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Stuttgart 21: Wie wirtschaftlich ist das Milliardenprojekt noch?

Der Tiefbahnhof wird zum Desaster für den Steuerzahler - und den Bahnfahrer. Denn auch an diesem Wochenende verursachen die Baustellen um Stuttgart 21 Verzögerungen und Zugausfälle.

Stuttgart 21 – das Resultat wird alle überzeugen

Alexander Kotz
  • Die zusätzlichen Kosten für den Tiefbahnhof muss der Bund aufbringen
  • Stuttgart 21 ermöglicht uns in Stuttgart eine neue Stadtentwicklung
  • Auf lange Sicht werden wir von diesem Projekt profitieren

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Stuttgart 21 wird zu Recht als Jahrhundertprojekt bezeichnet, verbunden mit einer Jahrhundertchance – gerade für die Landeshauptstadt Stuttgart. Diese Chance haben wir, die CDU, in verkehrlicher, städtebaulicher, ökologischer und wirtschaftlicher Hinsicht stets gesehen und das Projekt deshalb von Anfang an unterstützt.

Das heißt nicht, dass wir nicht auch den Finger heben, wenn wir mit bestimmten Abläufen im Zusammenhang mit Stuttgart 21 nicht einverstanden sind. So haben wir schon vor vielen Jahren deutlich gemacht, dass die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in die Projektentwicklung nicht optimal gelaufen ist, und diesbezüglichen Verbesserungsbedarf angemahnt. Weitestgehende Transparenz ist uns wichtig. Was die Kostensteigerungen von bisher 6,5 Milliarden auf 8,2 Milliarden Euro und die verspätete Fertigstellung des Projekts im Jahr 2025 angeht, sind wir selbstredend nicht erfreut.

In Stuttgart kann ein neues Stadtquartier entstehen

Dennoch sind wir der Meinung, die zusätzlichen Kosten sind von der Bahn beziehungsweise dem Bund aufzubringen, da die Bahn Bauherrin und zu 100 Prozent ein Unternehmen des Bundes ist. Stuttgart 21 ist weit fortgeschritten – es geht jetzt darum, den Bau zu Ende zu führen.

Ich bin überzeugt davon, dass mit seinem Abschluss alle das Projekt gutheißen werden. Wir werden es stolz den Besuchern aus nah und fern präsentieren. Und die Chance, die sich für den Städtebau auf den dann ehemaligen Gleisanlagen im Herzen der Stadt bietet, ist von enormem Wert. Nicht nur dass die Grünflächen ausgeweitet werden, auch die durch die Gleisschneise verursachte räumliche Teilung der Stadt wird durch den Tiefbahnhof aufgehoben, und es liegt an uns, wie wir dieses Areal baulich entwickeln. Hier können im Zusammenhang mit der IBA 2027 wichtige Impulse für ein Stadtquartier von morgen gegeben werden.

Der Verkehr wird vermehrt von der Straße auf die Schiene verlagert

So profitieren wir in Stuttgart sehr von Stuttgart 21. Doch auch aus einer Perspektive, die nicht nur von Stuttgart ausgeht, sind darin klare Vorteile zu erkennen. So werden die Voraussetzungen verbessert, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlegen. Dieser Aspekt steht für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Die Entfernungen können zudem deutlich schneller zurückgelegt werden, was einem beachtlichen Plus in Sachen Mobilität entspricht. Damit verbunden ist der ökonomische Aspekt, zumal die Verbindungen zwischen den Wirtschaftsräumen im Land und in Europa eine enorme Verbesserung erfahren. Der von Stuttgart 21 ausgehende Gesamtnutzen für die Menschen ist also alles andere als gering einzuschätzen.

Wir werden das Projekt aus diesen Gründen weiter positiv begleiten, selbstverständlich auch Kritik anbringen und Korrekturen anmahnen, wenn dies vonnöten ist. Das haben wir in der Vergangenheit stets so gehandhabt. Freuen dürfen wir uns alle, auch die Bürgerinnen und Bürger, die jetzt während der Bauzeit mitunter nicht unerhebliche Einschränkungen haben hinnehmen müssen, auf die Fertigstellung von Stuttgart 21 und die landschafts- sowie städtebauliche Entwicklung im Rosensteinviertel.

Veröffentlicht:

Alexander Kotz
© Alexander Kotz
Alexander Kotz

Fraktionsvorsitzender, CDU-Gemeindefraktion, Stuttgart

Der selbstständige Handwerksmeister und gebürtige Stuttgarter ist seit 2004 Mitglied des Stuttgarter Gemeinderats. Seit 2010 ist Alexander Kotz Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion. Zudem ist er seit 2009 Vizepräsident der Handwerkskammer der Region Stuttgart und engagiert sich im Technischen Hilfswerk (THW).

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