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Soft Skills in Deiner Bewerbung „beweisen“ – wie geht das?

Und wieder einmal sind sie das Zünglein an der Waage: die Soft Skills. Ob Teamgeist, Empathie oder Problemlösungsfähigkeit – auf dem Papier lassen sie sich schnell auflisten. Doch wie überzeugst Du wirklich damit? Nicht als „Buzzword-Bingo“, sondern so, dass Personaler·innen aufmerksam werden und denken: Ja, das passt!

Hier findest Du ein Plädoyer für mehr Persönlichkeit in Deiner Bewerbung, schließlich ist sie es, die Dich aus der Masse herausstechen lässt. Dafür musst Du sie aber nicht nur beschreiben, sondern vor allem zeigen. „Kommunikationsstark“, „teamorientiert“, „flexibel“ – das alles klingt gut, ohne Frage. Oft bleibt es aber bei abstrakten Begriffen, die kaum zum Vorteil in Deiner Bewerbung werden. Denn Hand aufs Herz: Wer schreibt schon, dass er oder sie nicht teamfähig ist? Genau: Niemand! Damit Deine Soft Skills wirken, brauchen sie Substanz, einen Beweis oder noch besser: eine Geschichte.

Die erste Regel, um Deine Soft Skills wirklich greifbar zu machen, lautet deshalb: Beweise sie durch konkrete Beispiele. Du warst im letzten Job das Bindeglied zwischen zwei Abteilungen? Dann schreib nicht nur, was Du gemacht hast, sondern erzähle, wie Du es gemacht hast. Hier ein Beispiel:

„Als Schnittstelle zwischen IT und Vertrieb habe ich dafür gesorgt, dass technische Details verständlich erklärt und Kundenanforderungen präzise weitergegeben wurden, um unnötige Missverständnisse zu verhindern“.

Ein Satz. Ein Bild. Ein Soft Skill.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Soft Skills gekonnt positionieren

Nun, da Du weißt, wie Du Deine Soft Skills in Bewerbungen „richtig“ aufführst, bleibt nur die Frage offen: Wo finden sie ihren Platz, um nicht in der Informationsflut zwischen Anschreiben, Lebenslauf & Co unterzugehen? Ganz einfach: überall…aber nicht mit dem Holzhammer. Denn Personaler·innen lesen zwischen den Zeilen – und genau da darfst Du wirken:

1.     Im Lebenslauf

Nutze kurze Bullet Points mit aktiver Sprache, die Deine Soft Skills durch Taten belegen. Zum Beispiel:

·      „Projektkoordination mit interdisziplinären Teams“

·      „Verantwortlich für die reibungslose interne Kommunikation bei Remote-Projekten“

·      „Mentoring neuer Kolleg·innen im Onboarding-Prozess“

 

2.     Im Anschreiben

Hier darfst Du aus dem Nähkästchen plaudern. Wähle einen Soft Skill aus, der zu Deinem potenziellen neuen Job sowie Unternehmen passt – und mache ihn zu einer fesselnden Geschichte:

„Als jemand, der viele Jahre im Kundenservice gearbeitet hat, weiß ich: Geduld ist mehr als eine Tugend – sie ist mein tägliches Werkzeug. Besonders in stressigen Phasen bleibe ich ruhig, höre aktiv zu und finde Lösungen, die für beide Seiten passen“.

3.     In Online-Profilen

Unterschätze niemals die Macht Deines XING-Profis: Dein Profiltext ist Dein Pitch. Nutze ihn, um Deine Persönlichkeit zu zeigen, zum Beispiel wie folgt:

„Ich liebe es, Komplexes einfach zu machen – sei es im Projektmanagement oder im Austausch mit Kund·innen. Wenn ich nicht gerade Prozesse optimiere, organisiere ich Networking-Events oder koche für 20 Freund·innen auf einmal“.

Charmant. Nahbar. Eindeutig Du.

Und was, wenn mir kein Beispiel einfällt?

Dann wird es Zeit, Deine Kreativität fließen zu lassen, aber bitte ohne Druck. Denn manchmal ist weniger auch bei den Soft Skills mehr. Also: Denk kleiner. Soft Skills zeigen sich vor allem im Alltag, nicht nur in Heldengeschichten. Du bist mal spontan für eine·n Kolleg·in eingesprungen? Du hast im Chaos als Einzige·r einen kühlen Kopf bewahrt? Du hast ein Praktikum mit wenig Anleitung souverän gemeistert? Voilà!

Und falls Du immer noch nicht zum gewünschten Ergebnis gekommen bist, gibt es noch einen ebenso simplen wie wirkungsvollen Trick: Nutze die STAR-Methode (Situation, Task, Action, Result). Beschreibe also die Situation, was Deine Aufgabe war, was Du getan hast und was dabei herauskam.

No-Gos bei Soft Skills in der Bewerbung

Mindestens genauso wichtig wie die „Dos“ sind im Leben aber bekanntlich die „Don’ts“, um in jeder Situation gut abzuschneiden. Meide daher Phrasen ohne Substanz. „Ich bin empathisch“ reicht nicht. Punkt. Stattdessen gilt das Motto: Zeig's, nicht sag's. Verabschiede Dich zudem von irrelevanten Soft-Skill-Listen und wähle nur gezielt aus, was wirklich zu diesem Job passt. Und an alle „Copy-Paste-Heroes“ da draußen: Personaler·innen merken sofort, wenn Du ChatGPT zu wörtlich genommen hast – garantiert!

Und beim Vorstellungsgespräch?

Da wird's endlich ernst; und gleichzeitig lebendig. Bereite ein, zwei Beispiele vor, die zeigen, wie Du mit Konflikten umgehst, wie Du Dich in Teams einbringst oder wie Du Verantwortung übernimmst – eben je nachdem, mit welchen Soft Skills Du in Deiner Bewerbung geglänzt hast. Einen solltest Du dabei aber niemals vergessen, und zwar die Authentizität. Ein Vorstellungsgespräch ist nämlich kein Theaterstück. Aber ein bisschen Bühne darf sein, denn wie so oft im Leben, liegt der goldene Weg irgendwo in der Mitte.

Wenn Du also gefragt wirst: „Was sind Deine größten Stärken?", antworte nicht einfach „Teamfähigkeit“. Sag:

„Ich glaube daran, dass Teams dann gut funktionieren, wenn man ehrlich kommuniziert – auch mal über Unstimmigkeiten. Ich habe in meinem letzten Job erlebt, wie sich durch ein offenes Feedback-Gespräch Spannungen aufgelöst haben; und daraus ist sogar eine neue Projektidee entstanden“.

Das bleibt hängen.

Fazit: Deine Persönlichkeit ist Dein Joker

Bei Bewerbungsprozessen gilt: Fachwissen bringt Dich ins Spiel, doch Soft Skills machen den Unterschied. Und das Schöne daran ist, dass Du nichts erfinden musst. Du bringst die Zutaten für Dein Erfolgsrezept längst mit – Du musst sie nur sichtbar machen. Ehrlich, authentisch und ein bisschen mutig. Dann bleibt Deine Bewerbung nahezu konkurrenzlos. Also: Zeig, wer Du bist. Nicht nur, was Du kannst.

Welche Geschichten kannst Du rund um Soft Skills und Bewerbungsprozesse erzählen? Lass sie uns in den Kommentaren sammeln – als Anekdoten, Entertainment oder Inspiration für die kommenden Bewerbungen unserer Leser·innen.

Soft Skills in Deiner Bewerbung „beweisen“ – wie geht das?

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