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Apps, Bots, Chatprogramme: Wie sieht das Internet der Zukunft aus?

Knapp 3,5 Milliarden Menschen sind regelmäßig online. Auch wegen der wachsenden Verbreitung von Smartphones verändert sich die Art, wie wir die Möglichkeiten des Internets nutzen, aber rasant.

Vergessen Sie Apps! Jetzt kommen die Bots

Klaus Eck
  • Inhalte werden künftig zunehmend direkt über Messenger ausgeliefert
  • Webseiten und Apps werden dadurch rasant an Bedeutung verlieren
  • Wenn Marken künftig Jugendliche erreichen wollen, müssen sie umdenken

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Auf den Abschied von den Apps sollten sich Unternehmen vorbereiten. An ihre Stelle werden virtuelle Assistenten, sogenannte Bots, treten, die künftig viele Aufgaben der Apps übernehmen. Bisherige Gewohnheiten der Onliner werden durch die rasante Entwicklung der Bots infrage gestellt. Sowohl die Website wie auch Apps werden durch die direkte Auslieferung des Contents via Messenger in Zukunft noch schneller an Bedeutung verlieren.

Im Jahr 2007 begann der Siegeszug des Smartphones mit der Einführung des iPhones durch Apple und damit das Zeitalter der Apps. Dadurch hat sich die Art und Weise, wie Menschen mit der Welt interagieren, komplett verändert. Für jedes Problem scheint es eine App zu geben. Durch den unmittelbaren mobilen Zugang zu Informationen haben sich viele Businessfelder radikal verändert: vom Kundenservice über Marketing bis hin zur Kommunikation. Viele Unternehmen setzen auf eigene Apps, die aber leider immer seltener angenommen werden.

Der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit des Nutzers ist hoch

Es ist schwer, in den App Stores erfolgreich zu sein, weil wir alle nicht so viele Apps auf unserem Smartphone aktiv nutzen. Wie viele Apps nutzen Sie regelmäßig? Zu meinen täglichen Begleitern gehören gerade einmal eine Handvoll: Twitter, Facebook Messenger, Pocket, Instagram, Snapchat, Trello, Todoist, Flipboard, Outlook, Medium und wenige mehr.

Derzeit werden jeden Monat mehr als 50.000 neue Apps allein im Apple Store angeboten. Davon wird jedoch nur ein Bruchteil heruntergeladen und noch weniger genutzt. So gab es Ende 2015 rund 1,5 Millionen Apps im Apple Store, die kaum oder gar keine Downloads mehr verzeichnen, sodass der Apple Store auf Techcrunch sogar als App-Friedhof bezeichnet wird.

Bots ersetzen Apps in vielerlei Hinsicht

Einen viel größeren Wandel könnten in Zukunft die Bots einläuten, die seit Anfang 2016 einen Hype erleben. Seit dem Launch der Facebook-Messenger-Plattform sind bis Anfang Juli über 11.000 Bots gelauncht worden. Facebook teilte kürzlich mit, dass mehr als 23.000 Entwickler sich für Wit.ais Bot Engine registriert haben.

Die größte Veränderung besteht bei der Bot-Welt darin, dass wir über eine Oberfläche wie Facebook Messenger, WeChat oder Telegram alle Anwendungen erhalten, die bislang auf verschiedene Apps verteilt waren. Somit liefern uns Bots künftig alle relevanten Informationen, die wir in unserem Alltag benötigen. Als User-Interface dienen hierbei Voice und Text. Bots können an die Stelle der Suchmaschine treten sowie Websites und Shops ersetzen. Zudem erleichtern Bots die Terminvereinbarung, spielen Musik ab und helfen uns im Zahlungsverkehr und in der Kommunikation.

Firmen und Kunden werden künftig im Messenger aufeinander treffen

Die App- und Web-Welt wird zunehmend zu einer datenbasierten Bot-Economy, in der wir neue Schnittstellen wie Voice und Messenger als neue Content Hubs schätzen lernen. Darüber erhalten wir unsere Inhalte kontextbasiert ausgeliefert, sodass diese für uns relevanter und schneller verfügbar sind. Im Idealfall sind es dann weniger, aber dafür die richtigen Inhalte.

Die Messenger werden der erste Ort sein, an dem die Interaktion mit Kunden stattfindet. Laut dem renommierten „Mary Meeker’s Report“ hat das Messaging bereits heute eine größere Bedeutung als Social Media in der Kommunikation für die Millennials. Falls Marken die jungen Zielgruppen erreichen wollen, müssen sie ihr Informations- und Dialogangebot entsprechend weiterentwickeln. In fünf Jahren werden Messenger andere Kundenkommunikationskanäle unwichtiger erscheinen lassen. Weder Apps noch andere Social-Media-Kanäle werden eine vergleichbare Bedeutung aufweisen.

Beispiele für Bots gibt es zahlreiche, viele davon habe ich auf Flipboard zusammengetragen. In meinem Bot-Magazin finden Sie zahlreiche Links zum Thema, die regelmäßig ergänzt werden. Aber auch unter Refind gibt es eine Link-Liste, die Sie abonnieren können.


Klaus Eck ist einer von über 100 XING Branchen-Insidern, die ab sofort regelmäßig ihre persönlichen Einsichten mit den mehr als 10 Millionen XING Mitgliedern teilen. Sie können ihm und weiteren XING Branchen-Insidern hier folgen, um keinen der Beiträge mehr zu verpassen.

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Klaus Eck
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Klaus Eck

Gründer und Geschäftsführer, d.Tales

für Content Marketing und Content Strategie

Klaus Eck (Jg. 1964) ist Geschäftsführer und Gründer von d.Tales und der Eck Consulting Group. Seit 1995 berät er Firmen bei der Digitalisierung ihrer Unternehmens-, Marketing- und Kommunikationsprozesse. Zudem betreibt er seit 2004 den PR-Blogger. In seinem vierten Fachbuch „Die Content-Revolution im Unternehmen“ zeigt er gemeinsam mit Doris Eichmeier auf, wie Organisationen professionelles Content-Marketing betreiben. Auch privat lässt ihn Content nicht los; ein Notizbuch hat er immer dabei.

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