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Plastik – Wird uns die Allzweckwaffe zum Verhängnis?

Die EU will Einwegkunststoffprodukte verbieten und so den Müll in den Meeren eindämmen. Kritiker fordern jedoch ein generelles Umdenken in der Produktion. Nur: Können wir ganz auf Plastik verzichten?

Was wir tun, um Plastikmüll zu reduzieren

Konstantin Bark

Kommunikationsdirektor, Unilever DACH

Konstantin Bark
  • Kunststoffverpackungen haben für Konsumgüter wichtige Funktionen
  • Wir arbeiten intensiv an Lösungen, den Plastikanteil stark zu reduzieren
  • Ein funktionierender Wertstoffkreislauf vermindert das Mikroplastikproblem

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Unilever hat einen globalen Nachhaltigkeitsplan. Wir wollen Menschen helfen, gesünder und selbstbestimmter zu leben, und wir wollen unseren ökologischen Fußabdruck reduzieren. Es gibt 60 Ziele, und jedes einzelne ist wichtig. Aber eines steht ganz oben auf unsere Liste: Wir müssen den Plastikmüll verringern, den wir in riesigen Mengen produzieren. Und zwar ohne Wenn und Aber. Wenn es global so weitergeht, wird es 2050 nach einigen Schätzungen mehr Plastik in unseren Meeren geben als Fische.

Als Hersteller von Konsumgütern nutzen wir Verpackungen aus Plastik. Warum? Sie schützen das Produkt, sie stabilisieren, portionieren, informieren. Sie sind leicht und strapazierfähig. Und Lebensmittel verderben nicht so schnell. Aber viele Verpackungen werden nur einmal benutzt und landen nach ihrem kurzen Einsatz direkt in der Mülltonne. Bisher wird nur ein kleiner Teil unserer Kunststoffabfälle wertstofflich wiederverwertet.

Plastikkreisläufe vermindern Mikroplastik

Natürlich fragen wir uns, wie wir das ändern können. Unsere Verpackungsexperten arbeiten weltweit intensiv an Lösungen. Der erste Schritt ist immer eine Reduzierung von Kunststoff durch neue Formen und innovative Produktionsverfahren. So haben wir im Kosmetikbereich beispielsweise die sogenannte Mucell-Technologie im Einsatz. Bei diesem Verfahren werden in die Wände der Verpackung kleine Luftbläschen eingebracht. So bleibt etwa eine Flasche genauso stabil wie vorher, benötigt aber 15 Prozent weniger Plastik und ist zudem deutlich leichter.

Wir haben angekündigt, ab 2025 nur noch wiederverwertbare, recycelbare oder kompostierbare Kunststoffe zu verwenden. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ein Beispiel: Mehrschichtbeutel haben zwischen zwei Schichten aus Kunststoff eine Sperrschicht aus Aluminium, um die Qualität des Produktes sicherzustellen. Noch haben wir hier keine guten Alternativen, weil jede einzelne Schicht einer Mehrschichtverpackung eine spezielle Schutzfunktion beispielsweise gegen Lufteintritt oder Schadstoffe übernimmt. Ein Monomaterial kann das nicht. Hier arbeiten wir mit unseren Verpackungslieferanten an ganz neuen Lösungen.

Damit der Wertstoffkreislauf funktioniert, muss auch das aufbereitete Plastik wieder zum Einsatz kommen. Für Lebensmittel ist der Gebrauch von „benutztem“ Plastik aus dem normalen Hausmüll im Moment noch nicht zulässig, bei Waschmitteln und Kosmetikprodukten können wir jedoch recycelten Kunststoff verwenden. So bestehen die Verpackungen unserer Weichspüler-Ultrakonzentrate zu 25 Prozent aus Recyclat aus sortiertem Hausmüll, zudem sparen sie gegenüber einem klassischen Produkt aufgrund ihrer kompakten Größe 15 Prozent Kunststoff ein. Diese Beispiele müssen die Regel werden.

Mikropartikel in Kosmetik werden immer weniger eingesetzt

Kosmetik wird oft als Quelle von Mikroplastik genannt, aber in Wahrheit ist der Anteil sehr gering. Das Umweltbundesamt beziffert den Anteil in seiner Studie über Mikroplastik in unseren Meeren auf deutlich unter ein Prozent. Die größten Eintragsquellen sind der Abrieb von Reifen und die Fragmentierung von größeren Kunststoffteilen. Unilever setzt seit 2015 keine Plastikkügelchen zur Reinigung mehr ein. Aktuell läuft die Diskussion um die sogenannten flüssigen Polymere, die in kosmetischen Produkten sowie in Wasch- und Reinigungsmitteln enthalten sind. Sie fallen nicht unter den Begriff Mikroplastik, doch wir brauchen dringend noch mehr Klarheit darüber, wie sich die sehr unterschiedlichen Polymere genau verhalten und in der Umwelt abbauen.

Plastikmüll und das daraus entstehende Mikroplastik sind ein Riesenproblem. Gute Lösungen werden einerseits auf Innovationen und neuen Technologien basieren, aber auch auf unserer Entschlossenheit, nachhaltigere Lösungen umzusetzen. Unilever ist entschlossen.


Diskutieren Sie mit: Was muss passieren, um das Problem Plastikmüll in den Griff zu bekommen?

Veröffentlicht:

Konstantin Bark
© Unilever
Konstantin Bark

Kommunikationsdirektor, Unilever DACH

Konstantin Bark ist seit 2011 bei Unilever Deutschland. Zunächst war er als Media Relations Manager tätig, seit Anfang 2016 ist er Kommunikationsdirektor für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Zuvor arbeitete Bark fünf Jahre für die Agentur CNC.

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