Gehaltserhöhung und Karriere: 4 Tipps, wie Du Dir holst, was Dir zusteht
Bist Du eine von diesen fleißigen Bienen? Konstant gute Ergebnisse, selten krank? Dann stehst Du vermutlich ganz oben im Ranking Deiner Führungskraft. Mein Tipp ist nicht, weniger fleißig zu sein – sondern Deine persönlichen Interessen nicht zu vernachlässigen. Denn wenn Du schon zu den Leistungsträgern des Unternehmens zählst, soll sich das doch auszahlen.
Du bekommst in diesem Artikel Impulse, um die Grundlagen für Deine Gehaltserhöhung oder Deine Beförderung zu legen. Oder beides.
Tipp 1: Fall positiv auf
Viele glauben, sie müssten lauter sein als andere. Das finde ich nicht sinnvoll. Positiv auffallen heißt für mich: Sei die Person im Raum, die wirklich zuhört. Dann bekommst Du nämlich auch die Zwischentöne mit.
Was Du konkret tun kannst
Stell gute Fragen. Nicht nur zu Deinen Aufgaben – auch zu Projekten Deiner Kolleginnen und Kollegen. Im Meeting. Beim Mittagessen. In der Kaffeeküche.
Bring Ideen ein, um Dinge zu verbessern.
Und ganz wichtig: Rede nicht unbedingt mehr als die anderen. Fang nicht an rumzulabern. Liefere stattdessen echte Substanz. Am besten mit wenigen, aber glasklaren und starken Worten.
Deine Führungskraft und Deine Kollegen werden sofort merken, ob Du Klarheit produzierst oder Lärm. Und für den Fall der Fälle: Wenn Du Dich bei den Projekten Deiner Kollegen einbringen willst: Frag sie sicherheitshalber vorher, ob sie es okay finden – schließlich ist es nicht Dein Projekt. Oder Du fragst kurz in einem Gespräch oder Meeting: „Darf ich dazu einen Gedanken einbringen?“ Vermutlich werden die anderen dann „Ja, klar!“ sagen. Und dann bringst Du Dich ein.
Oder Du fragst: „Kann ich dazu mal eine Frage stellen?“ Häufig sind Fragen sogar die besseren Beiträge, weil Du ja gar nicht so im Detail drinsteckst. Also: Frage, frage, frage.
Vielleicht hast Du den Film „Yentl“ mit Barbra Streisand gesehen. In den 80er-Jahren war das mein Lieblingsfilm. Da sagt Yentl alias Barbra Streisand schüchtern, als sich für einen Studienplatz bewirbt „Ja, ich weiß, ich stelle zu viele Fragen …“ Und der Rabbi sagt: „Aber, aber! Nach den Fragen wählen wir unsere Studenten aus!“
Tipp 2: Sprich offen über Deine Karriereziele
Karriere passiert nicht, weil Du heimlich hoffst. Karriere passiert, wenn Du klar bist und entsprechend agierst.
Informiere Dich
Welche Karrierewege gibt es in Deinem Unternehmen?
Und welche Karrierewege gibt es grundsätzlich in Deiner oder anderen Branchen?
Und dann sprich mit Deiner Führungskraft über Deine Vorstellungen und Ideen. Frag Deine Führungskraft aus zum Thema Karriere. Sprich mit Deinem Ansprechpartner von HR darüber. Sprich mit Deinem Geschäftsführer darüber. Du bekommst später im Teil 2 dieses Beitrags noch Tipps, wie Du mit Deiner Geschäftsführerin ins Gespräch kommst.
Stell dabei aber keine Forderungen, sondern eruiere Möglichkeiten. Gute Führungskräfte lieben ehrgeizige Mitarbeitende, die Karriere machen möchten. Denn Karriere machen heißt auch Leistung zeigen. Und diese Voraussetzung wird Deine Führungskraft lieben. Also frag Deine Führungskraft beispielsweise: „Welche Karrierewege sind denn in diesem Unternehmen möglich?“ Oder teile Deine eigenen Ideen. Sag: „Ich hatte da an x, y oder z gedacht. Was sagst Du dazu?“
Tipp 3: Zeig Interesse am großen Ganzen
Viele Führungskräfte sind fachlich gut. Oder sehr gut. Du bestimmt auch, oder? Das war ich auch damals bei Unilever. Ich war im Marketing und im Vertrieb angestellt als Führungskraft. Und habe mich immer für meine Ziele ins Zeug gelegt. Und klar, ich wollte Karriere machen. Habe ich übrigens auch. Sogar sehr schnell. Aber nur bis zu einem bestimmten Level. Ja, ich war Führungskraft. Ja, ich hatte die Verantwortung der Markenführung einer 50-Millionen-Euro-Umsatz-Marke von Unilever: Du wirst sie kennen. Die Marke hieß BiFi.
Das war doch schon was. Ich war megastolz auf mich und meine Karriere – auch wenn ich früher noch mehr Karriere im Konzern wollte. 2004 haben wir in DACH 140 Millionen BiFis verkauft, jedes Jahr. Dass Salami von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung heute als potenziell krebserregend eingestuft ist, wusste ich damals nicht. Meine eigene Ernährung war damals allerdings auch extrem ungesund mit viel Zucker, vielen Fertigprodukten wie Tütensuppen und … na ja, Minisalamis.
Aber, das ist ein Thema für einen anderen Blog-Impuls. Lies gern den Blog-Beitrag 268 „Die 10,5 Erfolgsfaktoren im Leben: Körperliche und geistige Leistungsfähigkeit“ auf meiner Homepage. Oder hör meine Podcast Episode 79 X im „Führen wie ein Löwe“ Podcast vom 14.2.2021 mit dem gleichen Titel. Überall, wo’s Podcasts gibt.
Mein Grund, Unilever zu verlassen, war damals nicht das Thema ungesunde Ernährung. Ich hatte stattdessen einen starke Hin-zu-Motivation: Ich wollte gern als Coach direkt mit Menschen arbeiten. Und diesen Traum habe ich mir erfüllt. Seit über 22 Jahren verdiene ich mein Geld mit Coaching von Führungskräften, mit Führungskräfte-Trainings und mit Vorträgen für Führungskräfte und Mitarbeitende. Und ich liebe das.
Das ist übrigens ein weiterer wichtiger Punkt für Deine nächste Gehaltserhöhung oder Beförderung. Nur wenn Dein Job Dir leidenschaftlich viel Freude bereitet, wirst Du auch einen sehr guten Job machen. Sonst wird es schwierig mit Deiner Karriere oder Gehaltserhöhung.
Also: Zurück zu Deiner Karriere: Karriere entsteht oft dort, wo Menschen anfangen, unternehmerisch zu denken. Ja, ich habe auch damals bei Unilever in „Wachstum“ gedacht. Aber nur bezogen auf meinen kleinen BiFi-Kosmos. Nicht auf Unternehmenslevel. Und das ist es, was ich Dir in diesem zweiten Tipp nahelege:
Verstehe die Strategie Deines Unternehmens
Lies den Geschäftsbericht. Das meine ich ernst. Das Ding stellt Dein Unternehmen umfassend und objektiv dar. Und auch groß und schön. Aber auch, um klare Ziele zu kommunizieren, die Deine Geschäftsführung ernsthaft anstrebt.
Such den Kontakt zu Deiner Geschäftsführerin. Sprich sie auf dem Betriebsfest oder der Weihnachtsfeier an. Zeig‘ Deine Neugier. Frag‘ sie nach einem Termin. Trink‘ mit ihr einen Kaffee. Und dann löchere sie, bis Du alles verstanden hast.
Und dann sprich in Deinen Meetings über diese Strategie, wenn es Sinn ergibt. Nicht besserwisserisch, sondern mitdenkend: „Wenn das unsere Strategie ist – wie passt unsere Entscheidung dazu?“ Hinterfrag respektvoll Gedanken und Projekte mit der Kenntnis der Strategie im Hinterkopf. Gute Führungskräfte lieben Menschen, die mitdenken. Und sie erinnern sich an sie. Und sie werden sich an Dich erinnern, wenn Du clever Dein Mitdenken kommunizierst.
Tipp 4: Kleider machen Leute
Bei Unilever hatte ich einen Kollegen, der immer im Anzug herumlief. Ich fand das affig, und fand er hatte einen kleinen Stock im Hintern. ABER: Er hat eine mega Karriere hingelegt. Heute ist mir klar, was sein Anzug ausdrückte: Ich nehme meine Sache sehr ernst. Das habe ich zwar auch getan, aber im Außen war ich damals sehr locker angezogen. An manchen Tagen zu locker. Gut, so ein Stock im Hintern, das passte damals und passt auch heute nicht zu mir. Aber an meinem Image hätte ich mehr arbeiten können, wenn ich mich auch im Außen ehrgeizig gezeigt hätte.
Das heißt jetzt nicht, dass Du täglich im Anzug herumlaufen sollst, wenn das so gar nicht zu Eurer Unternehmenskultur passt. Aber schau Dich doch mal um, welche Kleidungsstile es in Deinem Unternehmen gibt. Und auf welchen Hierarchieebenen, welche Kleidung getragen wird. Das spielt eine Rolle.
Ich habe damals vor allem an meinen Projekten jeden Tag zwölf Stunden gearbeitet … doch das allein reicht nicht. Echter Erfolg braucht ein Netzwerk: Kollegen, Freunde, Bekannte, die sich gegenseitig unterstützen. Das brauchen Unternehmer. Und das brauchen auch Mitarbeitende und Führungskräfte. Zumindest wenn Du intelligent Karriere machen möchtest und Du Dir die nächste Gehaltserhöhung holen möchtest, die Dir zusteht.
Kürzlich habe ich eine Führungskraft gecoacht, die eine Gehaltserhöhung um mehr als 15.000 Euro durchgesetzt hat. Sie war davon überzeugt, dass sie es wert war. Ihre Führungskraft wusste, dass sie es wert war. Und nun ist sie es wert. Was ist mit Dir? Was bist Du wert? Heute? Und zukünftig?
Und Dein Unternehmen? Dein Unternehmen wird dabei natürlich nicht ausgenutzt oder missbraucht. Denn nur wenn Deine Leistung stimmt, hast Du auch ein Anrecht auf eine Beförderung oder Gehaltserhöhung.
Dasselbe gilt auch, wenn Du Dich für einen neuen Job bewirbst. Eine realistische Selbsteinschätzung ist entscheidend. Ich erinnere mich an einen meiner Kunden, der vor einem Jahr einen Mitarbeitenden entlassen hat, der einfach einen schlechten Job gemacht hat. Der Mitarbeiter war in seinem Job eindeutig unterqualifiziert und überfordert.
Es gilt: Erst hervorragende Leistungen, dann Gehaltserhöhung bzw. Beförderung oder ein besser bezahlter ganz neuer Job.
Mehr Input zu diesem Thema bekommst Du von mir in meinem kostenfreien Live-Online-Training: „Deine Beförderung, Deine Gehaltserhöhung oder Deine neue Stelle – Wie Du auch bekommst, was Du verdienst!“
Am Dienstag, den 17. Februar 2026 von 18 bis 20 Uhr.
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Bring auch gern konkrete Fragen mit, die Du zu diesem Thema hast. Du bekommst weitere konkrete Tipps, die Du für Deine Beförderung bzw. Gehaltserhöhung brauchst. Und wie Du die entsprechenden Gespräche führst mit Deiner Führungskraft, um das zu bekommen, was Dir zusteht.
Ich freue mich, Dich dann online zu sehen.
Bis dahin, Dein Markus Jotzo
