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Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring

für Finanzdienstleistung, Banken und Sparkassen

Hohes Potential für Künstliche Intelligenz

Digitale Assistenten, Chatbots und maschinelles Lernen sind gängige Anwendungen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), die vielfach bereits im Einsatz sind. Nach einer Studie von PWC ist das wirtschaftliche Potential derartiger Technologien gewaltig. Bis 2030 könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) allein als Folge von KI um rund 430 Milliarden Euro, entsprechend 11,3 Prozent steigen.

Potentiell hoher Einfluss von KI im Bereich Finanzdienstleistung

Experten von PWC haben mit Marktvertretern und der Fraunhofer-Gesellschaft zusammengearbeitet und einen AI Impact Index ermittelt. Dieser zeigt den potentiellen Einfluss künstlicher Intelligenz auf Unternehmen in unterschiedlichen Branchen. Dazu wurden Anwendungsfälle von neuen Produkten und Produktverbesserungen nach folgenden Kriterien auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet:

  • Potenzial zur Verbesserung der Personalisierung,
  • Potenzial zur Qualitätsverbesserung,
  • Potenzielle Zeitersparnis für den Konsumenten,
  • Verfügbarkeit von Daten, um diese Vorteile zu realisieren.

Das Potential von KI für den Bereich Finanzdienstleistung ist demnach hoch und die notwendige Technologiereife kurz- bis mittelfristig zu erwarten. Mit anderen Worten: Gerade die Finanzbranche dürfte sehr schnell die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz zu spüren bekommen. Das bedeutet einen weiterhin hohen Anpassungsdruck innerhalb der Branche.

Künstliche Intelligenz verändert (fast) alles

Künstliche Intelligenz wird in naher Zukunft viele Dinge ermöglichen, die wir uns heute (noch) nicht vorstellen können und die weit über simples Automatisieren oder Beschleunigen hinausgehen. Das errechnete Wachstum basiere daher in erster Linie auf Innovationen und weniger auf Effizienzsteigerungen.

Das deutsche KI-Potenzial von 430 Milliarden Euro bis 2030 basiere auf zwei Säulen:

  • Unternehmen bringen neue, innovative Produkte auf den Markt, die qualitativ hochwertiger und stärker auf den einzelnen Kunden zugeschnitten sind. Dies wird die Nachfrage ankurbeln und dürfte der Studie zufolge fast 60 Prozent des KI-Zuwachses ausmachen.
  • Die zweite Säule umfasst Effizienzgewinne, die durch KI-Technologien entstehen.

Absehbar ist, dass durch den Durchbruch der künstlichen Intelligenz Arbeitsplätze wegfallen. Maschinen übernehmen repetitive Tätigkeiten, die bislang Menschen ausgeführt haben. Auf der anderen Seite entstehen aber neue Jobs und Berufsbilder. Ängste vor massenhaften Jobverlusten sind nach Meinung der Autoren jedoch überzogen.

Die Unternehmen stünden allerdings vor der Herausforderung, geeignete Mitarbeiter für die neuen Aufgaben zu finden und zu rekrutieren. Um attraktiv und wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten daher insbesondere etablierte Firmen generell ihre Strukturen überdenken.

Im Bank Blog mit Hinweis zur Studie und einer Infografik: Künstliche Intelligenz könnte ganze Branchen umkrempeln

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring
Dr. Hansjörg Leichsenring

Editor, Experte für Digitalisierung und Innovation im Banking, Der Bank Blog

für Finanzdienstleistung, Banken und Sparkassen

Seit über 30 Jahren befasse ich mich beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern und berichte als Herausgeber und Autor des Bank-Blogs regelmäßig über aktuelle und grundsätzliche Entwicklungen und Trends rund um Banken und Finanzdienstleister.