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Gleichberechtigung im Job und Alltag: Warum halten sich Rollenbilder?

Frauen und Männer sind nach wie vor nicht gleichberechtigt – weder im Arbeitsleben, noch in der Gesellschaft oder vor dem Gesetz. Wie fühlt es sich an, als Frau nicht ernst genommen zu werden?

Unsere Studie zeigt: Der Anteil an weiblichen CEOs schrumpft

Dr. Peter Gassmann
  • 2015 wurden nur 2,2 Prozent der neuen CEO-Posten mit Frauen besetzt
  • Weltweit beträgt der Wert 2,8 Prozent – der niedrigste Anteil seit 2011
  • Weibliche CEOs kommen häufiger als Männer aus externen Unternehmen

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Im vergangenen Jahr wurden so wenig Vorstandsposten mit Frauen besetzt wie schon seit 2011 nicht mehr. Für dieses Ergebnis haben wir weltweit 2500 Großkonzerne befragt. Unter 359 neu eingestellten CEOs befanden sich gerade einmal zehn Frauen – das entspricht in etwa 2,8 Prozent. Das ist der niedrigste Anteil seit 2011. Besonders im Vergleich zum Vorjahr ist das ein dramatischer Abfall: 2014 betrug der Anteil von eingestellten Frauen für Vorstandsposten noch 5,2 Prozent.

In Deutschland ist die Lage sogar noch trister: In den 300 größten deutschsprachigen Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden gerade einmal 2,2 Prozent der neuen CEO-Posten mit weiblichen Kandidaten besetzt.

Bis 2040 werden weltweit ein Drittel der neu eingestellten CEOs Frauen sein

Obwohl die Zahl neu eingestellter weiblicher CEOs schon immer gering war, haben wir in den letzten zehn Jahren dennoch einen langsam steigenden Trend wahrgenommen. Ungeachtet der diesjährigen Trendumkehr bin ich nach wie vor zuversichtlich, dass auch in Zukunft die Geschlechterdiversität in Vorstandsetagen zunehmen wird. Bis zum Jahr 2040 werden weltweit etwa ein Drittel der neu eingestellten CEOs Frauen sein. Wie ich zu diesem Schluss komme? Frauen werden weltweit mehr Zugang zu Bildung erhalten, und gleichzeitig werden sich auch die sozialen Normen verändern, die es Frauen ermöglichen, in der Wirtschaft tätig und erfolgreich zu sein.

Frauen werden häufiger als Männer von anderen Unternehmen abgeworben. In der Vergangenheit haben wir dies darauf zurückgeführt, dass die Zahl von weiblichen Führungspersonen innerhalb des Unternehmens relativ gering ist. Eine Studie von CNNMoney fand heraus, dass Frauen gerade einmal 14,2 Prozent der obersten fünf Führungspositionen bei den S&P 500 geführten Unternehmen besetzen.

Die „Prophetin“ scheint im eigenen Haus oft weniger zu zählen

Es könnte aber auch ein weiterer Faktor zum Tragen kommen: Weibliche Führungskräfte verlassen ebenso wie ihre männlichen Kollegen oftmals ihr Unternehmen, wenn ihnen die Position eines CEO angeboten wird. Hierbei macht sie die Vermutung, dass ihr eigenes Unternehmen das Potenzial weiblicher Führungskräfte nicht ausreichend würdigt, möglicherweise für Abwerbungsversuche anderer Unternehmen anfällig. Nicht nur der Prophet, sondern auch die Prophetin scheint oft im eigenen Haus weniger zu zählen. Genau hier schlummert jedoch die Chance weiblicher CEOs.

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Dr. Peter Gassmann
© PwC Strategy& (Germany) GmbH
Dr. Peter Gassmann

Sprecher der Geschäftsführung, PwC Strategy& (Germany) GmbH

Dr. Peter Gassmann ist Managing Director und Sprecher der Geschäftsführung der Beratungsfirma PwC Strategy& (Germany). Seine berufliche Karriere begann der promovierte Physiker im Investmentbanking in London, bevor er zu Strategy& (ehemals Booz & Company) wechselte und als Berater im Bereich Financial Services tätig war. Es folgten Wechsel zu großen deutschen Banken, bis er schließlich im März 2010 als Partner zur Strategieberatung zurückkehrte und seither weltweit Finanzinstitute und Zentralbanken unterstützt.

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