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Change Management: Wie wandeln sich Unternehmen erfolgreich?

Unternehmen müssen sich wandeln, um ihren Erfolg zu wahren. Change-Prozesse werden deshalb oft als Wunderwaffe eingesetzt. Das Problem ist nur: Neun von zehn Veränderungsprozessen scheitern.

Wenn sich Unternehmen wandeln, enden sie oft im Chaos

Nina Leffers
  • Der Drang nach Neuerungen endet oft im Stress statt in Erfolgen
  • Wandel gelingt nur, wenn er vom ganzen Team getragen wird
  • Gute Ideen nutzen nichts, wenn das Projekt falsch gemanagt wird

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Change, Wandel, Veränderung – viele können diese Worte nicht mehr hören. Doch ob Kostensenkung oder Neuausrichtung: Es gibt kaum ein Unternehmen, das sich nicht regelmäßig mit Excel-Sheets, Power-Point oder Ampel-Logiken herumplagt. In zahllosen Meetings diskutieren Manager über den notwendigen Wandel. Doch die gute Absicht, sich zu verändern, verkehrt sich allzu oft ins Gegenteil.

Nicht selten wird Change zum Selbstzweck. Zu einem Phantom, von dem alle reden, das durch die Organisation geistert und Mitarbeiter verängstigt, statt ihnen Orientierung zu geben. Studien zeigen, dass 70 Prozent aller Change-Projekte scheitern – meist aus den gleichen Gründen. Veränderungsprojekte werden so als ganz normaler Change-Wahnsinn erlebt, der überfordert und stresst – ohne nützliche Veränderungen zu bringen.

Der erfolgreiche Wandel ist kein Hexenwerk

Eine Change-Verantwortliche sagte mir mal: „Veränderungsdruck gab es schon immer. Aber vor ungefähr zehn Jahren haben wir begonnen, permanent darüber zu sprechen. Inzwischen ist der Wandel so präsent in den Köpfen, dass er von vielen als Stress empfunden wird. Und wenn dann ein neuer Geschäftsführer kommt, die Lage analysiert und zu dem Schluss kommt: ‚Hier muss sich alles ändern’, dann meint er meistens ‚alles’ – außer sich selbst.“

Umso wichtiger ist es, Change-Prozesse nicht nur sorgfältig aufzusetzen, sondern auch sensibel zu managen. Schon wenige Tipps können dabei helfen:

1. Bedeutung schaffen, Sinn geben:

Die meisten Change-Projekte gründen auf umfassenden Daten. Zahlen machen schließlich einen guten Eindruck und fördern nebenbei die Illusion, die Zukunft sei auf Jahre hinaus berechenbar. Klar ist: Quantitative Vorgaben sind unerlässlich. Aber erst mit einem nachvollziehbaren Zielbild, das von allen verstanden wird, werden die Grundlagen für einen erfolgreichen Wandel gelegt.

2. Ziele vermitteln, Ergebnisse realisieren:

Die Aufmerksamkeitsspanne ist häufig knapp. Um Ziele dennoch zeitnah umzusetzen, lösen Sie Ihren Blick von strategischen Entscheidungen und diffusen Zielen, die scheinbar wahllos im Unternehmen umherwabern. Richten Sie Ihr Augenmerk stattdessen gezielt auf taktische Änderungen, die Sie schnell erzielen können.

3. Ideen generieren, Innovation ermöglichen:

Ein Wandel lebt von guten Ideen und Innovation auf allen Ebenen. Damit er gedeiht, braucht man ein Umfeld, das die Kreativität der Mitarbeiter fördert. Von oben herab verordnete Anweisungen und Befehle wiederum verhindern gute Ideen und Motivation. Neuerungen haben deshalb nur Erfolg, wenn sie vom ganzen Team getragen und umgesetzt werden.

4. Neuerungen strukturell integrieren, Prozesse vereinfachen:

Gute Ideen nutzen nichts, wenn das Projekt nicht übersichtlich gemanagt wird. Hinterfragen Sie deshalb kritisch, welche Projektmanagement-Tools Sie brauchen und welche überflüssig sind. Wenn Excel-Tabellen und Flussdiagramme Mitarbeiter davon abhalten, sich persönlich über Neuerungen auszutauschen, dann war es wohl zu viel des Guten.

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Nina Leffers
© Nina Leffers
Nina Leffers

Professorin für int. Unternehmensführung, OTH Regensburg

Nina Leffers (Jg. 1978) ist Professorin für internationale Unternehmensführung an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg und Co-Autorin des Buches „Der ganz normale Change-Wahnsinn“. Zuletzt war sie Beraterin und Engagement-Managerin bei McKinsey & Company, Inc. Als Expertin für Marketing und Vertrieb berät sie führende nationale und internationale Konzerne und mittelständische Unternehmen insbesondere an der Schnittstelle zum Kunden.

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