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Drohnen – Droht uns ein Cyberwar in der Luft?

Sie könnten die neuen Überwacher des öffentlichen Raumes sein: Drohnen. Und auch die Bundeswehr soll mit ihnen aufgerüstet werden. Doch Technikexperten warnen: Drohnen zu hacken, sei ziemlich simpel.

Wir wollen dem Drohnen-Missbrauch einen Riegel vorschieben

Philipp Kornstädt

Pressesprecher, Deutsche Telekom AG

Philipp Kornstädt
  • Drohnen sind längst nicht mehr nur eine Freizeitbeschäftigung
  • Sie können Menschenleben gefährden und für Spionage missbraucht werden
  • Unternehmen und Behörden können nun ihren Luftraum überwachen

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Drohnen erfreuen sich seit mehreren Jahren wachsender Beliebtheit: Sie sind einfach zu steuern, verfügen über hohe Reichweiten und Nutzlasten und können fast überall gestartet werden. Neben der professionellen gewerblichen Nutzung in der Film- und Vermessungstechnik, der Logistik und im Agrarbereich werden heute die meisten Multikopter von Hobbypiloten geflogen. Die Deutsche Flugsicherung schätzt ihre Zahl bereits auf mehr als 400.000 Stück. Und es werden immer mehr …

Für gefährdete Personen und Industrieanlagen sind Drohnen ein Albtraum

Die neue Technologie fasziniert, aber sie birgt auch Gefahren durch Missbrauch. Immer wieder kommt es vor, dass Drohnen mit ihren Kameras Bilder von Gebäuden, Gegenständen und Personen machen und diese anschließend im Internet veröffentlichen. Und während große Logistikunternehmen noch die Einsatzmöglichkeiten von Drohnen für ihre Zwecke untersuchen, werden die Flieger bereits von Kriminellen für den Schmuggel verbotener Gegenstände wie Waffen, Drogen oder Tabak in Justizvollzugsanstalten oder über Landesgrenzen genutzt. Zur konkreten Gefahr werden die bis zu mehreren Kilogramm schweren Flugobjekte jedoch in den Nahbereichen von Flughäfen, wo sie mit startenden oder landenden Verkehrsflugzeugen kollidieren könnten.

Um auf eine „Bedrohung“ aus der Luft reagieren zu können, muss man diese zunächst erst einmal erkennen. Moderne Kameradrohnen sind schnell, klein und leise – oftmals erfahren die „Ausgespähten“ erst durch die Veröffentlichung, dass sie gefilmt worden sind. Ein Traum für jeden Paparazzo. Ein Albtraum für gefährdete Personen und Industrieanlagen! Was zunächst vielleicht nur wie ein „dummer Jungenstreich“ aussieht, ist in Wirklichkeit eine Verletzung von Persönlichkeitsrechten, Industriespionage oder womöglich sogar eine Gefährdung von Menschenleben.

Einer Software ist es nun möglich, Drohnen rechtzeitig zu erkennen

Dank modernster Sensoren haben Unternehmen inzwischen jedoch die Möglichkeit, den Luftraum über ihrem Werksgelände, ihren Gebäuden oder Veranstaltungszentren überwachen und dabei gleichzeitig die Drohnenpiloten orten zu können. Basis ist eine intelligente Software, die Drohnen sicher von Vögeln, Hubschraubern und anderen Flugobjekten unterscheiden kann. Für eine Strafverfolgung kann dann die Polizei informiert und der Pilot angezeigt werden. Oft ist es ausreichend, kurzfristige Sicherungsmaßnahmen zu aktivieren oder schutzbedürftige Objekte zusätzlich zu sichern. Aber auch zur konkreten Gefahrenabwehr werden Lösungen angeboten. Der Einsatz dieser Drohnenabwehrsysteme ist aber in jedem Fall durch die zuständigen Behörden genehmigungspflichtig.

Gesetze und Vorschriften regeln bereits heute den Betrieb von Drohnen im Luftraum. In der Realität zeigt sich jedoch leider immer häufiger, dass viele Hobbypiloten diese entweder gar nicht kennen oder sie vorsätzlich ignorieren, frei nach dem Motto „Wo kein Kläger, da kein Richter“. Um diesen Missbrauch einzuschränken, ist ein konsequenteres Vorgehen gegen die vorsätzlich oder fahrlässig agierenden Piloten nötig. Das rechtzeitige Erkennen und Identifizieren der Drohnen und ihrer Piloten ist hierzu ein erster wichtiger Schritt.

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Philipp Kornstädt
© Deutsche Telekom AG
Philipp Kornstädt

Pressesprecher, Deutsche Telekom AG

Philipp Kornstädt (Jg. 1969) hat Betriebswirtschaftslehre an der Bundeswehr-Universität Hamburg studiert. Seit 2002 arbeitet er für die Deutsche Telekom AG und ist seit 2009 für die Unternehmenskommunikation als Pressesprecher mit den Schwerpunkten US-amerikanischer Markt und Krisenkommunikation tätig.

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