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Coworking Trends für 2020

© Thomas Barwick

Coworking ist auch im Jahr 2019 stark gewachsen. In ganz Deutschland eröffnen immer mehr Coworking Spaces. Insbesondere in den Großstädten werden diese Standorte dabei immer größer. Was als ein Angebot an Freelancer startete, ist heute immer relevanter für Unternehmen. Sei es, um Austausch zu fördern oder Kosten zu flexibilisieren - Coworking boomt. Daran wird auch die aktuelle Krise inklusive verschobenem Börsengang von WeWork nichts ändern. Dennoch verändert sich die Branche weiterhin rasant. Aus diesem Grund möchten wir einen Blick auf die Coworking-Trends werfen, die wir bei CoworkingGuide für das nächste Jahr identifiziert haben.

Stadt, Land, Coworking

Coworking hat sich in den deutschen Metropolen bereits etabliert. Berlin beispielsweise hat über 100 Spaces und auch nächstes Jahr werden viele weitere eröffnen. Die großen Ketten wie WeWork oder Mindspace haben trotz neuer Standorte häufig nur noch vereinzelte freie Flächen. Die Nachfrage übersteigt teilweise das Angebot.

Deutschlands Großstädte holen in Bezug auf Coworking-Flächen verglichen mit Hamburg oder München weiter auf, insbesondere Design Offices eröffnet viele neue Standorte in sogenannten “B-Städten”. Die Coworking-Szene in Städten wie Bremen, Hannover, Heidelberg, Nürnberg oder Karlsruhe wird wachsen. Neben unabhängigen lokalen Anbietern, werden deutschlandweit operierende Marken das Angebot ergänzen und Coworking auch hier verankern.

In den Städten wird sich der bisherige Trend also fortsetzen - aber was ist mit ländlichen Regionen? Wir merken bereits jetzt, dass viel mehr Coworking Space in kleinen Städten und Dörfern gegründet werden. Coworking wird 2020 das komplette Land erobern. Initiativen wie die von der SPD geförderten “Dorfbüros” sowie Gründer in den Orten werden das Wachstum auf dem Land anschieben. Schon heute sehen wir, dass Coworking Space häufig an Agenturen angeschlossen sind. Auch dieses Phänomen wird sich im kommenden Jahr sicherlich noch häufiger zeigen.

Was passiert mit WeWork?

Kein Börsengang, Entlassungen, statt ursprünglich knapp 50 Milliarden sind die New Yorker nur noch ca. 10 Milliarden wert. Die Krise bei WeWork wird den Markt für flexible Büros verändern. Doch das Unternehmen wird auf dem deutschen Markt weiterhin erfolgreich sein. Die aktuellen Standorte sind gut ausgelastet - aber das Wachstum über neue Locations wird zwangsläufig gebremst. Das gibt auch anderen Anbietern die Chance, sich im Markt festzusetzen.

Teilweise galt Coworking als “winner-takes-it-all” Markt. Dies scheint heute und langfristig nun eher unwahrscheinlich. Etablierte Anbieter wie Mindspace, Design Offices, rent24 oder WorkRepublic werden versuchen, ihre Position im deutschen Markt auszubauen und neue Marktanteile zu gewinnen. Zudem stehen neue Unternehmen in den Startlöchern, um im Markt für flexible Büroflächen ihre Fußabdrücke zu hinterlassen. Unicorn hat bereits 13 Standorte in Berlin und expandiert jetzt auch in anderen Städte wie Hamburg oder München. Mit Scaling Spaces steht in der Hauptstadt ein weiteres junges Unternehmen bereit, dass auf “agile Offices” setzt. An einigen Standorten gibt es nur Teambüros. Es wird zeitnah aber auch Locations mit Flex Desks geben, die dem klassischen Coworking-Gedanken näher kommen. Aus Corporate Coworking wird daher immer mehr “Spaces as a Service” - ein Trend, den wir 2020 sicherlich immer mehr vernehmen werden.

Der Einfluss der Sharing Economy

AirBnB hat es mit Wohnungen vorgemacht. Wer ungenutzte Flächen hat, in diesem Fall in Form von Zimmern oder ganzen Wohnungen, kann diese versuchen temporär zu vermieten. Junge Startups wie Workery aus Hamburg oder twostay aus München versuchen diese Idee auch auf Coworking zu übertragen. Insbesondere heute, da der Markt für traditionelle Büroflächen in den deutschen Innenstädten leergefegt ist, sicherlich kein schlechter Ansatz. Warum nicht aus einem Restaurant oder einer Bar arbeiten?

Ob sich dieses Geschäftsmodell durchsetzt, wird eine der spannendsten Fragen für das nächstes Jahr sein. Die Vorteile liegen in einem häufig sehr kompetitiven Preis. Die Kosten für einen Flex Desk liegen meist zwischen 100 und 150 Euro monatlich.

Leider sind dem Konzept auch einige Nachteile inherent. Die Öffnungszeiten der Spaces sind stark begrenzt, die Lokale müssen ja abends den regulären Betrieb aufrechterhalten. Zudem fehlt klassische Büroinfrastruktur. Es gibt keine Meetingräume, keine Fix Desks und somit auch keine Möglichkeit etwas über Nacht zu lagern oder einzuschließen. Zudem fehlen häufig Drucker oder Scanner. Daher werden Unternehmen kaum in die Zielgruppe der beiden Anbieter fallen. Stattdessen richtet sich das Angebot wohl eher an digitale Nomaden oder Freelancer. Man steht in Konkurrenz zu normalen Cafés oder Coworking Cafés wie dem St. Oberholz. Ob die Nische groß genug und das Angebot attraktiv genug sind um sich langfristig zu etablieren, werden die kommenden Monate und Jahre zeigen.

Fazit zu den Coworking Trends

Coworking wächst und wird auch 2020 weiter wachsen. Nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem Land wird das Konzept weiter Fuß fassen. Die Coworking Landschaft wird durch lokale, aber auch neue große Anbieter noch bunter werden - zur großen Freude der Coworker, die sich aussuchen können, wo sie arbeiten möchten. Der Markt wird stark umkämpft sein und sich durch neue Anbieter weiter verändern. Zudem wird es mehr branchenspezifische Spaces geben. Die Ausrichtung auf bestimmte Berufsgruppen oder Industrien wird zunehmen. Ob sich alternative Locations wie Hotels, Bars oder Restaurants durchsetzen werden, wird sich zeigen. Eines ist heute schon klar: es bleibt spannend!

*Partnerinfo: CoworkingGuide ist eine unabhängige Vergleichsplattform für Coworking Spaces. Die Mission des Startups ist es, dass sowohl Freiberufler und Startups als auch größere Unternehmen das jeweilig perfekte Coworking Space finden.

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