7 Gründe, warum die berufliche Neuorientierung bloß ein Traum bleibt
Wer hat nicht schon einmal darüber nachgedacht, einen ganz anderen Job zu machen? Schauspieler*in zu werden, ein Unternehmen zu gründen oder einen Buchladen zu betreiben? Doch während sehr viele Menschen von einem anderen Berufsleben träumen, setzen nur sehr wenige ihre Ideen in die Tat um. Warum ist das so?
Einer der Gründe dürfte den meisten von uns bekannt sein: Es ist unbequem, die eigene Komfortzone zu verlassen und Neuland zu betreten – dann doch lieber weitermachen wie bisher. Prof. Dr. Sebastian Kernbach von der Universität St. Gallen hat sieben Gründe identifiziert, die uns davon abhalten, unsere Pläne der beruflichen Neuorientierung in die Tat umzusetzen. (Spoiler: Sie lassen sich überwinden.)
Grund 1: Zu viele berufliche Möglichkeiten führen zur Überforderung
Soll es ein Job im Büro sein oder willst du doch lieber draußen arbeiten oder unterwegs sein? Möchtest du selbstständig sein oder lieber für ein Start-up oder Mittelständler arbeiten? Oder doch lieber in einem Konzern? Darf es die Industrie sein, die Medien-Branche oder Immobilien?
Während wir uns auf der einen Seite glücklich schätzen können, so viel Entwicklungs- und Auswahlmöglichkeiten zu haben, stellt uns die Multioptionalität auch vor Herausforderungen. Denn welcher Job ist von allen der richtige für uns? Wie so oft, wenn wir uns nicht entscheiden können, liegt es nahe, erst einmal gar nichts zu machen.
ℹ️ Wer alle beruflichen Möglichkeiten evaluieren möchte, bevor er eine Entscheidung trifft, ist zum Scheitern verurteilt. Denn wir werden nie einen allumfassenden und realistischen Überblick über all unsere Möglichkeiten erlangen. Besser: Wir fangen bei uns selbst an. Lernen unsere Interessen, Stärken und Werte kennen. Finden heraus, wofür wir uns einsetzen möchten und suchen dann den passenden Job dazu.
Grund 2: Ständige Ablenkungen und Multitasking rauben die Zeit für fokussiertes Arbeiten
Bing - da kommt eine Nachricht herein! Oh, und dort liegt noch die Rechnung für die Steuererklärung. Schnell abheften. Die Waschmaschine piept, die Kinder quengeln, die Chefin ruft an. Ein Hoch auf das Homeoffice. Die Versuchung ist im Alltagsstress groß, sich um das Dringende zu kümmern, statt um das Wichtige. Dabei wollten wir uns ja eigentlich nach einem neuen Job umsehen, eine Bewerbung schreiben oder die Selbstständigkeit antesten.
ℹ️ Eine berufliche Neuorientierung kostet Zeit. Eine Ressource, von der wir gefühlt nie genug haben. Umso wichtiger ist es, explizit Zeiten für die Dinge zu reservieren, die uns wichtig sind - zum Beispiel unter Zuhilfenahme der Eisenhower-Matrix.
Grund 3: Die Komfortzone bietet Sicherheit in einem unsicheren Prozess und wird nicht verlassen
Beruflich unzufrieden? Dann ist der Klick auf die nächste Stellenausschreibung in der Jobbörse nicht mehr weit. Was wir finden: Ähnliche Jobs, wie wir sie auch zuvor gemacht haben. Dabei sollte es ja jetzt eigentlich mal etwas ganz anderes sein. Aber es war ja auch nicht alles schlecht. Und wir hätten Erfahrung vorzuweisen und damit Chancen, die Stelle auch zu bekommen.
ℹ️ Der Schritt aus der eigenen Komfortzone heraus ist der entscheidende, wenn es ums Umsteigen geht. Mit ihm einhergeht die Unsicherheit, sich auf unbekanntes Terrain zu wagen. Wer kleine, experimentelle Schritte definiert, verkleinert auch die Hürden, die vor den Schritten im Weg stehen.
Grund 4: Perfektionismus verhindert Veränderung
Eigentlich sollte die Bewerbung auf den neuen Job ja schon längst raus sein, aber braucht es nicht doch noch eine Weiterbildung? Reicht die bisherige Erfahrung wirklich aus, um sich zu bewerben? Und die Geschäftsidee ist noch viel zu wenig ausgreift, um sie in der Praxis zu testen. Es wäre ja peinlich, wenn wir eine Rückfrage nicht beantworten könnten und noch nicht genügend Kompetenz in diesem Gebiet vorweisen können ...
ℹ️ Lieber 80 % jetzt, als 100 % nie - ist die beste Devise fürs Umsteigen. Vielleicht sogar: Lieber 50 % jetzt, als 100 % nie. Denn Perfektion werden wir nie erreichen. Die Investition, die wir aufbringen müssten, um nur in die Nähe von Perfektion zu kommen, wird uns abhalten, überhaupt etwas zu verändern. Also: Einfach loslegen.
Grund 5: Es fehlt die Energie zur Reflexion, zum Ausprobieren und letztendlich zum Umstieg
Gerade, wenn wir in einem Job stecken, der uns herunterzieht, mangelt es vielen an Energie. Ob pflegebedürftige Eltern, Kinder im Kleinkindalter, eine Krankheit, die uns das Leben erschwert oder einfach nur der ganz normale Alltagsstress: Es gibt viele Faktoren, die dazu führen können, dass wir nach getanen Pflichten keine Energie mehr übrig haben, uns mit neuen beruflichen Optionen auseinanderzusetzen.
ℹ️ Fehlt uns die Energie für den Umstieg, dürfen wir uns ganz ehrlich fragen: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine berufliche Veränderung? Oder gibt es gerade wichtigere und dringendere Themen in unserem Leben? Falls nichts gegen eine berufliche Veränderung spricht: Wie können wir uns gut um uns selbst kümmern, um wieder mehr Energie zu bekommen? Wo können wir Nein sagen? Aufgaben abgeben?
Grund 6: Langeweile und Desinteresse lassen Neues schnell unattraktiv erscheinen
Gerade Menschen mit vielen Interessen scheitern aus diesem Grund an der beruflichen Neuorientierung. Genauso schnell, wie die Begeisterung für ein neues Themenfeld oder eine Jobmöglichkeit auflodert, erlischt sie auch wieder. Der Reiz lässt nach, während ein neues Thema oder ein anderer Job an Attraktivität gewinnt. Und so springen Vielinteressierte von einer Jobidee zur nächsten, ohne den Durchbruch zu schaffen.
ℹ️ Hier lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen: Steckt ein Muster dahinter, das uns davon abhält, uns zu entscheiden oder sind es unerfüllte Bedürfnisse, die uns dazu führen, uns ständig für etwas Neues zu begeistern?
Grund 7: Es fehlt Unterstützung vom Umfeld oder Gleichgesinnten
"Warum willst du dich eigentlich verändern, dein Job ist doch gut! Und jetzt in diesen Zeiten?" Wer von seinem Umfeld immer wieder mit Zweifeln an den eigenen Plänen konfrontiert wird, kommt selbst irgendwann ins Grübeln. Wessen enges Umfeld die eigenen Pläne und Wünsche nicht nachvollziehen kann, hat es schwerer. Denn der Umstiegsprozess erfordert Durchhaltevermögen und Resilienz. Ganz zu schweigen von Vitamin B, das uns Türen öffnen und Möglichkeiten zugänglich machen kann.
ℹ️ Wenn wir niemanden im Umfeld haben, der unseren Umstiegsplänen positiv gegenüber gestimmt ist, dann lohnt es sich, gezielt Menschen zu suchen, die im gleichen Boot sitzen oder schon einmal saßen. Wer hat ebenfalls den Plan, beruflich umzusteigen? Wer hat sich schon einmal neu aufgestellt?
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