Das Wirtschaftswunderkind Lars Windhorst
Anfang der 1990er Jahre wurde Lars Windhorst zum bekannten deutschen Jungunternehmer und galt als Wirtschaftswunderknabe Deutschlands. Durch seine frühen wirtschaftlichen Erfolge wurde er zum Begründer einer neuen Wirtschaftsgeneration. An der Seite von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl reiste der damals 18-jährige Lars Windhorst in Wirtschaftsdelegationen nach Vietnam und China und wurde von Kohl als „deutscher Bill Gates“ bezeichnet.
Lars Windhorst – Karriere
Zu Beginn der 90er Jahre begann Lars Windhorst mit dem Handel von Computerbausteinen. 1993 gründete er seine erste Firma, die Windhorst Electronics GmbH, die bereits im ersten Jahr 180 Millionen Mark einfuhr. Sein Geschäftsfeld war das Bauen und Verkaufen von Computern sowie IT-Produkten. Da er direkt mit Herstellern in Fernost verhandelte, konnte er seine Produkte zu außergewöhnlich günstigen Preisen anbieten. Ab 1995 wurden weitere Niederlassungen in China, Vietnam und Europa eröffnet. Schon bald wurde Lars Windhorst von Medien und Politik als „Vorzeigejungunternehmer“ gefeiert.
Zu diesem Zeitpunkt weitete Lars Windhorst seine Geschäftstätigkeit aus und gründete auch die Windhorst Holding GmbH, die eine Dachgesellschaft für Firmen wie Windhorst Oil und Windhorst Werbung verkörperte. Insgesamt steuerte er 20 Firmen mit über 200 Mitarbeitern. Dabei handelte er mit Elektronik und Rohstoffen, beriet Industrielle und vermittelte sogar Kraftwerke. Bis 1996 weitete die Windhorst Gruppe ihr Geschäft als Handels- und Investmentkonzern mit Geschäftsbereichen in der Elektronikbranche, Industrie, Handel, Immobilien sowie Finanzwesen aus.
Im Jahre 2000 begann die Windhorst AG als Holdinggesellschaft, unter der unter anderem die Windhorst Electronics GmbH und Windhorst Capital Holding GmbH geführt wurden, ihr Hauptaugenmerk auf die New Economy zu richten, mit dem Ziel die Unternehmensgruppe an die Frankfurter Börse zu führen. Dabei verstand der eher zurückhaltende und schüchtern wirkende Windhorst es, sich stets im Mittelpunkt des Interesses zu bewegen.
Mit dem Platzen der Internetblase zu Beginn des Jahrtausends gerieten auch Windhorsts Unternehmungen in die Krise und mussten Insolvenz anmelden.
Bereits einige Jahre später hatte sich der clevere New-Economy-Star Lars Windhorst wieder erholt und landete einen beeindruckenden Finanzcoup: rund 100 Millionen Euro Gewinn in nur drei Monaten. Die Rückkehr in den Club der Millionäre gelang ihm Bereich der Finanzwirtschaft. In 2004 wurde er Mitbegründer der Investmentgruppe Sapinda. Das Unternehmen wird finanziell überwiegend von einer prominenten südafrikanischen Industriellenfamilie geführt und wickelte in den vergangenen 5 Jahren Investitionen im Wert von über 2 Milliarden EUR ab. Angesichts der Konjunkturkrise in 2008, befand sich die Firma in der zweiten Jahreshälfte 2008 in einer Umstrukturierungsphase. Die Gesellschafter entschieden sich letztendlich, Insolvenz für die deutsche Niederlassung anzumelden. Im April 2009 erhielt das Unternehmen eine überarbeitete Geschäftsstruktur und neues Kapital durch seine Aktionäre. Lars Windhorst zeichnet dabei für einen Teil der Firma, der Sapinda Deutschland GmbH und deren Geschäftstätigkeit verantwortlich.
Sapinda Deutschland GmbH
Die Sapinda Deutschland GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Sapinda Holding B.V., einer globalen Investment- und Holdinggesellschaft, die sowohl in Public- als auch Private Equity-Fonds sowie Global Debt Fonds investiert.