Im Test von StorMagic SvHCI 2.0 zeigte sich, dass bei einem Cluster die beiden Hosts nicht exakt die gleiche Hardware und Ausstattung haben müssen.

Im Test: StorMagic SvHCI 2.0

Die Preis- und Lizenzpolitik für VMware-Produkte hat viele Nutzer dazu veranlasst, sich auf die Suche nach einem alternativen und kostengünstigeren Hypervisor zu begeben. Auch soll sich die Umgebung im Idealfall mit einfachen, günstigen Serverkomponenten aufbauen lassen, optional hochverfügbar und zudem flexibel skalierbar. Diese Bedingungen erfüllt SvHCI 2.

In der März-Ausgabe 2024 hatten wir bereits ein Produkt von StorMagic im Test: SvSAN ermöglicht den Aufbau eines hochverfügbaren virtuellen Speichersystems mit nur zwei physischen Servern, das eine fast hundertprozentige Betriebszeit ohne einen einzigen Ausfallpunkt gewährleistet. Nachdem es sich hierbei um eine reine Speicherbereitstellung handelt, bedarf es für eine Virtualisierung noch eines zusätzlichen Hypervisors wie VMware vSphere oder Microsoft Hyper-V.

Das diesmal unter die Lupe genommene SvHCI geht einen Schritt weiter und beinhaltet neben der SvSAN-Funktionalität auch einen eigenen Hypervisor sowie ein virtuelles Netzwerk, basierend auf der Open-Source-Technologie KVM/QEMU und Open vSwitch, sodass für den Aufbau einer Plattform zur Virtualisierung keine weitere Software benötigt wird.

Möglich ist auch die kombinierte Nutzung beider Funktionen, also der Betrieb von VMs auf einem oder zwei SvHCI-Hosts im Cluster sowie das Bereitstellen von hochverfügbarem Speicher via iSCSI für die Nutzung in Verbindung mit einem der eingangs genannten Hypervisoren. Basis von SvHCI sind konventionelle x86-Server, die je nach Kapazitätsbedarf mit ausreichend Festplatten oder (NVMe)-SSDs bestückt sind. Für einen High-Availability-Betrieb bilden zwei Server einen Cluster, auf dem aktuell bis zu 50 VMs hochverfügbar laufen können oder bis zu 100 VMs ohne HA-Funktion. Möglich ist auch ein Mischbetrieb von VMs mit und ohne Hochverfügbarkeit.

Fazit

Im Test überzeugte SvHCI durch die einfache Inbetriebnahme, wobei sich das Produkt als sehr tolerant gegenüber unterschiedlicher Hardware erwies. SvHCI besteht aus einem oder zwei Hosts in einem Cluster mit integriertem Hypervisor, das aktuelle Limit sind 50 gespiegelte oder 100 ungespiegelte VMs auf einem Zwei-Knoten-Cluster. Fiel im Test ein Host plötzlich aus, wurden gespiegelte VMs in wenigen Sekunden am verbleibenden Cluster gestartet. Zu beachten ist, dass ein SvHCI Cluster immer nur aus maximal zwei Knoten bestehen kann, für größere Umgebungen dementsprechend also mehrere Cluster vorzuhalten sind. Auch ist während einer geplanten Wartung keine Hochverfügbarkeit gegeben.

Das Zusatztool Edge Control ermöglicht neuerdings einen Cluster-übergreifenden Überblick inklusive einiger Funktionen zur Administration. Verschiebungen von VMs zwischen den Clustern sind im Moment noch nicht einfach realisierbar, was eine vorausschauende Planung erfordert. Die aktuelle Betriebssystem-Unterstützung ist überschaubar. Neben einigen Linux-Distributionen werden im Microsoft-Umfeld die Serverversionen ab 2019 offiziell unterstützt, jedoch keine Desktopbetriebssysteme. Wer die genannten Einschränkungen berücksichtigt, für den ist SvHCI sicher einen genaueren Blick wert, auf der Suche nach einer günstigen, hochverfügbaren Hypervisor-Plattform mit zuverlässigem Support. (ln/Jürgen Heyer)

Den kompletten Test finden Sie in Ausgabe 09/2025 ab Seite 14 oder in unserem Heftarchiv.

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