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Vanessa Weber

Vanessa Weber

for Unternehmertum, Marketing, Nachfolge, Führung

Ins kalte Wasser springen: Drei Gründe, warum es sich lohnt

Christoffer Engstrom
Der Sprung ins kalte Wasser lohnt sich

Im Sommer nach Feierabend fahre ich gern mal an den See. Wenn ich dann am Wasser stehe und meinen Fuß hinein halte, zögere ich immer kurz und denke, dass es vielleicht doch zu kalt sein könnte. Wenn ich mich dann aber überwunden habe, ist es unglaublich angenehm und ich bin glücklich, dass ich den Sprung gewagt habe.

Genau dieses Gefühl lässt sich auf viele Lebensbereiche übertragen. Mit gerade mal 22 Jahren stand ich vor der großen Aufgabe, das Unternehmen meines Vaters zu übernehmen, der aufgrund von gesundheitlichen Problemen die Geschäftsführung abgeben wollte. Werkzeug Weber  ist als Händler von Werkzeugen und Profi für Betriebseinrichtungen nicht gerade in einer Branche beheimatet, in der junge, blonde Frauen das Sagen haben. Ich habe aber nicht lange überlegt, sondern habe die Herausforderung direkt angenommen und es bis heute nicht bereut. Warum es sich also lohnt, öfter mal ins kalte Wasser zu springen, erkläre ich in den folgenden drei Punkten:

1. Du lernst dazu und wächst an Dir selbst

Samuel Zeller
Raus aus der Kmfortzone

Wir wissen alle, dass man am schnellsten Schwimmen lernt, wenn man einfach ins kalte Wasser geworfen wird. Hinter unserer überwundenen Angst liegt immer persönliches Wachstum. Das war bei mir nicht anders. Ich habe mich innerhalb kürzester Zeit in ein Metier eingearbeitet, von dem ich noch nicht viel Ahnung hatte. Von außen gab es beinahe nur kritische Stimmen, da mich außer meiner Familie niemand wirklich ernst genommen hat. Wenn ich in den Außendienst gefahren bin, haben die Kunden eher einen 50-jährigen Mann im Blaumann erwartet. Wer jedoch unterschätzt wird, hat es am Ende leichter, Erwartungen zu übertreffen als der, dem schon von Beginn an einiges abverlangt wird. Das war für mich also nur eine noch größere Motivation, es allen zu beweisen. Nicht nur fachlich habe ich mich weiterentwickelt, sondern ich habe auch mich selbst viel besser kennengelernt. Fragen wie “Wie bin ich drauf? Wie möchte ich führen? Wie bringe ich meine persönliche Note in das Unternehmen?” waren präsenter denn je. Henry Ford sagte nicht umsonst „Wer immer tut, was er schon kann; bleibt immer der, der er schon ist.”

2. Du triffst mit der Zeit selbstbewusste und schnelle Entscheidungen

Sydney Rae
Mir selber zu vertrauen, ist eines der wertvollsten Dinge, die ich lernen durfte.

Bei den ersten Malen im kalten Wasser sucht man noch oft nach Bestätigung, schaut direkt nach einem Rettungsring oder greift nach dem Beckenrand. Wenn man aber ein paar Mal gesprungen ist, hat man Erfahrungswerte gesammelt und kann diesen mehr Vertrauen. Ein großes Thema für mich ist hier meine Intuition. Mit der Zeit habe ich viel mehr Selbstbewusstsein gesammelt und würde so schnell nicht mehr gegen mein Bauchgefühl entscheiden. Tatsächlich ist immer nur dann etwas schief gegangen, wenn ich das getan habe.

Mir selber zu vertrauen, ist eines der wertvollsten Dinge, die ich lernen durfte. Schnelle Entscheidungen treffen zu können, ist für mich als Geschäftsführerin nämlich essentiell, da im Wartezustand zu verharren und überhaupt keine Entscheidung zu treffen, schlecht für mein Unternehmen ist. Man braucht nicht immer einen komplett ausgefeilten Plan, sondern sollte schnellstmöglich in die Umsetzung und ins Handeln kommen, um Projekte dann iterativ weiterzuentwickeln. Ich beschäftige neuerdings zum Beispiel eine Führungskraft in Teilzeit. Das ist eher unkonventionell und wir schauen nun gemeinsam, wie es läuft.

3. Du erlebst neue Dinge und lernst neue Menschen kennen

Weber
Ich nach meinem ersten Bühnenauftritt mit Gereon Jörn, Boris Schwarz, Mario und Frank Wilde

Eine Sache, die beim Sprung ins kalte Wasser oft vergessen wird: Man hat Spaß! Wenn man neue Dinge ausprobiert, an denen man wächst, werden Adrenalin und Endorphine freigesetzt. Zu Beginn meiner Karriere hatte ich eine Teambuilding-Veranstaltung in einem Hochseilgarten besucht. Eine Aufgabe war der “Pamper Pole”: Ein zehn Meter hoher Baumstamm, den man hochklettern sollte, um sich dann völlig ohne Haltegriffe auf die Spitze zu stellen und fallen zu lassen. Mich das zu trauen, war eine riesige Überwindung. Dann aber zu erleben, dass ich tatsächlich den Mut in mir und die Kraft in meinen Beinen habe, war ein prägendes Erlebnis.

Genauso war es ein paar Jahre später, als ich das erste Mal auf einer Bühne meine Geschichte erzählt habe. 350 Menschen saßen im Publikum und wollten hören, was ich zu sagen hatte. Danach war ich regelrecht angefixt, da vor allem der Austausch mit den Zuhörenden mir unglaublich viel gegeben hat. Andere Menschen zu inspirieren und ihnen wiederum Mut zum Machen zu geben, ist eine riesige Motivation für mich. Beim Sprung ins kalte Wasser lernt man zudem immer wieder neue spannende Menschen kennen. Ich gehe zum Beispiel gerne auf Events, wo ich niemanden kenne, denn dann muss ich einfach raus aus meiner Blase. Eine ganz besondere Begegnung war für mich zuletzt ein Werteseminar mit Pater Amseln Grün. In dem Seminar musste man sich sehr verletzlich machen – vielleicht auch etwas, was zu jedem Sprung ins kalte Wasser dazugehört?

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Wann hast Du das letzte Mal den kalten Sprung ins Wasser gewagt? Haderst Du gerade mit einer Entscheidung? Was für Gründe gibt es noch, warum man öfter springen sollte? Ich freue mich wie immer über Kommentare. Meine weiteren Artikel findest Du hier.

About the author

Vanessa Weber
Vanessa Weber

Geschäftsführerin, Werkzeug Weber GmbH & Co KG

for Unternehmertum, Marketing, Nachfolge, Führung

Vanessa Weber ist Geschäftsführerin und Unternehmerin aus Leidenschaft. Heute ist sie neben ihrer Tätigkeit für ihre Firma als Vortragsrednerin tätig und vermittelt ihr Fachwissen sowie ihren Erfahrungsschatz an andere Unternehmer. Sie ist eine Frau aus der Praxis für die Praxis.
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