Was wirklich zählt: Vom Wert eines effizienten und nachhaltigen Recruitings
Themen wie die strategische Ausrichtung der Personalarbeit, Talentmanagement und Nachwuchsförderung sowie die Vermittlung von Werten und Sinn an Mitarbeitende und Führungskräfte bewegen Personalverantwortliche heute am meisten. Doch für viele Unternehmen wird es immer schwieriger, gute Mitarbeitende zu rekrutieren.
Fehlende strategische Impulse, mangelnde Alternativplanung bei sich abzeichnenden Krisen, Fachkräftemangel und hoher Besetzungsdruck sind ständige Herausforderungen. Zwei Drittel der Zeit im Bewerbungsprozess sind mit administrativen Aufgaben verbunden. Häufig verzögert auch fehlendes oder verspätetes Feedback den gesamten Recruiting-Prozess. Es fehlt die Zeit für persönliche Gespräche und fundierte Entscheidungen.
Der Fokus muss wieder mehr auf den Menschen liegen.
Dazu braucht es mehr Tempo und Verlässlichkeit im Recruiting – vor allem die Verbesserung der Candidate Experience (schnelle Rückmeldungen, transparente Prozesse und ein professioneller Auftritt) und der Time to Hire (kürzere Abstimmungswege, automatisierte Kommunikation und strukturierte Prozesse). Auftraggeber und Recruiter müssen an einem Strang ziehen. Der Recruitingfilm der Neumüller Unternehmensgruppe (Frankenfernsehen Medienhaus) zeigt einen einfachen Weg zur erfolgreichen Zielgruppenansprache durch ein einfaches Storytelling mit Beratungssequenzen, Kurzinterviews und Off-Sprechertext.
„Die Personalfunktion mit ihren knappen Ressourcen ist heute gar nicht mehr in der Lage, ein qualifiziertes Recruiting durchzuführen.“ Gute Recruitingunternehmen sollten „nachweislich Zugang zu einem länderübergreifenden Arbeitsmarkt haben, präsent sein auf den bekannten sozialen Plattformen, bei der Re-location unterstützen, ein qualifiziertes Pre-screening der KandidatInnen durchführen und keine Datenleichen liefern“, sagt die HR-Expertin Dr. Doris Dull. Als sich der Unternehmer Werner Neumüller mit meiner Frau Regina 2003 in Nürnberg selbstständig machte, war ihnen bewusst, dass sie sich nicht auf den Verdrängungswettbewerb und den damit verbundenen Preiskampf im „Massengeschäft" einlassen wollten. Deshalb stand eine qualitative Orientierung im Vordergrund. Kerngeschäft ist bis heute die Rekrutierungsunterstützung über die Personaldienstleistung vor allem im akademischen Umfeld und bezüglich Ingenieurqualifikationen. „Ich suche den Menschen" ist ein Leitsatz des Unternehmers, der zugleich ausdrückt, wie wichtig es ist, die richtigen Menschen für Unternehmen zu finden und rechtzeitig zu fördern.
Die Unternehmenskultur ist in Zeiten des demografischen Wandels von besonderer Bedeutung.
Sie lässt sich nicht vollständig steuern, denn jeder Mensch bringt persönliche Überzeugungen, Normen und Wertvorstellungen aus der Kultur ein, in der er aufgewachsen ist. Zu den zentralen Kulturbestandteilen, die nicht verordnet, sondern nur gelebt werden können, gehören Wertschätzung, Offenheit, Respekt, Zuverlässigkeit und Mitbestimmung. Kein Unternehmen wird angesichts aktueller Krisen überlebensfähig sein, wenn es nicht ein stabiles Wertegerüst hat, das auf einem tragfähigen und soliden Fundament basiert. Wer klare Werte und Leitprinzipen hat, die ernsthaft gelebt werden, kann Konfliktpotenzial reduzieren und Orientierung bieten. Wichtig in der NEUMÜLLER Unternehmensgruppe ist deshalb das Handeln nach ethischen Werten und Normen. Grundlage dafür ist die gelebte Unternehmens-DNA („ehrlich, fleißig, nachhaltig"). Fleiß bedeutet beispielsweise nicht nur puren Einsatz, sondern auch die Erfahrung zu wissen, wann wie viel gefordert ist. „Das bedeutet konkret: Nie gierig werden, immer fair, ehrlich und fleißiger als der Durchschnitt sein und langfristig denken“, so Neumüller.
Zudem ist das konkrete Tun komplizierten Überlegungen, Diskussionen und Planungen vorzuziehen. Jeder ist hier persönlich für seine Handlungen und deren Auswirkungen verantwortlich. „Werteorientiertes Management muss Kernelement der Unternehmenskultur sein, die das Fundament eines jeden Unternehmens bildet und ist zugleich der wichtigste Ausgangspunkt jeder auf Werte beruhenden Prävention ist“, sagt Werner Neumüller. Zu seinen Aufgaben gehört es auch, bei Krisen Kurs zu halten und einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten, eine leistungsfähige Organisation aufzubauen und Menschen zu fördern. Kenntnisse der Menschenführung, Einfühlungsvermögen, Takt und diplomatisches Geschick sind dabei unabdingbar.
Werte sind somit von hoher Relevanz für ihre Verhaltensmuster.
Sie geben Handlungsorientierung und wirken, wenn sie glaubhaft gelebt werden, als Selbstbindung - sind damit nicht zuletzt eine wesentliche Grundlage für Vertrauen. All diese Werte sind wichtige Voraussetzungen für die Herausforderungen der Zukunft und der sozialen Systeme. Es ist Aufgabe, sie so zu gestalten, dass sie gegenüber Störungen stabil sind und im Gleichgewicht bleiben. Doch das können wir nur, wenn sie von Menschen für die Menschen getragen werden. „Ich habe mich in der Vergangenheit oft daran gestört, wie sorglos manchmal mit menschlichem Potenzial als Ressource umgegangen wurde und wird. Mich stört es, wie für Gewinnmaximierung oder Shareholder-Value-Interessen Outburning bei Menschen erzeugt wird. Gerade die Personaldienstleistung ist besonders gefordert, eine mitarbeiterorientierte Personalpolitik zu betreiben, weil sie im Wettbewerb mit Arbeitgebern steht, die in der Gesellschaft über ein vermeintlich höheres Ansehen verfügen“, so Werner Neumüller. Auch bei Einstellungs- und Vorstellungsgesprächen wird in der Unternehmensgruppe das Thema Werte aufgegriffen.
Werte prägen die Unternehmenskultur und erzeugen Zuschreibungen von Sinn.
Das ist allerdings nicht in allen Unternehmen eine Selbstverständlichkeit. „In meiner langjährigen Tätigkeit im Bereich Human Resources habe ich erlebt, wie wertlos Unternehmenswerte sein können. Insbesondere, wenn sie von oben angeordnet werden. Ich durfte hautnah erleben, wie Ethik und Moral von Führungskräften nicht gelebt werden sollten, trotz heiligem Schwur auf die wohlklingenden Unternehmenswerte“, sagt Dr. Doris Dull, die 18 Jahre lang als Global Human Resources Director bei ZF-Group tätig war. Sie setzte sich für eine werteorientierte Unternehmenskultur ein und verfasste eine Dissertation über Wertekongruenz. 2018 gründete sie Convalori, um anderen Unternehmen die Bedeutung von Werten zu vermitteln.
Weiterführende Informationen:
Warum es mehr Anerkennung und Einfluss für das Personalwesen in Unternehmen braucht
„Auf dem Boden bleiben“: New Work und die neue Leistungskultur von A bis Z
Arbeitsmarkt und Nachhaltigkeit: Ist das klassisch gelebte Rekrutierungsdenken am Ende?
Green Recruiting als Teil nachhaltiger Unternehmensstrategien
Bauchgefühl im Management. Die Rolle der Intuition in Wirtschaft, Gesellschaft und Sport. Hg. von Alexandra Hildebrandt und Werner Neumüller. SpringerGabler Verlag, Berlin, Heidelberg 2021.
Doris Dull: HR - vom administrativen Experten zum strategischen Business-Partner. Mehr Anerkennung und Einfluss für das Personalwesen in Unternehmen. SpringerGabler, Heidelberg 2025.
Doris Dull: New Work, Leistungskultur und Performance-Messung. Wie sich Unternehmen in der neuen Arbeitswelt verändern müssen. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2024.
Werner Neumüller: Die Grenzen der Rationalität. In: Bauchgefühl im Management. Die Rolle der Intuition in Wirtschaft, Gesellschaft und Sport. Hg. von Alexandra Hildebrandt und Werner Neumüller. SpringerGabler Verlag 2021.
Werner Neumüller: Das resiliente Unternehmen im Mittelstand. Am Beispiel der Neumüller Unternehmensgruppe. In: Zukunftsvision Deutschland. Innovation für Fortschritt und Wohlstand. Hg. Marion A. Weissenberger-Eibl. SpringerGabler Verlag, Berlin Heidelberg 2019.
Werner Neumüller: Ehrlich weiter: Auf der Suche nach den Menschen. In: Visionäre von heute – Gestalter von morgen. Inspirationen und Impulse für Unternehmer. Hg. von Alexandra Hildebrandt und Werner Neumüller. Verlag SpringerGabler, Heidelberg, Berlin 2018.
