„Der Fußball der Zukunft wird magisch-realistisch“: Interview mit Thomas Otto Schneider
Astrologe und Fußballexperte Thomas Otto Schneider wagt einen mutigen Blick nach vorn. Im Interview erklärt er, warum KI-Schiris, ökologische Stadien und eine neue Spiritualität den Fußball verändern – und was der Himmel damit zu tun hat.
Herr Schneider, in Ihrer Zukunftsvision verbinden Sie KI, Taktik, Ökologie und Astrologie. Nimmt der Fußball damit nicht Abschied von seiner Seele, seiner wunderbaren Unberechenbarkeit?
Ganz im Gegenteil! Wir erleben eine spannende Synthese. Technologie befreit das Spiel von den ärgerlichen Fehlentscheidungen, die die echte, die schöne Unberechenbarkeit bisher oft überlagert haben. Ein perfekt getimtes Abseits, eine intuitive Genialität – das tritt klarer hervor, wenn menschliche Irrtümer in der Schiedsrichterassistenz wegfallen. Die Seele des Spiels ist der kreative Moment. Und gerade der wird durch präzisere Rahmenbedingungen reiner.
Sie sprechen von einer „Renaissance der Ganzheitlichkeit“. In einer bis ins Letzte digitalisierten Welt sagen Sie dem Fußball sogar eine spirituellere Dimension voraus. Wie soll das aussehen?
Wir Menschen ticken in Rhythmen, Mustern und Bedeutungen. Fußball hat seine eigenen Zyklen – die Formkurve eines Spielers, die besondere Energie eines Tages, die Psychologie großer Turniere. Astrologie ist kein Orakel, sondern ein System, solche Rhythmen zu betrachten. Ich glaube, Trainer werden künftig noch stärker auf die ganzheitliche Verfasstheit ihres Teams achten: Biometriedaten zeigen, was im Körper geschieht, psychologische Betreuung erklärt das Warum, und der Blick auf größere Zyklen hilft bei Timing und Teambuilding. Es geht um das große Ganze.
Eine Ihrer kühnsten Prognosen betrifft die Token-Ökonomie. Stimmen Fans in zehn Jahren wirklich per Blockchain über Transfers ab?
Vielleicht nicht über jede Nuance. Aber die Richtung stimmt. Der Fan von morgen ist kein bloßer Konsument mehr, sondern sucht Teilhabe, Identität und Authentizität. Fan-Token sind da eine ideale Brücke: fälschungssichere Beteiligung, Abstimmungen über Trikotdesign oder Jubiläumsaktionen, eine globale Community, die sich wirklich eingebunden fühlt. Das verändert Vereinsfinanzierung und Fanbindung fundamental. Der Verein wird zum gemeinsamen Projekt.
Sie sagen, Nachhaltigkeit werde zur „Lizenz zum Operieren“. Ist der Profifußball mit seinem Jet-Set-Image dafür überhaupt bereit?
Er wird bereit sein müssen. Die kommende Fan- und Sponsorengeneration wird das unerbittlich verlangen. Wir werden Stadien als Energieerzeuger erleben, die mehr Ökostrom produzieren, als sie verbrauchen. Merchandising wird kreislauffähig sein. Und ja: Auch die Mobilität der Teams kommt auf den Prüfstand. Der Druck wächst von allen Seiten – und der Fußball, als globaler Volkssport, hat das Potenzial, ein riesiger Hebel für ökologisches Umdenken zu werden.
Ein weiteres großes Thema ist die Globalisierung: Asien und Nordamerika holen rasant auf. Bedeutet das das Ende der europäischen Dominanz?
Kein Ende, aber eine wichtige Relativierung. Die europäischen Top-Ligen bleiben stark, doch der globale Wettbewerb wird enger. Neue Klub-Wettbewerbsformate werden entstehen, die die Dynamik dieser Märkte aufgreifen. Vor allem aber: Der Talentpool wird explodieren! Denken Sie an das Potenzial, das freigesetzt wird, wenn in Indien, China oder Nigeria die Infrastruktur weiter wächst. Das wird die Spielkultur enorm bereichern.
Sie zitieren gerne Karl Rahner: „Der Mensch des 21. Jahrhunderts wird Mystiker sein – oder er wird nicht mehr sein.“ Was bedeutet das für den Fußballfan im Jahr 2034?
Dass er gleichzeitig auf seinem Tablet die Echtzeit-Daten seines Lieblingsspielers verfolgen und sich mit Millionen anderen über einen magischen Moment freuen kann – einen Freistoß, ein unmögliches Tor, eine Atmosphäre, die sich jeder Zahl entzieht.
Der Fußball der Zukunft wird magisch-realistisch: hyperpräzise analysierbar und dennoch zutiefst menschlich, emotional, voller unerklärlicher Glücksmomente.Thomas Otto Schneider
Der spielende Mensch – der homo ludens – wird nicht verschwinden. Er wird die Technik nutzen, um das Spiel schöner zu machen, und dann den Blick heben, um den Ball zu verfolgen, wie er im Licht einer nachhaltigen Flutlichtanlage in den Nachthimmel segelt. Dafür lohnt es sich, auch in Zukunft Fan zu sein.
Zur Person:
Thomas Otto Schneider, Jahrgang 1958, gehört zu den renommiertesten Astrologen Deutschlands. Er arbeitete viele Jahre als Texter und Konzeptioner für internationale Werbeagenturen sowie als Autor für RTL. Aus einer zunächst hobbymäßigen Beschäftigung mit der Astrologie entwickelte sich eine siebenjährige Ausbildung an der Münchner Schule für Astrologie. Ende der 1980er-Jahre eröffnete er eine eigene astrologische Praxis in Köln, wo er bis heute Klienten aus Kultur und Industrie berät. Darüber hinaus coacht er astrologisch Spitzentrainer im Profifußball. Seine astrologischen Memoiren „Star Boy“ erscheinen im März 2026 im Verlag STRZELECKIBooks.
