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Die unsichtbare Bewerbung – Was würde Ika tun?

Ika Amonath ist Recruiterin, HR-Beraterin und Gründerin der Karrierekomplizen GmbH. In ihrer Kolumne „Was würde Ika tun?“ schreibt sie über Recruitingdramen, HR-Dilemmata – und wie sie die Welt des Recruitings wahrnimmt, liebt und lebt.

Ich liebe diesen Begriff: unsichtbare Bewerbung.
Weil er genau das beschreibt, was wir jeden Tag übersehen.
Und: DASS wir jeden Tag was übersehen.

Menschen, die eigentlich längst auf dem Sprung sind, aber eben nicht auf „Bewerben“ klicken.
Die NICHT "Open to work" angegeben haben.
Die sich stattdessen ein neues Profilbild hochladen, ein paar Skills ergänzen oder sich ganz zufällig mal wieder bei einem Recruiter vernetzen.
Na klar. Ganz zufällig. Huch. Ja Mensch.

Spannend ist es auf jeden Fall, denn:
Der Arbeitsmarkt ist voll mit leisen Bewegungen.
Wechselbereitschaft, die keine Bewerbung schreibt.
Interesse, das kein Anschreiben hat.
Und wer das lesen kann, gewinnt Profile, die sicherlich gesehen werden müssen.

Der Moment, in dem Ika aktiv wird

Ich warte nicht auf Bewerbungen.
Ich warte auf Signale.

Wenn jemand plötzlich:

  • das Profilfoto ändert,

  • neue Skills einträgt,

  • mir eine Kontaktanfrage schickt –

dann denk ich mir nicht „Zufall“. Oder "Hach, das ja nett"
Dann denk ich mir: "Da will jemand gesehen werden, aber nicht erwischt werden."

Und genau da fängt Recruiting an, das Spaß macht.

Was würde Ika tun?

Ich würde nicht warten, bis der Lebenslauf landet.
Ich würde nicht fünf Tage grübeln, ob das „zu früh“ ist.

Ich würde hinschreiben.
Kurz. Direkt. Mit Kontext.

Hey {Vorname},
ich hab gesehen, du hast dir unsere {Rolle} angeschaut –
klingt nach einem spannenden Match.
Wollen wir einfach kurz drüber reden, bevor’s jemand anderes tut?”

Kein Drama. Kein Formular. Kein „Sehr geehrte Damen und Herren“.

Weil das der Kern ist: unsichtbare Bewerbungen sichtbar machen, bevor sie verschwinden.

Und was, wenn nichts zurückkommt?

Auch das ist ein Signal.
Manche müssen erst zweimal angeklopft werden, bevor sie aufmachen.
Deshalb: nicht löschen, sondern vormerken.
Ich hab meine eigenen „leisen Listen“ - Leute, die noch nicht ready sind, aber bald sein könnten.

Und wenn sie dann ein halbes Jahr später wirklich wechseln wollen,
wissen sie genau, wer schon da war, bevor’s trendy wurde.

Fazit

Wenn du das nächste Mal siehst, dass jemand sein Profilfoto geändert hat –
denk nicht „schönes neues Bild“.
Denk: „unsichtbare Bewerbung“.
Und dann schreib eine nette Nachricht.

Ika Amonath schreibt über Employer Branding, Recruiting Insider, Personalvermittlung, Job & Karriere

Recruiting und Ika = 🤝 Ika hat nicht nur einen Podcast und schreibt spannende Artikel: Vielmehr vermittelt sie Fach- und Führungskräfte per Direktansprache für verschiedene Branchen, hilft in Fragen zu Personal Branding wie Employer Branding und genießt an ihrem Job, das kein Tag gleich ist.

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