Prof. Dr. Anabel Ternes von Hattburg

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for Leadership und HR Management, Digitalisierung und Work 4.0, Strategische Kommunikation, Gesundheit und BGM

Kontroverse Diskussionen: Reichen Regeln für eine ethische KI wirklich aus?

ArtJasperJohn / GettyImages

Die empfohlenen Ethik-Regeln, die die EU-Kommission zur Entwicklung und zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) vorgelegt hat, werden in der nun laufenden Pilotphase von Wirtschaft, Forschung und Behörden getestet. Daraus sollten Gesetzesvorschläge resultieren. Ob die weit genug greifen, bleibt abzuwarten.

Künstliche Intelligenz – dieser Begriff lässt viele Augen leuchten, werden doch aktuell viele einst erstaunliche Elemente der Sci-Fi-Filme unserer Kindheit wahr: Autos fahren autonom, VR-Brillen lassen uns in eine andere Welt eintauchen, komplexe Wahrscheinlichkeitsberechnungen liefern auf der Grundlage riesiger Datenmengen solide Entscheidungsgrundlagen. Hier haben Maschinen durchaus die Nase vorn, die Kapazitäten des Menschen sind naturgemäß begrenzt. Genau das schürt Ängste, die nicht ignoriert werden dürfen.

Mensch oder Maschine: Wer hat künftig die Nase vorn?

Grundsätzlich ist es richtig, dass die technologischen Entwicklungen in einen ausgiebig getesteten rechtlichen Rahmen eingebettet werden sollen. Die wichtigsten Anforderungen der KI-Expertengruppe konzentrieren sich auf folgende Punkte:

  • KI muss Entscheidungsfreiheit des Menschen unterstützen, darf diese also weder beeinträchtigen noch einschränken
  • Algorithmen müssen robust und zuverlässig funktionieren, aber auch Fehler erkennen und beheben
  • Algorithmen müssen transparente Ergebnisse bringen, die mit breiter repräsentativer Datenbasis arbeiten
  • Für eigenständige Entscheidungen müssen klare Zuständigkeiten und Rechenschaftspflichten festgelegt sein
  • Bürger behalten die Datenhoheit, Menschen dürfen nicht geschädigt oder diskriminiert werden

Die Weichen sind also gestellt, die EU investiert bis 2020 wenigstens 20 Milliarden Euro in diese Entwicklung. Und das nicht ohne Grund: Maschinen können rund um die Uhr arbeiten, vergessen nichts, können Big Data auswerten und schnelle, faktenbasierte Entscheidungen treffen – ihre Leistungsfähigkeit wird lediglich von den technischen Voraussetzungen begrenzt. Besonders umstritten ist offenbar die Frage, ob KI Emotionen entwickeln kann. Natürlich können Maschinen lernen und auf der Grundlage von Ergebnissen ihre Algorithmen selbst weiterentwickeln. Aber es bleiben eben aus bestimmten Befehlen bestehende Programme – nicht mehr. Emotionale Intelligenz, Kreativität und soziale Empathie sind so nicht abzubilden, sie werden die Domäne des Menschen bleiben.

Hilfreiche Tipps:

  • Angst ist ein schlechter Ratgeber – insbesondere in Bezug auf neue Technologien.
  • Wissen schafft Sicherheit: Setzen Sie sich mit dem Potenzial der KI auseinander!
  • Verstehen Sie KI als Hilfsmittel, das Ihnen Arbeit und Leben erleichtern kann.

About the author

Prof. Dr. Anabel Ternes von Hattburg
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Director Future Strategy Education & Health, SRH

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Führung ist zukunftsfähig, wenn man bei sich beginnt und Mitarbeiter auf Augenhöhe mitnimmt. Ich halte dies für grundlegend wichtig - Deutschland braucht eine neue gesunde und digitale Führungskultur. Deshalb spreche, coache und schreibe ich seit Jahren zu diesem Zukunftsthema.
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