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Zukunftsfähige Räume für Kinder: Wie Kitas zu Vorbildern für nachhaltiges Bauen werden

Nach einer Einschätzung der Kommission für Innenraumlufthygiene des Bundesumweltamtes sind Innenräume oft stärker mit Feinstaub und Schadstoffen belastet, als die Luft draußen vor der Tür. Hier kommen häufig noch potenziell gesundheitliche Substanzen hinzu, die aus Möbeln, Bodenbelägen, Wandfarben und Elektrogeräten austreten.

Bauprodukte sind nur selten Endprodukte. Ihre Wirkung in technischer und in ökologischer Hinsicht kommt in der Regel erst bei der Verwendung in Bauteilen und baulichen Anlagen zum Tragen. Im Allgemeinen werden drei Schadstoffquellen unterschieden:

  • biologische (Schimmel, Keime und Hausstaubmilben)

  • chemische (Asbest, Formaldehydflüchtige organische Verbindungen oder Holzschutzmittel mit Pentachlorphenol)

  • physikalische (Elektrosmog, Lärm).

Die Schadstoffe in den verwendeten Baumaterialien stehen häufig im Verdacht, Ursache unterschiedlicher Erkrankungen zu sein.

„Ungeprüfte Baumaterialien können die Gesundheit massiv schädigen“, bestätigt auch Peter Bachmann, der mit planbarem, bezahlbarem und praxisorientiertem Expertenwissen hilft, die Gesundheit in Lebensräumen zu sichern. Der Nachhaltigkeitsexperte und Strategieberater mit den Schwerpunkten Gesundheit und Kreislaufwirtschaft, Vertriebs- und Marketingkonzepte, Materialgesundheit, Entwicklung und Vermarktung von Baustoff- und Materialdatenbanken arbeitet aktuell an der Integration zirkulärer Methoden in die Bau- und Immobilienwirtschaft. 2024 erfolgte die Gründung der CircularSkills GmbH. Er half in den vergangenen Jahren vielen Unternehmen dabei, Wohngiften den Kampf anzusagen: Zuerst wurden die Prozesse in der Verwaltung, im Controlling und in der Produktion umgestellt. „Es ist ein nur allzu menschlicher Reflex, dass bei Problemen gern nach schnellen und einfachen Lösungen gesucht wird. Eine jederzeit gesunde Qualität der Innenraumluft ist aber leider recht komplex. Deshalb werden bei diesem Thema viele Begrifflichkeiten einfach aus Unwissenheit vermischt.“ Er legt deshalb Wert auf eine ehrliche, seriöse und wissenschaftliche Absicherung und ein System, das die Erfüllung höchster ökologischer und sozialer Standards gewährleistet und als Wegweiser für visionäre Gestaltungsmöglichkeiten im Bauwesen dient.

Sicherheit vor Schadstoffen bedeutet vor allem:

  • Schutz vor schädlichen Einflüssen des Wohnumfeldes

  • gesündere Lebensqualität

  • bessere Schlafqualität

  • Reduktion von Allergie-Risiken, asthmatischen Risiken, Kopfschmerz-Risiken, Nebenhöhlenerkrankungen etc.

Wie Kitas zu Vorbildern fürnachhaltiges Bauen werden

Das Thema Wohngesundheit ist auch beim Bau von Kitas wichtig, denn wo Kinder spielen, essen und lernen, müssen sämtliche Kriterien eines wohngesunden Gebäudes erfüllt sein. „Gerade Bildungsstätten haben eine enorme Relevanz im Bereich der Materialgesundheit für kleine Kinderund Mitarbeitende“, sagt Bachmann, dem vor allem die Planung und der Bau zukunftsfähiger Räume für Kinder am Herzen liegt. Derzeit fehlen in Deutschland etwa 300.000 Kita-Plätze. „Es besteht dringender Bedarf für den Bau von Kitas, denn jedes Kind hat einen Rechtsanspruch auf eine frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung. Damit wächst auch die Verantwortung, ihnen gute Lern- und Lebenswelten zu bieten, denn sie verbringen in immer früherem Alter immer mehr Zeit in der Kita." Am 9. Juli 2025 ist Peter Bachmann als Speaker bei der Fachkonferenz "Bau und Betrieb von Kitas" in München dabei. Gemeinsam mit führenden Experten widmet er sich der Zusammensetzung, Toxizität oder Umweltschädlichkeit von Materialien über den gesamten Lebenszyklus und zeigt, wie Kitas gesunde, schadstofffreie und kreislauffähige Gebäude werden können – und warum das ein wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Imperativ ist. In seinem Vortrag spricht er über gesunde, schadstofffreie und kreislauffähige Baustoffe – nachhaltige Materialien, die Kindern und Umwelt gleichermaßen guttun. Im Fokus der Veranstaltung stehen diese Themen:

  • Der Raum als dritter Erzieher -Bedeutung von Raum in der frühen Kindheit

  • Raumqualität - Kitaräume zwischen Architektur, Didaktik und Raumerfahrung

  • Nutzerbeteiligung im Planungsprozess - Phase Null und Perspektive der Kinder und Fachkräfte

  • Schadstofffrei, klimafit, zukunftssicher - Kitas als Vorbilder für nachhaltiges Bauen.

Veranstaltungshinweis:

Fachkonferenz „Bau und Betrieb von Kitas" (bis 31. März 2025 gibt es noch den Frühbucherrabatt) am 8./9. Juli 2025 in München

Dr. Alexandra Hildebrandt schreibt über Wirtschaft & Management, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Internet & Technologie

Als Publizistin, Herausgeberin, Bloggerin und Nachhaltigkeitsexpertin widme ich mich den Kernthemen Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Beim Verlag SpringerGabler habe ich die CSR-Bände zu Digitalisierung, Energiewirtschaft und Sportmanagement herausgegeben sowie "Klimawandel in der Wirtschaft".

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