Immobilien: Im Wohnungsbau dürfte es bald wieder bergauf gehen. Foto: Sven Hoppe/dpa
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Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen steigt

Nicht nur bei den Einfamilienhäusern steigt die Zahl der Baugenehmigungen, auch bei Wohnungen geht es aufwärts. Die Baufirmen sind trotzdem unzufrieden.

Berlin. Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist im Oktober erneut gestiegen. Insgesamt wurden 19.900 Wohnungen genehmigt und damit 6,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

Damit zeichnet sich auch im Gesamtjahr 2025 ein Wachstum in Deutschland ab: Von Januar bis Oktober gab es grünes Licht der Behörden für den Bau von 195.400 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden. Das waren 11,2 Prozent oder 19.600 Wohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings reicht das vielen Experten zufolge nicht aus, um für eine echte Entspannung auf dem Wohnungsmarkt zu sorgen.

Der positive Trend der vergangenen Monate stabilisiere sich zwar weiter, der Abstand zum tatsächlichen Bedarf bleibe aber groß, sagte Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa vom mittelständischen Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). „Aktuell steuern wir auf gerade einmal 225.000 Fertigstellungen in diesem Jahr zu - das ist viel zu wenig angesichts des enormen Wohnungsmangels.“

Der Bauindustrieverband HDB rechnet für 2026 sogar nur mit weniger als 200.000 neuen Wohnungen im Jahr. „In den Ballungsgebieten besteht bereits seit Jahren eine riesige Übernachfrage nach bezahlbarem Wohnraum und die Situation verschärft sich immer weiter“, sagte HDB-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller. „Erst 2027 dürfte sich eine Bodenbildung und Trendwende der Baugenehmigungen auch in den Fertigstellungszahlen zeigen.“

Der Bau-Lobbyist appellierte an die Politik, der Branche zu weiterem Schwung zu verhelfen. „Die Länder werden nicht an einer Vereinfachung ihrer jeweiligen Bauordnungen umherkommen, um Standards und Gebäudeanforderungen und in der Folge Baukosten zu senken.“

Bauunternehmer weniger pessimistisch

In den ersten zehn Monaten des Jahres wuchs die Zahl der Baugenehmigungen für neue Einfamilienhäuser mit plus 16,6 Prozent auf 37.000 besonders stark. Bei den Zweifamilienhäusern sank sie dagegen um 1,1 Prozent auf 10.600. In Mehrfamilienhäusern, der am stärksten vertretenen Gebäudeart, genehmigten die Aufsichtsbehörden 104.100 Neubauwohnungen. Das waren 13,2 Prozent oder 12.100 mehr als ein Jahr zuvor.

Trotz zunehmender Klagen über Auftragsmangel und Stornierungen hat sich die Stimmung in den Wohnungsbauunternehmen im November etwas aufgehellt. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg von minus 22,8 auf minus 21,0 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut bei seiner Umfrage herausfand. „Die Unternehmen im Wohnungsbau sind aktuell zwar weniger pessimistisch“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Die Zukunftsaussichten bleiben jedoch unverändert schwach.“

Die Wohnungsbaufirmen leiden allerdings weiter unter Auftragsmangel. Der Anteil der Firmen, die über zu wenig Bestellungen berichten, stieg deutlich von 44,4 auf 47,0 Prozent. „Selbst bereits geplante Projekte werden öfter verworfen“, fand das Ifo-Institut heraus. Der Anteil der Baufirmen, die von Stornierungen berichteten, kletterte von 8,0 auf 11,0 Prozent. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2024.

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