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Reizthema "Gendern im Job": Must-have für moderne Unternehmen oder Kontroverse ohne Konsens?

©gettyimages
Miteinander zu reden hilft fast immer. Auch beim Reizthema Gendern.

Entdecke die Pro- und Contra-Argumente rund ums Gendern im Job: Ein Zeichen für Gleichheit oder ein Störfaktor in der Kommunikation? 

Vielleicht ist es Dir auch schon aufgefallen: Das Gendersternchen stößt oft auf Widerstand und ist nicht wirklich beliebt. In vielen Foren, sozialen Netzwerken und Kommentarspalten von Online-Artikeln wird das Gendern kritisch betrachtet. Aber auch im Berufsleben prallen die Sichtweisen von Befürwortern des kleinen Sternchens und Gegnern aufeinander. Einen Konsens zu finden, ist schwierig. Aber warum ist das so?

Kurze Auffrischung: Was genau bedeutet Gender bzw. gendern nochmal?

Das Wort Gender kommt aus dem Englischen und bezieht sich heute im Gegensatz zum englischen „sex“ nicht auf das biologische Geschlecht, sondern auf die gesellschaftlichen Attribute die für ein Geschlecht typisch sind. Mit dem Gender werden die sozialen Geschlechtermerkmale beschrieben. Damit soll das Gendern eine geschlechtergerechte Sprache ermöglichen, in der sich möglichst alle Geschlechter oder Identitäten wiederfinden. Kurz: Gendern soll die Gleichbehandlung der Geschlechter zum Ausdruck bringen.

Gendern in der Arbeitswelt: Eine Brücke zur Inklusion oder eine Hürde für die Kommunikation?

In vielen modernen Arbeitsumfeldern spielt die geschlechtergerechte Sprache eine immer wichtigere Rolle, da sie die Grundlage für eine inklusive Unternehmenskultur schaffen kann. Das Gendern kann hier als Werkzeug dienen, um ein respektvolles und diskriminierungsfreies Miteinander zu fördern. Die folgenden Punkte beleuchten, wie das Gendern die Arbeitswelt beeinflussen kann:

👍 Förderung der Diversität und Inklusion: Geschlechtergerechte Sprache kann helfen, ein inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich alle Mitarbeiter*innen unabhängig von ihrem Geschlecht wertgeschätzt und respektiert fühlen.

👍 Professionalität und Respekt: Durch das Gendern können Unternehmen zeigen, dass sie die Vielfalt ihrer Belegschaft ernst nehmen und eine professionelle und respektvolle Kommunikation fördern.

👎 Kommunikationsbarrieren: Kritiker*innen argumentieren, dass das Gendern die Kommunikation erschweren und zu Missverständnissen führen kann, insbesondere in einem internationalen oder multikulturellen Kontext.

👎 Zeit- und Ressourcenaufwand: Die Einführung geschlechtergerechter Sprache kann mit einem erhöhten Aufwand verbunden sein, sowohl in Bezug auf die Schulung der Mitarbeiter*innen als auch die Anpassung von Unternehmensdokumenten und -richtlinien.

Pro und Contra: Gendern als Mittel zur Gleichstellung oder Hindernis der Verständlichkeit?

Damit Du alle Argumente beisammen hast und auf Basis von Argumenten diskutieren kannst, versorgen wir Dich mit einer Pro- und Contra-Liste zum Thema Gendern. 

Disclaimer: Die Liste ist zuerst bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden- Württemberg erschienen.

Pro Gendern

👍 Sprachwandel wird häufig erstmal abgelehnt. So verlangen fremde Wörter unserem Gehirn mehr ab als bekannte. Mit dem häufigen Gebrauch wird es aber leichter und es vergeht die Ablehnung.

👍 Mit geschlechtergerechter Sprache setzen wir die im Grundgesetz festgelegte Gleichbehandlung um.

👍 Studien zeigen, dass Sprache, die neutraler ist, die Menschen dazu anregt Geschlechterrollen offener zu betrachten.

👍 Sprache erzeugt Realitäten. Wer sprachlich nicht repräsentiert wird, verliert an Bedeutung.

👍 Wer geschlechtergerechte Sprache verwenden möchte, hat viele Möglichkeiten. Man kann beispielsweise gendern, ohne dass es auf den ersten Blick erkennbar ist.

👍 Sprache verändert sich mit den Menschen. Wir passen die Sprache an die Welt an, in der wir Leben.

👍 Da es Menschen gibt, die sich nicht als Mann oder Frau definieren, ist gendern richtig. So wird unsere Sprache für alle offener.

👍 Das Genderzeichen ist ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen, die eine neue selbstbestimmte Geschlechterordnung erforschen.

Kontra Gendern

👎 Laut Umfragen lehnen zwei Drittel der wahlberichtigten Deutschen geschlechtergerechte Sprache ab.

👎 Wer das generische Maskulin verwendet, tätigt keine Aussage über das Geschlecht. Laut Definition bezieht sich eine grammatisch männliche Bezeichnung nicht auf das Geschlecht.

👎 Für manche Menschen fühlt sich Gendern wie eine Gängelung an – Stichwort: Sprachpolizei. Das kann zu Ablehnung und einer Rückkehr hin zu konservativen Wertvorstellungen führen.

👎 Wer gendert, legt einen unverhältnismäßigen Fokus auf Geschlechter. Auch in Situationen in denen das Geschlecht keine Relevanz hat.

👎 Gendern entspricht nicht dem Anspruch der Lesbarkeit und dem einfachen Zugang zu einer Sprache. Die Sprachästhetik leidet durch das Gendern.

👎 Sprache die geändert ist, stößt in Sachen Barrierefreiheit an seine Grenzen. Ob Gendern in leichter Sprache funktioniert, ist bislang nicht abschließend geklärt.

👎 Gendern geht an der Lebens- und Sprachrealität vieler Menschen vorbei. Gendern ist ein akademisches Projekt der Eliten.

👎 Gendern ist ein politisches Statement und verleiht Sprache damit eine politische Dimension, die zu Polarisierung beiträgt.

In der Unternehmenswelt, wo Teams zunehmend diverser werden und die soziale Verantwortung von Unternehmen immer mehr an Bedeutung gewinnt, bietet das Thema Gendern eine Plattform für weiterführende Diskussionen über eine gerechtere und inklusivere Arbeitskultur. 

Die Entscheidung, ob und wie das Gendern in der Praxis umgesetzt wird, liegt letztendlich bei den Einzelnen und den Organisationen, immer im Kontext der jeweiligen gesellschaftlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen.

Für wie überzeugend hältst Du die Argumente? Gibt es Positionen die Dir besonders zusprechen oder die Du gar nicht nachvollziehen kannst? Diskutiere in den Kommentaren mit!

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