Porzellan ist für mich ein Material mit Sinn und Sinnlichkeit.
Die schneeweiße Oberfläche erinnert mich an ein Meer aus reflektierendem Licht und modellierendem Schatten. Wenn ich die Augen schließe und mit den Fingern über die gespannten Rundungen gleite, empfinde ich Schönheit zwischen Perfektion und Hingabe.
Der erste Kontakt zum Porzellan war eher unspektakulär: überhitzte DDR-Produktionshallen, endlos laufende Fließbänder, Terpentingeruch, Schichtbetrieb, hohe Normen und strenge Qualtätskontrollen, kurz- malochen.
Danach Fachschule. Unmengen an technologischen Zahlen und Formeln. Maschinen in Takte, Funktionen und Bauteile zerlegt. Aber auch kriminalistisches Entwickeln eigener Massen und Glasuren.
An der Hochschschule künstlerisches Austoben kombiniert mit konzeptionellen Designfundament- form follows function. Aber auch Vertrieb, Marketing und Zielgruppen. Süchtig nach Designtheorie, Komplexität und Idealen und zugleich hungrig nach Taten und Realität. Verschiedene Industrieprojekte während des Studiums.
Meine Maxime seit damals: Industrie, Handel und Kunden niemals als Feinde sondern als spannende Partner betrachten. Sich in jede Firma, ihre Geschichte und ihr Image hineinrecherschieren. Eigenes und doch Passendes enwickeln. Das Produkt von Anfang bis Ende begleiten. Zeiten, Kosten und Nutzen im Auge haben. Visionen und Bedürfnisse zusammenführen. Betrieb ernähren und nicht aussaugen.
Aber auch die Hülle nicht unterschätzen. Wert legen auf gute Werbung und Präsentation bis zum Überperfektionismus. Gute Ideen statt hohe Kosten. Freude am Verkaufen, Gespür für Vertrieb. Soziales Produzieren für die Masse aber auch Spaß am individuellen Luxus.
Denn Porzellan ist Beides - empfindliche Diva und praktische Proletin.
Beiden Seiten gilt mein Beruf und meine Berufung.
Zu den Thüringer Salondinner-Veranstaltungen:
Die von Susanne Ritzenhoff initierte und geleitete Salondinner-Gruppe, welche ich für den mitteldeutschen Raum co-moderiere, gibt es bei XING seit Beginn 2008.
Ausgehend von Köln gab es seitdem in Hamburg, Berlin, Potsdam, Baden Baden, Frankfurt und vielen anderen Regionen schon die unterschiedlichsten Themenveranstaltungen rund um den Genuß. Dieser bezieht sich nicht nur auf schönes Essen und guten Wein sondern auch auf Kunst, Kultur und anregende Gespräche. Ohne aufgesetzt zu wirken, werden all diese Komponenten entsprechend dem Dinner-Thema ansprechend ästhetisch inszeniert. Im Mittelpunkt der Salondinner stehen die Gäste, welche sich wohlfühlen sollen und inspirieren können.
Der Anspruch des von mir geleiteten Thüringer-Salondinnerteams besteht darin, verschiedene Regionen und Ihre Besonderheiten nacheinander in den Focus zu nehmen. Location und Thema werden hierfür der Träger sein. Neben örtlichen Künstlern, Köchen und Gestaltern werden angelehnt an die Slow Food- Philosophie immer auch regionale Produkte und Lieferanten mit einbezogen.
Außer der Zusammenarbeit mit mtteldeutschen Weingütern gibt es auch Kontakte zu Thüringer Glas- und Porzellanherstellern, welche die Veranstaltungen engagiert unterstützen.
Begonnen wurde mit den Thüringer Salondinnern Anfang Dezember Gera im Haus Schulenburg in Gera. Gera als Stadt der Moderne, aber auch die wunderschöne Villa bildeten Vorlage für Thema “Salonkultur 1914“ . Im Fokus dieser Veranstaltung standen die Themen Literatur, Fotografie und Architektur, welche in authentischer Atmosphäre für den Gast sinnlich erlebbar gemacht wurden.
Im Frühling gibt es das nächste Salondinner in Weimar unter dem Thema 20er Jahre bzw. Bauhaus, es folgen Jena, Erfurt und Thüringer Wald.
Bezüglich Salondinnerteilnehmer wurde im Sommer in Thüringen praktisch fast bei Null angefangen, mitlerweile besitzt die Region Thüringen über 200 Salonfreunde. Vertreten sind dabei nicht nur die unterschiedlichsten Regionen sondern auch Generationen und Berufsgruppen. Was all diese Menschen verbindet ist die Freude an lukullischen Genuß , spannenden Meinungsautausch und Kultur in allen ihren Facetten.
Fotos Salondinner "1914" in Villa Schulenburg bei Galerie Weimarmodels / Referenzen / Salondinner 1914 :
http://weimarmodels.com/home.htm
Menü unter
https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=15025039;a...
Bauhaus-Salondinner in Weimar
18.April: Bauhaus-Dinner im neuen Museum Weimar
Menü:
https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=19488130;a...
Fotos:
http://pix.kallenbach.de/salondinner/
Gästeliste:
https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=21938166
aufgrund der hohen Nachfrage gab es am
23.5 das 2.Bauhaussalondinner in Weimar
Gästeliste:
https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=21938218;a...
und 13.6 das 3. Bauhaussalondinner
Gästeliste:
https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=21938252;a...
4.Juli: Mitteldeutsches Salondinner-Treffen auf Dornburger Schlössern
Programm und Anmeldung :
https://www.xing.com/events/348914
Vorberichterstattung:
http://www.regionalforum-jena.de/2009/07/01/vorberichterstat...
Galerie Fotostudio Knipper:
http://www.foto-knipper.de/salondinner-dornburg-2009/
Galerie Weimarmodels unter Referenzen / Salondinner :
http://weimarmodels.com/home.htm
5.Juli Weinreise an Saale und Unstut" Entdeckungen in einer alten Kultur-und Weinlandschaft"
Programm und Anmeldung:
https://www.xing.com/events/350012
Am 14.11. GLÄSERNES SALONDINNER im Thüringer Wald !
Galerie unter Rubrik NEWS bei
www.pikarts.de
Weitere Profile im Web.:
http://www.zunftnetz.org/action/news;jsessionid=DB3C1619D83E...
http://www.abisz.genios.de/r_sppresse/daten/presse_tlz/20090...
http://www.abisz.genios.de/r_sppresse/daten/presse_otz/20081...
Zu Van de Velde / Burgau Porzellan Projekt
Meine Porzellanbegeisterung bezieht sich allerdings nicht nur auf Technologie, Design und Tischkultur sondern ebenso auf Manufaktur- und Kulturgeschichte.
Als ich vor 5 Jahren nach Jena Burgau zog, ahnte ich noch nicht, daß es ausgerechnet in diesem Ortsteil vor 100 Jahren eine ganz besondere Porzellanmanufaktur gegeben hatte.
Während meiner Zusammenarbeit mit verschiedenen Burgauern für ein Spielplatzprojekt begegnete mir in Schränken , Vitrinen und auf Tischen eher zufällig dieses außergewöhnlich schöne und sehr seltene Porzellan.
Als Porzellandesignerin war ich von der interessanten Kombination aus Jugendstil , Art Deco und neuer Sachlichkeit , den unverwechselbaren Dekoren und der stilvollen Gebrauchsfreundlichkeit vom ersten Moment begeistert, und fand es schade daß diese Manufaktur nur 30 Jahre existierte.
Um die Manufaktur und das Porzellan in die Hände und Köpfe der Jenaer zurückzuführen, Geschichte sozusagen im Alltag erlebbar zu machen, initierte ich zum Ortsjubiläum eine Wiederherstellung des Porzellans in Form einer kleinen Auflage einer Tasse. In Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum wählten wir die Van de Velde Tasse aus.
Henry Van de Velde, bedeutender Jugendstil-Künstler, ehemalger Direktor der Kunstgewerbeschule Weimar und wichtiger Wegbereiter des Bauhauses hat in Thüringen und Sachsen auf der gleichnamigen Route eine Vielzahl von architektonischen Spuren hinterlassen. Diese verfolgte ich erst neugierig und dann begeistert .
Die Bewunderung für Van de Velde aber auch die Manufaktur gaben mir die Kraft, dieses in immer größere Dimensionen wachsende Projekt nicht nur durchzuhalten sondern regional und überregional zu großen Erfolg zu verhelfen.
Durch meine umfangreiche Tätigkeit als Hausdesignerin einer sächsischen Firma, organsierte ich Umsetzung, Marketing und Vertrieb rein ehrenamtlich in der Freizeit. Da der Verein keine Projektgelder besaß baute ich Firmenpartnerschaften mit Kahla-Porzellan, Porzellanmanufaktur Reichenbach und der Saxonia OHG auf, welche das Projekt engagiert unterstützen.
Die Van de Velde-Repliken stießen thüringen und deutschlandweit von Anfang an auf viele begeisterte Liebhaber. Bald folgten auch Kuchenteller und Kanne.
Die öffentliche Sensibilisierung für das Themas war schließlich so groß, das der Verein sich entschloß, zum Porzellanjahr 2010 nicht nur das Service zu vervollkommnen sondern auch entlang der sächsisch thüringischen Van de Velde Route beginend im Oktober 2009 bis August 2010 eine Wanderausstellung zu Henry van de Velde und Burgau-Porzellan durchzuführen.Mit wissenschaftlicher Begleitung eines kompetenten Kuratorenteams sowie Unterstütung verschiedener Institutionen (Jenakultur, Sparkasse Jena, Sparkassenkulturstiftung Hessen Thüringen , Staatskanzlei u.a.) führt dieses Projekt über die Stationen: Haus hohe Papeln/Weimar, Villa Schulenburg/Gera, Porzellanmuseum Leuchtenburg/Kahla, Villa Rosenthal/Jena, Villa Esche/ Chemnitz.
http://ortsverein.jena-burgau.de/content/view/62/64/
http://www.burgau-porzellan.de/
http://www.jenapolis.de/19800/die-moderne-machte-station-in-...