Führungskompetenz ist messbar! 3 Instrumente sind dabei entscheidend

Viele Unternehmen machen den Fehler, Führungskräfte nach Bauchgefühl zu beurteilen. Sie setzen auf Karrierehistorie, Titel oder die Fähigkeit, sich im Meeting gut zu verkaufen. Fatal! Denn das sagt nichts über echte Führungsstärke aus. Doch Führungskompetenz muss anhand harter Kriterien validiert werden.

Um messbare Ergebnisse zu erreichen, sind echtes Feedback und klare Bewertungssysteme vonnöten. Kein weiches Geschwätz, keine Selbstdarstellung. Meiner Ansicht nach kommt es an auf:

  1. das 360-Grad-Feedback – die ehrliche Sicht von Mitarbeitern, Kollegen und Vorgesetzten,

  2. messbare Führungskriterien – klare Bewertung nach Kompetenzen,

  3. Testimonials von Mitarbeitenden und Mandanten – die ultimative Bewährungsprobe.

1. 360-Grad-Feedback

Das 360-Grad-Feedback ist die härteste, aber auch die beste Methode, um herauszufinden, ob jemand wirklich führt – oder nur so tut. Dabei geben nicht nur Vorgesetzte eine Einschätzung ab, sondern auch Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeitende und Kunden. Der Blick aus allen Richtungen zeigt ein schonungsloses Bild.

Hier kommt die Wahrheit auf den Tisch. Kein Manipulieren, kein Schönreden. Wer von seinem Team als unklar, schwach oder selbstherrlich wahrgenommen wird, hat ein Problem. Und wenn dieses Problem ignoriert wird, schadet es dem ganzen Unternehmen. Gute Führungskräfte stellen sich dieser Herausforderung. Sie wissen, dass sie nur besser werden, wenn sie bereit sind, sich selbst kritisch zu hinterfragen. Wer das nicht tut, hat in einer Führungsrolle nichts zu suchen.

Transparenz statt Ego

Schlechte Führungskräfte glauben, dass sie sich nur vor ihren Vorgesetzten beweisen müssen. Sie führen nach oben – und treten nach unten. Das ist kein Führungsstil, das ist Selbsterhalt. Echte Führung funktioniert anders: Wer ein Team leitet, muss von ihm respektiert werden. Wer eine Abteilung führt, muss seine Leute mitziehen. Und das kann man nicht erzwingen – das muss man sich verdienen.

Deshalb ist Feedback vonseiten der Mitarbeitenden entscheidend. Es zeigt, ob eine Führungskraft wirklich Einfluss hat oder nur Befehle verteilt. Ein Chef, den niemand respektiert, ist kein Chef – er ist eine tickende Zeitbombe für das Unternehmen. Es gibt nur eine Lösung: Transparenz. Führungskräfte müssen lernen, sich selbst durch die Augen ihres Teams zu sehen. Und sie müssen bereit sein, ihre Schwächen zu akzeptieren. Wer das nicht kann, sollte die Führung anderen überlassen.

Kommunikation, Empathie und Klarheit

Gute Führungskräfte haben bestimmte Kernkompetenzen, ohne die Führung nicht funktioniert. Dazu gehört eine gute Kommunikationsfähigkeit. Ein Chef, der sich nicht ausdrücken kann, ist eine Katastrophe. Wer sich nicht klar ausdrücken kann, wer vage bleibt, wer um den heißen Brei herumredet, ist keine Führungskraft. Menschen folgen Worten. Wer die richtigen Worte findet, führt. Wer unklar spricht, verliert seine Leute.

Zweitens: Einfühlungsvermögen. Führung ist keine Einbahnstraße. Es geht nicht nur darum, Anweisungen zu geben, sondern auch darum, sein Team zu verstehen. Eine gute Führungskraft erkennt, wann jemand Unterstützung braucht – und wann jemand mehr gefordert werden muss. Und drittens: Klarheit. Führung ist nicht nur Menschenführung, sondern auch Strukturschaffung. Prozesse müssen sauber definiert und durchgesetzt werden. Ein Chef, der in chaotischen Abläufen versinkt, ist kein Gestalter – er ist ein Verwalter.

Die Rolle von Testimonials

Es gibt eine einfache Frage, die zeigt, ob jemand wirklich führen kann: Was sagen die Menschen, die direkt mit ihm arbeiten? Nicht das, was er oder sie über sich selbst sagt. Nicht das, was seine oder ihre Präsentationen suggerieren. Sondern das, was die Mitarbeitenden und Mandanten über ihn oder sie sagen.

Wenn Mitarbeitende ihre Chefin als schwach, unklar oder unentschlossen wahrnehmen, dann ist sie es auch. Wenn Mandanten sich nicht auf sie verlassen können, dann ist sie kein echter Leader. Gute Führung hinterlässt Spuren. Menschen erinnern sich an starke Führungspersönlichkeiten. Und genau deshalb sind Testimonials so wichtig. Sie zeigen das wahre Bild einer Führungskraft – ohne Filter, ohne Marketing, ohne Selbstbetrug. Wer wirklich führen kann, stellt sich der Bewertung. Wer sich davor drückt, taugt nichts als Leader!

Ulvi I. AYDIN schreibt über Konsumgüter & Handel, Marketing & Werbung, Wirtschaft & Management, Politik & Gesellschaft

Ulvi Aydin, Preisträger des Interim Management Projekts 2018, wird von Kunden "People Mover" genannt. Er ist ein erfahrener, ergebnisorientierter und international agierender CEO und CSO. Als Unternehmensentwickler und Interim Manager unterstützt er mittelständische Unternehmen und Konzerne

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