KI im Arbeitsalltag: Wo liegen Chancen – wo Risiken? - © Hirschtec

Künstliche Intelligenz am Digital Workplace: Was sind die Chancen, was die Risiken?

Künstliche Intelligenz begegnet uns immer öfter auch in unserem Arbeitsalltag. Aber was hat sie für Auswirkungen? Wo liegen Chancen – und wo auch Risiken? Ich möchte meine Beobachtungen hier gern einmal mit Ihnen teilen und hoffe, so vielleicht auch den ein oder anderen Denkanstoß liefern zu können.

Doch starten wir mit den Trends am Digital Workplace: Schon in 2021/2022 zeichnete sich ab, dass künstliche Intelligenz mehr und mehr Einzug in Digital-Workplace-Lösungen halten wird. Jetzt sehen wir, dass Microsoft mit seinem Investment in OpenAI, dem Entwickler der Software ChatGPT, schrittweise KI-Komponenten in seine eigenen Produkte einbaut und diese ein ganz natürlicher Begleiter in unserer Arbeitswelt werden. Das hat z. B. zur Folge, dass wir die ChatGPT-Lösungen, die gerade in aller Munde sind, im Microsoft 365-Universum wiederfinden werden – was viele Chancen mitbringt, weil Automatismen und Routineaufgaben von KI übernommen werden können.

KI spart Zeit und gibt gleichzeitig Raum für die wirklichen wichtigen Aufgaben

Ein Beispiel: Wenn ich in der Unternehmenskommunikation arbeite, kann ich z. B. KI-Komponenten nutzen, um mir Unternehmensnachrichten/interne News oder auch Darstellungen von Produkten oder Geschäftsmodellen vorschreiben zu lassen. Dadurch spare ich Zeit, kann den Text in Ruhe redigieren, feinschleifen und ihn dann direkt veröffentlichen. Damit wir uns nicht missverstehen: Ich glaube nicht, dass diese textlichen Aufgaben komplett wegfallen, aber sie werden durch KI deutlich erleichtert werden und die Unternehmenskommunikation wird sich viel intensiver mit strategischen Aufgaben beschäftigen können – eine große Chance, das eigene Aufgabenfeld noch einmal deutlich zu erweitern.

Zwei weitere Beispiele: Ich kann mir mit Hilfe von KI auch Grafiken erzeugen lassen, die ich entweder direkt so übernehmen oder entsprechend anpassen und einbauen kann. Darüber hinaus kann ich Speech-to-Text-Elemente nutzen, das heißt: Ich kann mir eine Audiodatei hochladen, die automatisch in Worte transkribiert wird. Diese kann ich dann weiterverarbeiten und daraus wieder andere Medien produzieren.

Durch den Einsatz von KI am Digital Workplace lassen sich Plattformen besser steuern

Die Beispiele zeigen: Vieles im Bereich Text und Grafik lässt sich zu einem großen Teil automatisieren. Die Ergebnisse können dann verfeinert und über die passenden Kanäle schneller ausgespielt werden. Es gibt aber noch einen weiteren Einsatzbereich, in dem KI ihre Stärken zeigen kann: Gemeint ist die Analyse großer Datenbestände. Auch wir bei HIRSCHTEC überlegen momentan, wie wir KI bei unserem Online-Dashboard HIRSCHTEC Analytics einsetzen können, sodass bezüglich des Nutzungsverhaltens im Intranet oder Digital Workplace direkt bestimmte Muster erkannt werden, die den Kunden dann automatisiert mit an die Hand gegeben werden können.

Konkret heißt das z. B.: Ist ein Muster erkennbar ist, dass bestimmte Bereiche im Intranet bzw. Digital Workplace weniger angeklickt, weniger besucht werden, dann lässt sich die Plattform schon von vornherein besser steuern und optimieren.

Die Welt wird nicht auf Deutschland warten – und trotzdem gibt es auch Risiken zu beachten

KI bringt somit viele Chancen für unseren Arbeitsalltag mit – und wird immer spürbarer in den Tools und Produkten, die wir für die Erledigung unserer täglichen Arbeitsaufgaben benötigen, werden. Klar ist: Die Welt wird beim Thema KI nicht auf Deutschland warten. Genauso klar ist aber: Es gibt auch Risiken – und gerade in Bezug auf Datenschutz und -sicherheit werden diese durchaus zu Recht adressiert. Die zahlreichen Informationen, die auf Plattformen wie ChatGPT & Co. momentan verarbeitet werden, sind öffentlich zugänglich, das heißt: Diese Daten sind auf der jeweiligen Plattform gespeichert und können von anderen genutzt werden, um daraus dann wiederum selbst Inhalte zu produzieren.

Man sollte derlei Plattformen daher auf keinen Fall nutzen, um sich beispielsweise Geschäftsberichte erstellen zu lassen, weil Dritte dann Zugriff auf die Daten haben können. Das wiederum widerspricht den rechtlichen Veröffentlichungspflichten und -fristen, sodass sich hier massive Probleme ergeben können. Die Risiken im Hinblick auf Datenschutz und -sicherheit sollten daher immer mitgedacht werden.

Meine Empfehlung lautet deshalb: Versuchen Sie, in Ihrem Unternehmen ein Grundverständnis für KI aufzubauen und Ihre Mitarbeitenden im Umgang mit dieser wirklich gut zu trainieren (z. B. „Wie nutze ich diese Plattform?“, „Wie setze ich sie ein?“, „Welche Chancen und Risiken gibt es?“). Denn was wir immer wieder beobachten: Im Privaten nutzen viele bereits Tools wie ChatGPT, Midjourney etc. und probieren Neues aus. Umso wichtiger ist es da, dass Mitarbeitende auch eine gewisse „Reife“ im Umgang mit KI besitzen, sodass sie jederzeit wissen, wozu sie diese gut einsetzen können – und wozu eben auch nicht.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erfolg beim Experimentieren mit KI-Komponenten und freue mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen, die Sie damit machen hier unter Kommentare teilen. Bleiben wir gespannt, wie sich das ganze Thema weiterentwickeln wird.

Lutz Hirsch schreibt über Interne Digitalisierung

Seit 2005 begleite ich mit HIRSCHTEC Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer internen Kommunikation und Zusammenarbeit. Themen, die mich dabei tagtäglich beschäftigen: Mitarbeiter in Unternehmen für den digitalen Arbeitsplatz begeistern, Change Management, Kulturwandel, IK- und Plattformtrends.

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