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Fußball-WM in Russland: Was bringt ein Boykott?

Syrien-Krieg, Ukraine-Konflikt, Skripal-Affäre – das Verhältnis zwischen dem Westen und Russland ist angespannt wie lange nicht. Die Rufe nach einem WM-Boykott werden wieder laut. Sinnvoll oder nicht?

Wegen eines WM-Boykotts würde Putin seinen Kurs nicht ändern

Thomas Oppermann

Vizepräsident des Deutschen Bundestages, SPD

Thomas Oppermann
  • Die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland sind angespannt
  • Ein WM-Boykott Deutschlands würde an Putins Politik aber nichts ändern
  • Sport kann im besten Fall politische Beziehungen wiederbeleben

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Eine Fußballweltmeisterschaft bringt Menschen verschiedener Herkunft, Weltanschauung und Mentalität zu einem fröhlichen Ereignis zusammen. Das wird auch in diesem Sommer so sein. Fans aus aller Welt treffen sich in Russland, um – hoffentlich friedlich – ihre gemeinsame Leidenschaft, den Fußball, zu feiern.

Richtig ist, dass die Beziehungen Deutschlands und seiner westlichen Partner zu Russland angespannt sind und dass die Politik Wladimir Putins einiges dazu beigetragen hat. Wir dürfen aber nicht naiv sein und glauben, dass Putin seinen Kurs wegen eines deutschen WM-Boykotts ändern würde. Im Gegenteil: Für ihn wäre es ein weiterer Beleg dafür, dass der Westen Russland ausgrenzen will.

Internationale Probleme können wir nur gemeinsam mit Russland lösen

Ein weiteres Auseinanderdriften Russlands und der westlichen Staaten hilft niemandem. Wir können viele internationale Probleme nur gemeinsam mit Russland lösen. Das gilt aktuell insbesondere für den Bürgerkrieg in Syrien.

Natürlich löst eine Fußball-WM keine Konflikte zwischen Staaten. Aber: Die Olympischen Winterspiele in Südkorea haben gezeigt, dass Sport die politischen Beziehungen wiederbeleben kann. Das gemeinsame Team von Nord- und Südkorea unter der gesamtkoreanischen Flagge setzte ein starkes Signal der Annäherung.

Die Fußball-WM führt Menschen aus aller Welt zusammen und entspannt im besten Fall sogar das Verhältnis von Staaten. Es wäre leichtsinnig, diese Chance durch einen Boykott der WM in Russland ungenutzt zu lassen.

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Thomas Oppermann
© Gerrit Sievert
Thomas Oppermann

Vizepräsident des Deutschen Bundestages, SPD

Thomas Oppermann (Jg. 1954) ist seit dem 24. Oktober 2017 Vizepräsident des Deutschen Bundestages. Zuvor war er vier Jahre lang Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, davor - von November 2007 bis Dezember 2013 - Erster Parlamentarischer Geschäftsführer. Zudem ist Oppermann Mitglied des Wahlausschusses für die vom Bundestag zu berufenden Richter des Bundesverfassungsgerichts und stellvertretendes Mitglied des Vermittlungsausschusses.

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