Dein einzig sinnvoller Neujahrsvorsatz – 7 Tipps, damit Du durchhältst
Zeit der Zielsetzungen! Leider sind Ende Januar 80 Prozent der Vorsätze ad acta gelegt. Das gilt für Führungskräfte wie die meisten anderen.
Wenn ich im Coaching mit Führungskräften arbeite, empfehle ich immer: Integriere neue Gewohnheiten – und wenn sie noch so klein erscheinen – dauerhaft in Deinen Lebens- bzw. Arbeitsstil. Diese neuen Gewohnheiten führen dann automatisch zu besseren Ergebnissen und Erfolgen, wenn Du sie geschickt wählst.
Viele Führungskräfte wollen mehr Zeit mit der Familie oder den Kindern verbringen, mehr Sport, mehr Zeit für Mitarbeiterführung. Oder sie wollen die riesigen Arbeitsberge zum Abschmelzen bringen.
Doch je allgemeiner Dein Vorsatz ist, desto geringer ist Deine Erfolgswahrscheinlichkeit. Deshalb: Nimm Dir etwas sehr Konkretes, sehr Spezifisches vor, das Du dauerhaft in Dein Verhalten integrieren möchtest.
Drei Beispiele
Zweimal pro Woche fragst Du Dich nach einem Mitarbeitergespräch selbst – und auch den Mitarbeiter: Von wem kam eigentlich die Lösung in unserem Gespräch? Das notierst Du schriftlich. Wenn Du mehr Verantwortungsübernahme und Eigeninitiative im Team für Problemlösungen möchtest, fängt es mit der Lösungssuche Deiner Mitarbeitenden im Gespräch mit Dir an.
Am Ende eines Mitarbeitergesprächs gibt es manchmal eine Zusammenfassung der Umsetzungspunkte. Und die macht meistens wer? Genau – die Führungskraft. Mach ab sofort nie wieder diese Zusammenfassung! Wenn Dir wichtig ist, dass Dein Mitarbeiter alles verstanden und Lust auf die Umsetzung hat, dann lass sie Deinen Mitarbeiter selbst machen. So kannst Du bei Fragen oder Unlust nachhaken und eliminierst, was noch im Wege steht.
Du verabredest mit Dir selbst, dass Du ab sofort jeden Morgen – bevor Du Dein E-Mail-Postfach öffnest – für 30 bis 60 Minuten eine Fokusaufgabe bearbeiten wirst. So hast Du, bevor die Hektik des Tages beginnt, bereits eine Priorität erfolgreich erledigt.
Das sind typische Gewohnheiten, die Führungskräfte in meinen Seminaren und Coachings für sich identifizieren, etablieren – und dann lieben.
Leadership-Habits etablieren
Die meisten Führungskräfte wissen genau, was ihnen als zusätzliche gute Gewohnheit guttäte: Zeit zum Reflektieren. Mehr Artikel oder Bücher lesen. Sport machen. Zuhören. Zeit nehmen für herausfordernde Mitarbeitergespräche oder Leistungsverbesserungen.
Das Problem ist nicht mangelnde Einsicht. Das Problem ist, dass viele Führungskräfte zu wenige Gewohnheiten etablieren, die dauerhaft und automatisch Fortschritte und Erfolge bringen.
Deshalb findest Du hier 7 Tipps, die Dich unterstützen, nützliche Gewohnheiten in Deinem Arbeitsalltag dauerhaft zu integrieren.
Tipp 1: Hör auf, Gewohnheiten als Ziel zu sehen
Gewohnheiten sind keine Ziele. Du „erreichst“ keine Gewohnheit – Du lebst sie. Die entscheidende Frage lautet nicht: „Was will ich erreichen?“, sondern: „Wie will ich mich verhalten?“ Oder: „Wie will ich leben?“
Ein Mensch, der jeden Tag fünf Liegestütze macht, ist jemand, der regelmäßig Sport treibt. Nicht wegen der Menge – sondern wegen der Wiederholung. Strebe also zuerst eine Regelmäßigkeit an, die Du schaffst und die Dir leicht fällt. Die Steigerung kommt später.
Fünf Seiten täglich zu lesen, kumuliert sich zu mehreren Büchern pro Jahr. Täglich morgens und abends fünf Liegestütze machen, sind über 3000 Liegestütze pro Jahr. Wöchentlich eine Stunde Zeit nehmen für Strategie, Planung und Prioritäten sind 50 Stunden im Jahr – und bestens investiert.
Tipp 2: Timing
Die meisten Menschen sind morgens wacher, klarer und disziplinierter als nachmittags. Durch unsere vielen Entscheidungen werden wir im Laufe eines Tages entscheidungsmüde. Wenn Dir etwas wirklich wichtig ist, mach es vormittags – am besten vor 9 oder 10 Uhr.
Reservier Dir zum Beispiel ein festes Zeitfenster für Deine morgendlichen Fokusaufgaben. Und alles, was Du dafür brauchst, legst Du bereits am Abend bereit.
Meine morgendliche Fokuszeit an Bürotagen ist von 7 bis 9 Uhr. (Jetzt ist es gerade 7:38 Uhr, als ich diesen Text zum zweiten Mal überarbeite.)
Wofür könntest Du eine „heilige Fokus-Stunde“ jeden Morgen idealerweise nutzen?
Tipp 3: Dein Umfeld frisst Deine Willenskraft zum Frühstück
Sorge daher für ein ablenkungsfreies Umfeld für konzentriertes Arbeiten. Sitz am Küchentisch. Oder am Stehtisch beim Bäcker. Setz Dich in die Kantine. Buch Dir einen Meetingraum. Alles – nur nicht an Deinem Arbeitsplatz. Der ist hochgradig ablenkungsgefährdet.
Als ich fürs Examen gelernt habe, saß ich immer in der Bibliothek. Mein Küchentisch ist heute immer wieder mein Fokus-Arbeitsplatz. Und zusätzlich gilt:
WLAN aus.
E-Mail-Postfach aus.
Und Dein Handy ins Handschuhfach im Auto oder in die Schublade packen
Je leichter Du Dich von Deinem Handy ablenken lässt, desto weiter weg darfst Du es verstecken.
Tipp 4: Beziehungen – finde die guten, sortiere schlechte aus
Menschen passen sich ihrem Umfeld an. Du. Ich. Wir alle. Wenn Du Teil einer Gruppe bist, die liest, an sich arbeitet und reflektiert, wird dieses Verhalten für Dich normal werden. Also: Tritt Gruppen bei, die genau das leben, was Du leben willst.
Oder gründe Deine eigene Gruppe. Zum Beispiel jeden Mittwochabend, nur für drei Monate. Oder ein einziges Wochenende für einen klaren Zweck: mit gegenseitiger Inspiration für ein von Dir ausgewähltes Thema, das auch die anderen spannend finden.
Also: Von wem möchtest Du Dich gern inspirieren lassen?
Tipp 5: Mach Deinen Fortschritt sichtbar
Allein das Aufschreiben dessen, was Du exakt jeden Tag isst, verändert Deine Ernährung. Allein das regelmäßige Dokumentieren ihres Social-Media-Konsums würde viele Menschen zur Reduktion bringen. Allein das Aufschreiben dessen, was Du tust, verändert Verhalten.
Bewusstheit erzeugt häufig Lust auf Verbesserung und Fortschritt.
Wir Menschen wollen unsere Fortschritte spüren und sehen. Das lieben wir. Deshalb hilft Dir Dein Aufschreiben.
Also, kauf Dir ein Habit- oder Verhaltens-Tracker-Buch.
Schreib täglich oder mehrmals pro Woche hinein und mach Dein Verhalten sichtbar.
Und schreib auch die Dinge auf, die Dich ärgern. Noch ärgern. Auch das erzeugt eine Veränderungslust.
Tipp 6: Rückfälle sind Teil des Spiels – nicht das Ende
Jeder Tag kann potenziell Deine neue Gewohnheit unterbrechen. Darum brauchst Du keine Perfektion, sondern eine Rückkehrstrategie. Die wichtigste Fähigkeit ist nicht 100-prozentiges Durchhalten, das schafft gerade am Anfang niemand – sondern Dein Zurückkommen.
Ich kenne das selbst vom Sport. Ich habe 20 Jahre lang Handball gespielt. Nach jedem Fehlwurf oder Fehlpass galt: Nicht ärgern. Nicht stehen bleiben. Sofort weitermachen mit vollem Fokus auf die neue Situation.
Jedes Scheitern ist also Dein Training fürs Zurückkommen. Scheitern gehört dazu. Es gilt jetzt: Aufstehen, Krone richten und auf ein Neues!
Vielleicht hast Du diesen Satz schon mal über das Meditieren gehört. Manch einer sagt: „Ich kann nicht meditieren.“ Aber das ist falsch. Es geht beim Meditieren darum, nach einer gedanklichen Ablenkung wieder zur Meditation zurückzukehren. Dann machst Du beim Meditieren alles richtig. Und das kann jeder, der will.
Das Motto ist also: Mal scheitern ist weniger schlimm, das passiert jedem – solange Du ein Rezept fürs Zurückkommen kennst und das dann zeitnah anwendest.
Tipp 7: Die Gewohnheit aller Gewohnheiten: Zeit zur Reflexion
Der siebte Tipp ist der wichtigste Tipp: Allein dieses einzige Verhalten, wird Dich nach vorn bringen.
Nimm Dir Zeit für Deine regelmäßige Reflexion. Wenn Du keine Zeit hast, über Dein Verhalten nachzudenken, handelst Du unbewusst, andere steuern Dich dann mehr, als Dir lieb ist.
Plane bewusst Reflexionszeit ein, zum Beispiel 10 Minuten wöchentlich, mit diesen vier Fragen:
Welche eine neue Gewohnheit möchte ich in meinem Führungsalltag integrieren?
Was ist mir diese Woche diesbezüglich gut gelungen?
Was ist mir diesbezüglich nicht so gut gelungen?
Wie werde ich diese Gewohnheit in der kommenden Woche Stück für Stück festigen?
Was meinst Du, würden diese 15 Minuten gut investiert sein? Ja? Finde ich auch. Und dennoch tun es wenige. Schade eigentlich.
Zum Schluss noch ein Klartext
Deine Leadership-Habits sind kein Selbstoptimierungsspiel. Sie sind Ausdruck Deiner Haltung. Deiner Persönlichkeit. Deiner Identität.
Wer möchtest Du sein?
(Ich fand diese Frage früher übrigens ziemlich bescheuert. Heute weiß ich: Das ist DIE Frage.)
Also: Wer möchtest Du sein?
Und dann wirst Du genau diese Person.
Eine Person, die immer wieder konzentriert ohne Ablenkungen Ergebnisse produziert.
Eine Person, die täglich ihre Sporteinheit absolviert.
Eine Person, die Konflikte konsequent anspricht und löst, statt sie hinauszuzögern.
Eine Person, die Leistungsdefizite ihrer Mitarbeitenden anspricht, erforscht und dauerhaft auflöst.
Eine Person, die ihre Prioritäten im Griff hat.
Ist das alles leicht?
Nein, finde ich nicht.
Aber möglich?
Absolut! Für jede und jeden von uns!
Viel Erfolg!
Und ein zufriedenes 2026.
Ein richtig zufriedenes und immer wieder gelassenes 2026!
Dein Markus Jotzo
Damit Du noch mehr Umsetzungsstärke für Deine Leadership-Habits bekommst, veranstalte ich ein kostenfreies Webinar mit dem Titel:
„Mentale Leadership-Stärke – Leadership-Gewohnheiten als Basis für Deinen Führungserfolg“
Am Mittwoch, den 21. Januar 2026 von 18 bis 20 Uhr. Über diesen Link meldest Du Dich kostenfrei an.
Dann bis zum 21. Januar und viel Erfolg mit Deinem Neujahrsvorsatz. Ach ja, und mein Top-Tipp zum Abschluss lautet: Lies Dir diesen Impuls ein zweites Mal durch, um die Inhalte wirklich aufzusaugen, Dir Notizen zu machen und zu entscheiden: Welche der vielen Tipps bringst Du in Deine Umsetzung?
