Außer Ausbildung und Branche können sich auch Arbeitsort, Geschlecht und Unternehmensgröße auf das Gehalt auswirken. - Foto: Getty Images
Premium

Das sind Deutschlands bestbezahlte Berufe 2025

Wer zählt zu den Topverdienern 2025? Finden Sie hier heraus, wie gut Sie im Vergleich in einzelnen Berufen, Branchen und Bundesländern verdienen.

Berlin. Wer verdient wie viel? Liegt das künftige Gehalt im Durchschnitt? Und: Ist der Verdienst bei einem potenziellen Job hoch genug, dass sich eine Bewerbung lohnt?

Diese Fragen werden für Arbeitssuchende immer wichtiger. Um mehr Transparenz beim Thema Vergütung zu schaffen, veröffentlicht die Jobplattform Stepstone jedes Jahr den sogenannten Gehaltsreport. Mehr als eine Million Gehaltsangaben, die zwischen Januar 2022 und November 2024 abgegeben wurden, haben Experten von Stepstone dafür analysiert.

Das Handelsblatt stellt die Ergebnisse vor und hat mit Experten über die aktuellen Gehaltsentwicklungen gesprochen.

Für die Auswertung der Verdienstmöglichkeiten haben die Analysten als Vergleichsgröße das Mediangehalt herangezogen, also den Wert, zu dem es gleich viele schlechter wie besser bezahlte Stellenangebote gibt.

Gehaltsreport 2025: Das sind die Top-Branchen

Grundsätzlich gilt: Wer viel verdienen möchte, könnte durch eine Karriere etwa im Bankwesen, in der Luft- und Raumfahrt oder in der Pharmaindustrie an sein Ziel kommen. Laut der Auswertung von Stepstone verdienen Beschäftigte in diesen Branchen am besten.

Analysiert wurden 1 Mio. Gehaltsdaten. - Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2025
Analysiert wurden 1 Mio. Gehaltsdaten. - Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2025

Die höchsten Gehälter gibt es bei den Banken. Etwa 65.500 Euro brutto verdienen Beschäftigte hier laut Stepstone im Median und damit gut 40 Prozent mehr als der Durchschnittsdeutsche mit 45.800 Euro. In der Gastronomie bekommen Beschäftigte hingegen ein Mediangehalt von 37.250 Euro.

„Die Branche ist oft ein entscheidender Faktor für die Höhe des Gehalts“, sagt Stepstone-Arbeitsmarktexperte Tobias Zimmermann. In der Pharmaindustrie, im Bankwesen oder in der Luft- und Raumfahrt gebe es vergleichsweise viele große, börsennotierte Unternehmen mit Tarifbindung und hohen Umsätzen. Dementsprechend gut seien die Gehälter.

Der Arbeitsmarktexperte geht zudem davon aus, dass Innovationen und der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften die Gehälter noch weiter steigen lassen – vor allem in Branchen, die eng mit den Megatrends Demografie, Digitalisierung, und Dekarbonisierung verbunden sind. Dazu zählen laut Zimmermann zum Beispiel Technologieunternehmen. „Oder auch solche im Gesundheitswesen.“

Gehaltsvergleich: Das sind die bestbezahlten Jobs

Mit einem Hochschulabschluss verbessern sich die Gehaltsaussichten deutlich. Wer einen Bachelor, Master oder ein Diplom vorweisen kann, verdient nach der Auswertung von Stepstone im Mittel 60.500 Euro. Bei Nichtakademikern liegt das Mediangehalt dagegen bei 43.100 Euro.

Unser Winter-Special: Jetzt das Handelsblatt 4 Wochen testen und Gewinnchance sichern

👉 Ab sofort bis zum 19.01. eine Winter Special Kampagne mit dem Angebot 4 Wochen für 1 € lesen

Aufgeschlüsselt nach einzelnen Berufsfeldern haben Ärzte mit einem Mediangehalt von fast 100.000 Euro die besten Verdienstaussichten unter Akademikern. Aber auch Bank-, Finanz- und Versicherungsexperten sowie Beraterinnen, Ingenieure und IT-Fachkräfte oder Vertriebler verdienen nach der Auswertung von Stepstone überdurchschnittlich gut.

Analysiert wurden 1 Mio. Gehaltsdaten. - Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2025
Analysiert wurden 1 Mio. Gehaltsdaten. - Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2025

Besonders lukrativ sind etwa ein Posten als Oberärztin (130.750 Euro), als Elektro-Ingenieur (66.250 Euro) oder als IT-Projektmanagerin (68.500 Euro).

Das sind die bestbezahlten Ausbildungsberufe

Und dennoch: Es gibt auch einige Berufe, die keinen Hochschulabschluss erfordern und dennoch überdurchschnittlich gut bezahlt sind. Spitzenreiter sind hier ebenfalls Finanz-, Bank- oder Versicherungsfachkräfte wie etwa der Bankkaufmann (52.000 Euro) oder die Sozialversicherungsfachangestellte (52.000 Euro). Wer sich zum Betriebswirt weiterbildet, kann sogar mit 54.000 Euro im Median rechnen.

Analysiert wurden 1 Mio. Gehaltsdaten. - Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2025
Analysiert wurden 1 Mio. Gehaltsdaten. - Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2025

Zu den lukrativen Ausbildungsberufen zählen laut Arbeitsmarktexperte Tobias Zimmermann auch technische Berufe wie Chemikant, Elektronikerin oder Mechatroniker.

Die Ausbildung sei zudem nur ein Faktor von vielen, die das Gehalt beeinflussen. Vor allem Handwerker seien im Moment sehr stark nachgefragt. „Und das wird in Zukunft auch noch zunehmen“, sagt Zimmermann. Gerade mit einem Meisterabschluss in einem stark gefragten Job und oder in einem großen Unternehmen könne man mit einem hohen Gehalt rechnen.

Gehalt 2025: Konzerne zahlen mehr als kleine Unternehmen

Wer in einem Konzern mit mehr als 5000 Mitarbeitern arbeitet, verdient im Mittel nach dem Report von Stepstone 57.750 Euro. In einem kleinen Betrieb mit bis zu 50 Beschäftigten liegt das Mediangehalt dagegen nur bei 40.500 Euro.

„Je größer das Unternehmen, desto größer ist im Idealfall auch der Umsatz und der Gewinn – und die Möglichkeit, höhere Gehälter auszuzahlen“, erklärt Zimmermann. Darüber hinaus gebe es in einem Konzern mehr spezialisierte und hochqualifizierte Positionen als in einem kleinen Betrieb, die entsprechend besser bezahlt würden.

Und was oft noch hinzukommt: „Große Unternehmen können durch technologische und organisatorische Vorteile oft die Produktivität steigern, was die Löhne erhöht.“

Dafür hätten kleine Unternehmen andere Vorteile, die oft mit der Kultur zu tun hätten. „Nicht jeder fühlt sich in großen Organisationen wohl“, sagt Zimmermann. Er rät kleinen Unternehmen deshalb, ihre Kultur in den Vordergrund zu stellen und zu betonen, dass dort flache Hierarchien und schnelle Entscheidungswege herrschen.

Analysiert wurden 1 Mio. Gehaltsdaten. - Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2025
Analysiert wurden 1 Mio. Gehaltsdaten. - Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2025

16 Bundesländer im Gehalts-Ranking 2025

Auch das Bundesland hat einen großen Einfluss auf das Gehalt. Spitzenreiter ist nach der Auswertung von Stepstone der Stadtstaat Hamburg. Das liegt laut Zimmermann daran, dass dort wichtige Großunternehmen ihren Sitz haben, die vergleichsweise gut zahlen – zum Beispiel der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus, große Logistikunternehmen wie Hapag-Lloyd oder Handelskonzerne wie die Otto Group.

„In Großstädten wird zudem generell häufig besser gezahlt als in kleinen Städten – auch wegen der höheren Lebenshaltungskosten“, sagt Zimmermann.

Unser Winter-Special: Jetzt das Handelsblatt 4 Wochen testen und Gewinnchance sichern

👉 Ab sofort bis zum 19.01. eine Winter Special Kampagne mit dem Angebot 4 Wochen für 1 € lesen

In Hessen, wo unter anderem die Bankenmetropole Frankfurt liegt, verdienen die Menschen ebenfalls sehr gut. Gleiches gilt für Bayern und Baden-Württemberg, wo einige der wichtigsten deutschen Mittelständler und Industrieunternehmen ihren Sitz haben. Schlusslichter sind die neuen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Analysiert wurden 1 Mio. Gehaltsdaten. - Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2025
Analysiert wurden 1 Mio. Gehaltsdaten. - Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2025

Gender-Pay-Gap: Frauen verdienen auch 2025 deutlich weniger

Auch das Geschlecht spielt bei der Höhe des Verdienstes nach wie vor eine Rolle. So verdienen Frauen mit 42.100 Euro im Median deutlich weniger als Männer mit 48.000 Euro.

Durchschnittliches Bruttomediangehalt. Analysiert wurden 1 Mio. Gehaltsdaten. - Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2025
Durchschnittliches Bruttomediangehalt. Analysiert wurden 1 Mio. Gehaltsdaten. - Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2025

Gehälter könnten 2025 weniger steigen

Aufgrund der unterschiedlichen Datenbasis lässt sich die aktuelle Auswertung von Stepstone nicht mit dem Gehaltsreport des Vorjahrs vergleichen.

Einen generellen Jahresvergleich lassen aber Daten der Personalberatung Kienbaum zu: Demnach sind die Gehälter von Sachbearbeitern und Facharbeiterinnen im vergangenen Jahr mit drei bis vier Prozent am stärksten gestiegen.

Grund dafür sind laut Kienbaum-Vergütungsexperte Michael Kind die vergleichsweise hohe Inflation und die damit verbundenen höheren Tarifabschlüsse. Auf den höheren Hierarchieleveln seien die Steigerungsraten mit etwa zwei Prozent dagegen etwas niedriger ausgefallen.

Unser Winter-Special: Jetzt das Handelsblatt 4 Wochen testen und Gewinnchance sichern

👉 Ab sofort bis zum 19.01. eine Winter Special Kampagne mit dem Angebot 4 Wochen für 1 € lesen

Für 2025 gehen die Experten bei Kienbaum davon aus, dass die Gehälter weniger stark anziehen als im vergangenen Jahr. „Die angespannte wirtschaftliche Situation und die zurückgehende Inflation sorgen für geringere Gehaltssteigerungen“, sagt Kind. Die Unternehmen würden sehr kostensensibel agieren und daher auch die Personalkosten in den Blick nehmen. „Unsere Daten zeigen, dass rund ein Drittel der Unternehmen Personalabbau in 2025 plant“, sagt Kind, was wiederum die Bereitschaft für höhere Gehälter bremse.

Dass sich die Konjunkturflaute und die damit verbundene Zurückhaltung der Unternehmen bei Neueinstellungen auf die Gehälter auswirken könnte, glaubt Kind dagegen nicht. Eine im Herbst durchgeführte Umfrage unter knapp 800 Arbeitgebern habe vielmehr gezeigt, dass die Unternehmen davon ausgehen, dass der Druck auf die Gehälter mittelfristig anhalten wird.

„Die Unternehmen planen, dies vornehmlich durch mehr Wachstum und Produktivität zu kompensieren“, sagt Kind. Ein Viertel der befragten Firmen habe aber auch angegeben, dass deshalb Einsparungen in anderen Bereichen oder sogar ein Personalabbau notwendig seien.

Das sind Deutschlands bestbezahlte Berufe 2025

Premium

Diese Inhalte sind für Premium-Mitglieder inklusive

Der Zugang zu diesem Artikel und zu vielen weiteren exklusiven Reportagen, ausführlichen Hintergrundberichten und E-Learning-Angeboten von ausgewählten Herausgebern ist Teil der Premium-Mitgliedschaft.

Premium freischalten

Handelsblatt schreibt über Substanz entscheidet

Das Handelsblatt ist das führende Wirtschaftsmedium in Deutschland. Rund 200 Redakteure und Korrespondenten sorgen rund um den Globus für eine aktuelle, umfassende und fundierte Berichterstattung. Über Print, Online und Digital kommunizieren wir täglich mit rund einer Million Leserinnen und Lesern. NEU: Diese Seite bietet Premium-Mitgliedern eine Auswahl der besten Artikel vom Handelsblatt direkt hier.

Artikelsammlung ansehen