Wenn dein Job eine Person wäre, würdest du dich nach ihm oder ihr umdrehen? Foto: LIGHTFIELD STUDIOS via Adobe Stock

Ist dein Job noch attraktiv? 5 Fragen, die du dir 2026 stellen solltest

Ein neues Jahr beginnt. Und während viele sich fragen, ob sie mehr Sport machen oder weniger Süßes essen sollen, möchte ich dir heute eine andere Frage stellen:

Ist dein Job eigentlich noch attraktiv für dich?

Ich meine das ganz ernst.
Nicht im Sinne von „magst du deine Kolleg:innen“ oder „bekommst du dein Gehalt pünktlich“.
Sondern: Wenn dein Job eine Person wäre, würdest du dich nach ihm oder ihr umdrehen?

Und ja! Du darfst dich auch in diesen unsicheren Zeiten mit der Frage beschäftigen, was du für dich beruflich in Zukunft möchtest! Denn vielleicht ist nicht jetzt der richtige Zeitpunkt, aber du kannst die Basis dafür schaffen :-)

Warum jetzt der richtige Moment für deine Jahresbilanz ist

Seltsam, seinen Job mal so zu hinterfragen? Vielleicht. Doch dahinter steckt sehr viel mehr, und die Beschäftigung damit eröffnet eine ganz andere Perspektive. Denn es kann ja sein, dass du dein Team magst, deine Aufgaben gut machst, das Geld stimmt und alles entspannt läuft. Doch reicht dir das?

Angenommen, du hättest gerade keinen Job und man würde dir drei Optionen anbieten – eine davon wäre genau das Szenario, in dem du gerade bist. Würdest du dich dafür entscheiden?

Die Antwort kann ein ganz klares Ja sein, und ich möchte dir einen entspannten Job auch garantiert nicht madig machen. Für mich geht es darum, sich die richtigen Fragen zu stellen und zu reflektieren.

Denn wenn du jetzt schon merkst, dass das eigentlich nicht mehr so attraktiv für dich ist, kannst du frühzeitig eingreifen, bevor du irgendwann vor lauter Frust und Genervtheit etwas verändern musst.

Und wie für viele Dinge im Leben, bietet der Jahresbeginn die perfekte Zeit, um innezuhalten und unter anderem zu prüfen:

  • Passt mein Job noch zu mir?

  • Gebe ich ihm mehr, als ich zurückbekomme?

  • Entwickle ich mich noch, oder laufe ich im Kreis?

Diese Fragen mögen unbequem sein, aber sie schaffen Klarheit. Und Klarheit ist die beste Grundlage, um eine Entscheidung zu treffen. Egal wie diese ausfällt.

Die Geschichte von Gisela und was sie uns lehrt

Gisela arbeitet seit 25 Jahren im selben Konzern. Eines Tages erfährt sie: Ihre Abteilung wird ins Ausland verlagert. Der Konzern bietet ihr Unterstützung an – interne Weiterbildung, Bewerbungscoaching, sogar einen persönlichen Karriereberater. Eigentlich eine großartige Chance.

Aber Giselas erste Reaktion war Angst.

Ich mach diesen Job seit 25 Jahren. Wo soll ich denn hin?
Gisela, Mitarbeiterin in der Finanzbuchhaltung eines Industrieunternehmens

Ein Satz, den ich in meinen Coachings oft höre. Dabei steckt darin eine wichtige Erkenntnis: Wir vergessen im Alltag, wie viel wir wirklich können und wie viel Wissen und Fähigkeiten wir uns in all den Jahren angeeignet haben. Denn meistens funktionieren wir einfach nur, anstatt regelmäßig zu reflektieren.

Und genau deshalb ist der Jahresanfang die perfekte Zeit, um stehenzubleiben und dich zu fragen:

Was kann ich eigentlich richtig gut? | Was erfüllt mich und was raubt mir Energie?

Zwischen Sicherheit und Selbstverwirklichung

Eine Erkenntnis aus meiner Erfahrung als Karrierecoach: Viele Menschen bleiben in Jobs, die sie längst nicht mehr erfüllen, weil sie häufig Angst vor Unsicherheit und Veränderung haben. Da ist ein Job, der nicht ganz so cool ist, aber vermeintlich sicher, die „bessere“ Lösung.

Das verstehe ich. Denn Sicherheit ist ein Grundbedürfnis.

Aber: Sicherheit ist oft eine Illusion. Eine neue Führungskraft, ein Konzernumbau, wirtschaftliche Veränderungen – und plötzlich ist sie weg. Das sehen wir aktuell deutlich in vielen Branchen, vor allem in der Automobilindustrie: Tausende Stellen werden abgebaut. Und während manche Mitarbeitende aus Loyalität immer geblieben sind, trifft das Unternehmen längst strategische Entscheidungen, und zwar aus wirtschaftlicher Sicht, nicht aus menschlicher. Warum Loyalität ein Karrierekiller sein kann, kannst du hier nachlesen.

Deshalb lass uns gemeinsam die Perspektive wechseln:

Wenn du dich auf der Straße nach einer Person umdrehst, ist sie für dich attraktiv, oder?
Wenn du dich also nicht mehr nach deinem Job umdrehst, dann ist es Zeit, genauer hinzuschauen.

Doch was bedeutet Attraktivität im Job für dich? Vielleicht so etwas wie dieses:

  • Du spürst Sinn und Begeisterung?

  • Du entwickelst dich weiter?

  • Du lernst dazu, statt dich zu wiederholen?

  • Du arbeitest mit Menschen, die dich inspirieren?

  • Du bekommst Herausforderungen?

  • Du hast die Möglichkeit, in deiner Karriere weiter aufzusteigen?

  • Du kannst deine Fähigkeiten ausbauen?

  • Du kannst in neue Bereiche hineinschnuppern?

  • Du bringst deine Stärken und Ideen ein?

Wenn du Attraktivität im Job für dich definiert hast, wie sehr trifft das auf deinen aktuellen Job zu?

Reflexionsfragen für deine persönliche Jahresbilanz

Und jetzt lass uns reflektieren: Nimm dir ein Blatt Papier (oder dein Notizbuch) und beantworte diese Fragen ehrlich:

  1. Was gibt mir mein aktueller Job und was nimmt er mir?

  2. Welche drei Aufgaben im Alltag machen mir wirklich Freude?

  3. Welche Menschen inspirieren mich in meinem Umfeld und warum?

  4. Was wünsche ich mir beruflich in den nächsten zwei Jahren?

  5. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was würde ich beruflich tun?

Lass dir ausreichend Zeit. Diese Fragen helfen dir, tiefer zu gehen und wirklich für dich herauszufinden, wo du gerade stehst.

Wenn du merkst, dass es nicht mehr passt

Wenn du beim Beantworten dieser Fragen spürst, dass dein Job dich nicht mehr erfüllt, dann ist das keine Krise und kein Grund für Panik. Erst einmal tief durchatmen und erkennen, dass du gerade einen wichtigen Schritt gemacht hast. Es geht jetzt auch nicht darum, direkt zu kündigen, sondern die Awareness zu schaffen, dass du aktiv etwas an deiner beruflichen Situation ändern darfst, damit es für dich wieder attraktiv ist.

Manchmal reicht ein internes Projekt, ein neues Team, eine Weiterbildung oder auch einfach ein offenes Gespräch mit deiner/m Vorgesetzten.

Wie Gisela, die am Ende zu mir sagte:

Ich arbeite seit 25 Jahren in diesem Unternehmen, aber diesmal möchte ich mich bewusst entscheiden, wo es für mich hingeht.
Gisela, Mitarbeiterin in der Finanzbuchhaltung eines Industrieunternehmens

Fazit: Reflektieren und bewusst wählen

Ein neues Jahr muss kein Neubeginn sein. Und es ändert sich nicht alles, nur weil sich die letzte Zahl im Datum ändert. Mit diesem Beitrag möchte ich dich eher dazu einladen, dich zu fragen, was dich wirklich erfüllt, und mutig genug zu sein, die Richtung zu ändern, wenn es nicht mehr passt.

Übrigens, im nächsten Beitrag spreche ich darüber, wie du für dich herausfindest wohin du willst Folge mir am besten, damit du informiert wirst, wenn der nächste Artikel online ist.

Dein Bastian


Falls du dazu Unterstützung möchtest, dann lass uns sprechen. Das Coachingteam von Berufsoptimierer und ich stehen dir zur Seite.

Bastian Hughes schreibt über Job & Karriere, Personalwesen

Authentisch. Erfolgreich. Sein. - Genau dabei möchte ich dich unterstützen. Als Ex-Personaler, Podcaster, Karriere Coach und Trainer für Unternehmen & Hochschulen begleite ich seit 2017 Menschen im Bewerbungsprozess und auf den Weg hin zu einer Karriere nach ihren Wünschen und Vorstellungen.

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