LinkedIn vs. Xing - Alte Diskussion, neue Daten und Trends

LinkedIn vs. Xing - Alte Diskussion, neue Daten und Trends

? LinkedIn vs. ? Xing? Ein Thema fast so alt wie #SocialMedia Networks. ABER: Mittlerweile ist einiges passiert.

⛈ Rund um die Business Networks hat es in den letzten Jahren zig Diskussionen, Unkenrufe, Verfluchungen von Entwicklungen und Nicht-(Weiter-)Entwicklungen gegeben. Diverse Fragestellungen wurden im Jahrestakt von der geneigten Digital-, Marketing- und Medienöffentlichkeit gestellt, diskutiert und beantwortet wie bspw.: ➡️ Braucht es zwei Business Netzwerke in Deutschland? ➡️ Hat LinkedIn überhaupt eine Chance bei einem so starken local player? ➡️ Bei LinkedIn sind doch nur INTL Konzernmitarbeiter. Bei Xing der ganze Mittelstand. ➡️ Wird LinkedIn jetzt Xing kaufen? ➡️ Warum kümmert sich LinkedIn nicht um den DACH-Markt und entwickelt sein Produkt weiter? ➡️ Die Nutzer haben doch keine Lust, ihre Daten auf zwei Plattformen zu pflegen?! LinkedIn wird es niemals schaffen. Zu spät angefangen, sich um DE zu kümmern Und vieles mehr. Man konnte sich aber auch wirklich wundern, warum LinkedIn so lange gezögert hat, sich intensiver mit dem deutschen Markt zu befassen. 🚀 Dies änderte sich 2016 als man im HQ in San Francisco ein Team aufstellte, dass sich mit dem hiesigen Markt befassen sollte und mit Christian Byza zudem einen gut vernetzten Kenner der lokalen Gegebenheiten auf das Thema setzte.

Netzwerkexternalitäten und die Entwicklung der Social Networks in Deutschland.

Diverse Daten und Charts zum Artikel findet man hier: https://www.slideshare.net/honselj/linkedin-vs-xing-alte-diskussion-neue-daten-und-trends

🤓 Seitdem konnte man beobachten, wie die Theorie der Netzwerkexternalitäten zu wirken begann. Es wiederholt sich ein Phänomen, welches manche noch aus den Jahren 2007 - 2010 erinnern werden. Damals gab es in Deutschland mit #StudiVZ (Deutschlandweit aktiv), #Lokalisten (gehörte zu #ProSieben, stark im Süden) und #Werkenntwen (gehörte zu #RTL, vor allem stark im „Mittleren Westen“) sogar drei etablierte Social Media Player. 2007 arbeitete ich in München für G+J und Lokalisten war für für viele DER lokale Platzhirsch. #Facebook steckte noch in den Kinderschuhen und startet seine lokalen Aktivitäten so langsam. Ende 2007 verkündete Mark Zuckerberg, dass man im Jahr 2008 in Deutschland verstärkt aktiv werden wolle. Im Jahr 2008 konnte man dann vermehrt beobachten, wie Nutzer peu-a-peu begannen „He, du kannst mich auch bei Facebook finden“ auf ihren Profilen zu posten. Erst wurden es immer mehr und dann switchte der Text im Jahr 2009 vermehrt zu „He, du findest mich jetzt nur noch bei Facebook“. Die Traffic-Entwicklung der local player folgte dann dem Google Suchvolumen (siehe Charts), die lokale Vorherrschaft begann zu bröckeln, die Netzwerkeffekte setzen vermehrt ein - das Ende kennen wir: Facebook hat sämtliche lokalen Netzwerke absorbiert. 💣 Ähnliches sehen wir derzeit bei #Xing und #LinkedIn. Nutzer posten bei Xing „Ihr findet mich nur noch auf LinkedIn“ (siehe Chart) oder man erhält nach 4 Wochen als Antwort auf eine Xing-Nachricht: „Sorry, bin hier kaum noch aktiv“.

Was erkennt man aus Google Trends?

📉 Das Google Suchverhalten zeigt: Die Suchen nach „Xing“ haben in den letzten 5 Jahren konstant nachgelassen. Zudem könnte man die Situation etwa mit Instagram vergleichen hierzulande und dessen Kurve sieht bis 2020 (wir erinnern uns: Der Durchstart von #TikTok begann) noch anders aus (siehe Chart). Wenn man LinkedIn hingegen allein betrachtet, erkennt man das Gegenteil klar (siehe Chart). Stellt man die beiden Netzwerke dann gegenüber (siehe Chart) erkennt man a) das deutliche Wachstum von Xing und dann b) das Kippen parallel zum (Durch)Starten von LinkedIn. Im Jahr 2020 hat dann LinkedIn erstmals die Kurve von Xing durchstoßen und wächst seitdem weiter.

Die App-Store-Rankings

📱Laut Data.ai liegt der App Store Rank von LinkedIn hierzulande stabil bei #4 im Business Bereich und Xing verliert leicht und liegt zudem auf dem Rang 21. Auch wenn Xing natürlich schon länger im Markt auf hoher Position vertreten war, so ist dies dennoch ein Signal für Nachfrageintensität bei LinkedIn und Stagnation / Rückgang Bei Xing.

Was sagen die Konsument:innen?

In einer schnellen Appinio Umfrage ergab sich, dass LinkedIn noch unter der Xing-Nutzung in der singulären Betrachtung liegen (LinkedIn: 17%, Xing: 25%), aber mittlerweile 19% beide Plattformen nutzen. Hier wäre also ein Switch zu einem der beiden (und aktuell tendenziell vss. eher zu LinkedIn) durchaus schnell machbar bzw. die Nutzungsintensität dürfte bei LinkedIn oftmals höher sein (n=1 in der Beobachtung). Gleichwohl nutzen auch 39% bisher keines der beiden. Man sieht aktuell vor allem auf LinkedIn, dass sich (neue) Nutzungsgruppen die Plattform erschliessen (Influencer, Mittelstand, HR, BWL-fernere Unternehmensberatungen etc. etc.)

🔮 Wie geht es weiter?

Einen grossen lokalen Player im Konzert der Social Networks zu haben, habe ich immer als etwas besonders empfunden und lange Zeit Xing auch ggü. LinkedIn bevorzugt. Mittlerweile schätze ich das LinkedIn Produkt deutlich mehr und fürchte, auch basierend auf der Erfahrung der Vergangenheit, dass es Xing schwer haben wird. Vielleicht auch deshalb hat man sich entschieden, die Ausrichtung des Produktes zu aktualisieren. Es bleibt spannend. 👉 Ich freue mich über eure Einschätzung, Kommentare, Diskussionen etc. #SocialMedia #Growth #ProductDevelopment #BusinessNetworks

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