Transformation in Wellen – 5 kompakte Tipps für deine Jobsuche 2026
Bisweilen verlaufen Transformationen überraschend und anders, als noch vor Monaten gedacht, das hat sich 2025 vielfältig gezeigt. Was du daraus für deine Jobsuche mitnehmen kannst, darüber schreibe ich in diesem Beitrag.
Wellenbewegungen. Als Kind wurde ich einmal am Atlantik von einer großen Welle komplett weggespült. Plötzlich war alles Wasser, Wirbel, Sand. Unangenehm – und ein Moment, der mir Respekt beigebracht hat. Vor allem aber auch die Erkenntnis: Surfer machen bei Wellen eine bessere Figur als Menschen, die durch Wellen überrascht werden.
2025 war ein Jahr voller solcher Wellen. Manche verliefen ganz anders, als wir dachten. Klimawirtschaft, Energiepolitik, KI, Arbeitsmarkt – überall Transformation, die sich überraschend anders entwickelte, als zu Jahresbeginn vermutet. So wurde oft die jeweilige Transformation selbst noch mal transformiert:
von Globalisierung mit freien Märkten zur zollbewährten Deglobalisierung,
von Dekarbonisierung mit erneuerbaren Energien zurück zur fossilen Gaswirtschaft,
von „E-Mobility“ zu: „Vielleicht doch wieder Verbrenner?“,
von „Friedensdividende“ zu Defence Economy – mit unklarem Ausgang zum Jahresende,
von „KI frisst alle Jobs“ zu „KI frisst vielleicht … vorerst nur die Einsteigerjobs“,
von vermeintlicher KI-Disruption zu etwas, das Professor Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung „Erneuerungskrise“ nennt.
Ganz Europa ringt derweil mit seiner Rolle in der großen Welt. 2025 war das Jahr, in dem viele endgültig realisiert haben: Nicht nur die USA, sondern vielmehr auch China wird die Märkte der Zukunft prägen. Kurzum, die Wellen der Transformation wurden höher, unberechenbarer, gar chaotischer. Umso wichtiger wird es, zu lernen, sie zu reiten.
Transformation 2025 beobachten, begleiten, nutzen
Für mich hat sich in diesem Jahr ein Dreisatz bewährt, mein kleines persönliches Transformations-Framework:
1. Die Welle beobachten
Wie verläuft die Transformation? Beispiele finden sich in der Textarbeit durch KI, Recruiting durch Automatisierung, Big-Data-Recherche per LLM.
2. Die Welle begleiten
Entwickelt sich die Transformation wie ursprünglich prognostiziert oder „biegt sie unterwegs ab?“ (Spoiler: 2025 sind viele Wellen abgebogen. Kaum einer spricht noch vom Klimawandel. Was ist dort passiert?)
3. Die Welle nutzen
Weiterbilden, XING-Profil schärfen, Tools ausprobieren und sich sichtbar machen als jemand, der Fortschritt nicht nur aushält, sondern gestaltet.
Was Transformationen nun für deine Jobsuche 2026 bedeuten?
Meine kompakten fünf Tipps für ein erfolgreiches neues Karrierejahr ergeben sich genau aus dieser Wellenbewegung, rasanten Entwicklung und den Future-Skills:
1. Trends und Wellen beobachten, zum Beispiel auf XING
Folge Insider*innen wie Tanja Herrmann-Hurtzig oder Bernd Slaghuis, um wertvolle Karrieretipps, Weiterbildungsnews und Transformationseinblicke zu erhalten. Du findest hier alle XING-Insider*innen. So bleibst du stets gut informiert.
2. Klarheit über zentrale Fragen erlangen: „Was will ich 2026 wirklich, wirklich, wirklich tun?“
Hilfreich für die berufliche Neupositionierung sind zum Beispiel der Talentkompass NRW und Bücher wie der Klassiker „Durchstarten zum Traumjob“. Zwar lange nicht neu aufgelegt, unterstützt das Buch nach wie vor bestens und trifft auch heute noch den richtigen Punkt.
3. Big Data nutzen und den Arbeitsmarkt lesen lernen
Business-Netzwerke wie z.B. XING, sind 2026 mit ihren zig Millionen beruflichen Profilen die Recherche-Datenbanken für die Jobsuche. Ich nenne sie liebevoll „Big Data für Bewerber*innen“. Hier kannst du zum Beispiel per Keywordrecherche herausfinden, welche Trendberufe sich in deiner Branche entwickeln oder welche Weiterbildungen Menschen absolviert haben, die dort arbeiten, wo du hinwillst. Du kannst so übrigens auch erfahren, welche Wege unsere Abolvent*innen der LVQ-Weiterbildungen gehen – beispielsweise einfach, indem du in die Suchleiste bei XING „Qualitätsmanagement and LVQ“ eingibst.
4. Future-Skill: KI-Tauglichkeit entwickeln
Probiere dich mit KI-Tools wie ChatGPT und Co. aus. Dies kann geschehen durch Learning by Doing, also das Ausprobieren von Tools, durch kleine Micro-Learning-Einheiten wie Coursera, Udacity oder Udemy oder gar durch eine Weiterbildung zum/zur KI-Manager/in (IHK) oder Digital-Change-Manager/in (IHK) bei der LVQ.
5. Deinen Lebenslauf KI-tauglich machen
Robo-Recruiting per ATS, also automatisierte Bewerbermanagementsysteme, sind spätestens 2026 Standard. Dein Lebenslauf sollte daher maschinenlesbar sein und dein XING-Profil keywordoptimiert (stelle dir also die Frage: Zu welchen Schlagwörtern möchtest gefunden werden?)
Transformation ist kein Zustand, sie ist ein dynamischer Prozess
Mein Fazit: Mir hat das Jahr 2025 gezeigt, wie schnell sich der Wandel längst selbst wieder wandelt. Transformation ist nicht linear und statisch. Sie ist ein dynamischer bisweilen chaotischer Prozess. Wellenbewegungen, die sich ständig neu formen. Die Kunst besteht darin, nicht unter der Welle begraben zu werden, sondern darauf zu surfen.
Und 2026? Ich denke, es kann ein gutes Jahr werden, wenn wir bereit sind, zu lernen, uns zu erneuern und die Transformationen aktiv zu gestalten.