Nane Nebel

Nane Nebel

for Karriere, Bewerbung von Führungskräften

Job-Wechsel: In diesen 4 Bereichen ticken Fußballmillionäre wie alle anderen

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Um ihr Gehalt müssen sich Profifußballer in der Regel keine großen Sorgen machen. Kleiner Trost: Wenn es um einen neuen Job geht, bewegen sie ähnliche Fragen wie alle anderen Arbeitnehmenden auch. 

Fangen wir mit einem wichtigen Unterschied an: Deinen Job kannst Du jederzeit wechseln. Du musst nur Deine Kündigungsfrist beachten. Im Profifußball sind Wechsel nur innerhalb der Transferzeiten, also in zwei Zeitfenstern pro Jahr, möglich. Bei den Gründen für einen Wechsel gibt es jedoch einige Parallelen.

Wenn der Verein einen Wechsel forciert

Manchmal ist es die Vereinsführung, die die Zusammenarbeit beendet. Sei es, weil der Spieler nicht mehr ins Spielkonzept passt, zu teuer ist oder nicht mehr die Leistung erbringt, die erwartet wird. Dann läuft der Vertrag aus bzw. wird nicht mehr verlängert oder die Spielerin wird mit möglichst hoher Ablöse weiterverkauft. Auch wenn die gesetzlichen Vorschriften in Unternehmen anders als in Fußballvereinen sind, die Gründe sind vergleichbar: andere Unternehmensstrategien, andere Kompetenzen, Kosteneinsparungen oder auch einfach „frischer Wind“ stehen auf dem Plan. Das Ergebnis ist für den Betroffenen das gleiche: Der Job ist weg und die Notwendigkeit besteht, einen neuen zu suchen. Auch wenn einige Fußballer in recht jungem Alter nicht mehr auf bezahlte Arbeit angewiesen sind: Für den ganz „normalen“ Arbeitenden gilt das nicht.

Die meisten Vereine setzen übrigens viel Energie und Engagement darein, gute Spielerinnen und Spieler im Verein zu halten. Denn das Angebot auf dem Markt ist eher knapp und Ersatz oftmals nicht leicht zu finden bzw. mit einer hohen Ablösesumme verknüpft. Auch hier zeigt sich eine Parallele zum normalen Arbeitsmarkt: Je größer der Fachkräftemangel und damit das Angebot an Arbeitsstellen wird, desto mehr müssen Unternehmen in die Bindung von Mitarbeitenden investieren. Laut einer repräsentativen Forsa-Studie aus diesem Jahr im Auftrag von XING haben 93 Prozent der Generation Z keine Sorgen vor einem Jobverlust.

Wenn der Spieler sich nicht mehr wohlfühlt

Der Saisonabschluss oder eine anstehende Vertragsverlängerung stellt für Fußballer zumeist eine Weichenstellung dar. Mit einem Rückblick auf das, was erreicht, genossen oder auch erlitten wurde, kann der Entschluss wachsen: Ich will wechseln! Gründe sind zu geringe Einsatzzeiten, nicht erreichte Saisonziele, Unstimmigkeiten mit dem (oft neuen) Trainer oder fehlende Perspektiven. Kurz gesagt: Es passt nicht mehr!

Aus meiner Beratungspraxis kann ich sagen, dass das „Es passt nicht mehr!“ der am häufigsten genannte Grund für eine aktiv herbeigeführte Trennung ist. Wenn ich genauer nach den Gründen frage, lautet die Antwort meistens: „Zwischen meinem Chef und mir hat es nicht mehr funktioniert. Das war nur noch Stress“. Oftmals ist dieser Chef, mit dem es nicht funktioniert, ein neuer Chef, der den alten, mit dem es gut lief, abgelöst hat. 

Die typische Antwort auf meine Frage: „Was ist bei der nächsten Position am wichtigsten?“ lautet: „Ich will etwas bewegen und gestalten können. Und ich will Bedingungen vorfinden, die mich gestalten lassen“. Nun liegt der Schluss nahe, es gehe diesen „frustrierten“ Führungskräften nur um Karriere und um Selbstverwirklichung durch Aufstieg und Machtzuwachs. Aber das ist es nicht (alleine). Es geht auch um Vertrauen und Anerkennung, um ein funktionierendes Team und eine gute Gemeinschaft, die zum gemeinsamen Erfolg trägt. Also wie im Fußball: der einzelne Spieler – und sei er noch so talentiert – wird nur im Team zum Erfolg kommen. Auch Weltfußballer haben für ihre Erfolge immer eine Mannschaft gebraucht.

Wenn der Spieler mehr Geld will

Dem Ruf des Geldes zu widerstehen, ist durchaus schwierig. Im Fußball erst recht. Nach hohen Gehältern in Spanien, England und China, hat nun Saudi-Arabien neue „Maßstäbe“ gesetzt. Und wenn nur eine überschaubare Zahl an Jahren verfügbar ist, um so richtig Geld zu verdienen, ist ein Wechsel für „mehr Kohle“ naheliegend. Und doch gibt nicht jeder Spieler dieser Verlockung nach. Aber es gehört zur Karriere dazu, den Verein zu wechseln, um einen Gehaltssprung zu machen.

Wer innerhalb eines Unternehmens Karriere macht, schafft in der Regel geringere Gehaltssprünge als bei einem Wechsel in ein anderes Unternehmen. Und da Geld nun einmal ein wichtiges Kriterium für Anerkennung der Arbeitsleistung ist, zieht es auch als Wechselmotivation. Übrigens nicht nur für gestandene Führungskräfte: Die Forsa-Studie hat ergeben, dass 74 Prozent der Generation Z sich von einem neuen Arbeitgeber mehr Gehalt wünschen. Direkt gefolgt von dem Wunsch nach guter Führung mit 65 Prozent.

Wenn der Spieler eine neue Herausforderung sucht

Und dann gibt es noch die Gruppe von Spielern, die über viele Jahre ihrem Verein treu waren und vielleicht sogar ihr Herz an den Verein „verloren“ haben. Die dennoch nach so vielen Jahren noch einmal eine neue Herausforderung annehmen möchten, zum Beispiel weil sie schon lange von einem Engagement im Ausland träumen. Dann geht es in Freundschaft und „ewiger“ Verbundenheit auseinander.

Ich erlebe immer häufiger Führungskräfte, die mutig aus sicheren, langjährigen Arbeitsbeziehungen hinaus an den Arbeitsmarkt gehen, weil sie spüren, dass sie einen Teil von sich selbst verloren haben oder es sich zu „bequem gemacht“ haben. Die einfach noch einmal neu gefordert sein wollen. Auch hier geht die Zusammenarbeit in den meisten Fällen im Guten Auseinander.

Fazit:

Fußballvereine müssen sich ständig neuen Herausforderungen und Veränderungen stellen. Gleiches gilt für die Fußballer: Nichts ist für immer sicher. Es braucht kreative Köpfe, wechselbereite Spieler, erfolgreiche Taktiken und kluge Manager.

Auch die Wirtschaft ist in heftigem Wandel und braucht dringend Führungskräfte, die mit guten Ideen die Zukunft gestalten und mutig Verantwortung für Unternehmens- und Mitarbeiterentwicklung übernehmen. Und es gibt viele Unternehmen, die genau diese Manager suchen und ihnen das entsprechende Umfeld bieten – man muss sie nur suchen und finden. Dann resultiert für beide Seiten: Es passt!

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Inhaberin, Nebel Karriereberatung | Nebel GbR

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Karriereberaterin und Karrierecoach für Top-Führungskräfte mit Fokus auf Ingenieure, ITler, Naturwissenschaftlerund Finanzer. Spezialistin für die Bearbeitung des verdeckten Stellenmarktes im C-Level-Segment. Systemische Beraterin für Karriereentwicklung von Top-Managern.
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