Es muss also eine Strategie her, mit der sich auch mit kleinem Budget deutliche Erfolge erzielen lassen.

Ich bin überzeugt, dass Erfolg nicht davon abhängt, mit Venture Capital in kürzester Zeit zum Unicorn zu werden. Sondern davon, eine Marktnische zu finden und erfolgreich zu besetzen. Dafür zählt nicht das Budget, sondern die Kommunikationsstrategie.

Es kommt darauf an, die Zielgruppe mit nutzwertigen, relevanten und unterhaltsamen Inhalten von Produkten und Dienstleistungen zu überzeugen. Die Frage lautet nicht „Was haben wir als Unternehmen zu berichten?“, sondern „Was wollen unsere Kunden wirklich wissen?“.

Einzelne Kommunikationskanäle müssen ineinandergreifen

Meine Empfehlung: Unternehmen sollten beim Content Seeding, also bei der Veröffentlichung der Inhalte, auf eine enge Verzahnung der Aktivitäten setzen. Aus Content-Marketing wird eine Content-Strategie, wenn es gelingt, die Kommunikationskanäle gesamtheitlich miteinander zu verflechten, aktiv mit der Zielgruppe zu interagieren und sich zudem ein Netzwerk von Touchpoints und Multiplikatoren wie Influencern mit vielen Followern aufzubauen. Dazu eignen sich:

  1. Corporate Blogs: Unternehmensblogs sind inzwischen in der Unternehmenskommunikation angekommen: Während vor vier Jahren nur 19,4 Prozent der Firmen auf einen eigenen Blog setzten, sind es heute 62,1 Prozent.
  2. Online-PR: Klassische Pressearbeit ist oft schwer für Start-ups, weil ihnen die Kontakte und das Know-how für die Arbeit mit Journalisten fehlen. Einfacher ist es, spannende und informative Inhalte vom Blog auch für Online-Pressemitteilungen einzusetzen und über Presseportale, Newsdienste und Dokumentennetzwerke die Sichtbarkeit und Reichweite der Botschaften im Internet zu steigern. Die Online-Nachrichten erreichen nicht nur Medienkontakte, sondern vor allem auch Kunden und Interessenten direkt.
  3. Social-Media-Kanäle: Der Effekt von Blogs und Online-Pressemitteilungen wird durch das zusätzliche Verbreiten der Inhalte in den Social Media verstärkt. Die sozialen Netzwerke ermöglichen außerdem, mit der Zielgruppe zu kommunizieren und Wünsche, Fehler oder Trends schneller zu erkennen. 87,1 Prozent der Unternehmen nutzen Social Media für ihre Unternehmenskommunikation. Die sozialen Netzwerke sind also ernst zu nehmende Kommunikationskanäle.

Erfolgsbeispiele zeigen, dass es funktioniert

Ein Düsseldorfer Start-up im Recruiting-Bereich erreichte vor Kurzem genau mit dieser Strategie innerhalb von nur sechs Monaten 10.000 Unique User und konnte sich als Nischenprodukt etablieren. Das Start-up konzentrierte sich in seiner Kommunikationsstrategie auf die Kommunikation relevanter Inhalte über den eigenen Blog, regelmäßige Online-Pressemitteilungen und Social-Media-Interaktion.

Content-Marketing bestimmt die professionelle Kommunikationskultur im Internet. Die Vorteile von Social Media, Online-PR und Blogs: Sie sind mächtige Instrumente und meistens gratis oder wenig kostenintensiv. Sie können außerdem optimal miteinander kombiniert werden. Für Start-ups also eine ideale Strategie und Chance im Überlebenskampf.

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Monika Zehmisch
© Privat
Monika Zehmisch

Projektleiterin der Unternehmenskommunikation, Adenion GmbH

Monika Zehmisch ist Projektleiterin der Unternehmenskommunikation bei der Adenion GmbH. Die gelernte Betriebswirtin hat viele Internet- und Marketingprojekte umgesetzt und beschäftigt sich derzeit mit Online-Kommunikation, digitalen Marketing-Strategien und Social Networking. Ihr Wissen gibt sie in zahlreichen Büchern, Fachartikeln, Blogbeiträgen, Vorträgen und Seminaren weiter. Sie ist Ambassadorin von XING-Düsseldorf und organisiert offizielle XING Networking-Events in der Region.

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