Lebenslauf: Die wichtigsten Tipps auf einen Blick
Der Lebenslauf ist das Herzstück Deiner Bewerbung. Er kann Dir viele Türen öffnen – aber auch Chancen verbauen, wenn er nicht die Erwartungen der Personaler·innen erfüllt. Hier erfährst Du, worauf Du achten musst.
Beim Lebenslauf hast Du weniger kreativen Freiraum als beim Bewerbungsanschreiben. Das ist jedoch kein Grund, diesen zu vernachlässigen. Denn er ist ein wichtiger – wenn nicht sogar der wichtigste – Bestandteil in Deiner Bewerbung. Glücklicherweise ist es nicht schwierig, einen perfekten Lebenslauf zu erstellen, wenn Du einige grundlegende Tipps berücksichtigst:
1. Hat der Lebenslauf eine Überschrift?
Ja, die Überschrift lautet entweder „Lebenslauf“ oder „Curriculum Vitae“.
2. Tabellarisch oder ausformuliert?
Üblich ist der tabellarische Lebenslauf. Nur, wenn ausdrücklich ein ausformulierter Lebenslauf gefordert wird, empfiehlt sich diese Variante.
3. Wie lang sollte er sein?
Der Lebenslauf umfasst bestenfalls eine, maximal aber zwei DIN A4 Seiten. In Ausnahmefällen, beispielsweise bei älteren Bewerber·innen, sind bis zu drei Seiten möglich.
4. Was gehört in den Lebenslauf?
Der Lebenslauf gibt einen Überblick über die wichtigsten beruflichen, aber auch persönlichen Daten der Bewerber·innen. Dazu gehören (mindestens) der höchste Schulabschluss, die vollständige Ausbildung sowie sämtliche berufliche Stationen. Ebenso enthalten sind besondere Kenntnisse, die für den potenziellen Arbeitgebende relevant sind, sowie persönliche Daten.
Letztere sind jedoch ein zweischneidiges Schwert: Nicht alle Daten musst oder solltest Du im Lebenslauf preisgeben. Umstritten sind zum Beispiel Angaben zum Geburtsdatum, zum Familienstand, zu Kindern oder zur Religion. Was zu privat ist oder Dich in ein falsches Licht rücken könnte, kannst Du aus dem Lebenslauf streichen. Ein Muss sind jedoch Name, Anschrift sowie Kontaktdaten.
Was ebenfalls in den Lebenslauf kann, aber nicht muss, sind ein Bewerberbild, Angaben zu Elternzeit, Arbeitslosigkeit oder ähnlichen „Leerlaufzeiten“ sowie zu Praktika oder Zusatzqualifikationen, die weniger relevant sind. Üblich ist zudem, Interessen und Hobbys aufzuführen, allerdings besteht dabei kein Anspruch auf Vollständigkeit. Es gilt also, diese sinnvoll auszuwählen.
5. Bewerbungsfoto – ja oder nein?
Ein Bewerbungsfoto wird heutzutage nicht mehr vorausgesetzt. Die meisten Bewerber·innen fügen es dennoch hinzu, um ihrer Bewerbung ein Gesicht zu geben, sozusagen eine persönliche Note. Ein gutes Bewerbungsfoto kann Deine Bewerbung tatsächlich aufwerten. Kein Bild ist aber immer noch besser als ein schlechtes Bild. Auch gibt es manchmal individuelle Gründe, weshalb kein Foto gewünscht wird. Diese Entscheidung ist daher höchst individuell.
Entscheidest Du Dich für das Bewerbungsfoto, ist der Lebenslauf dafür der klassische Platz, und zwar oben rechts neben den persönlichen Daten. Das bringt den Vorteil mit sich, dass Dein Bild stets sichtbar bleibt, wenn Dein Lebenslauf weitergereicht wird – was nicht selten passiert. Viele Bewerber·innen entscheiden sich mittlerweile aber für ein Deckblatt als Alternative, um das Bild mehr zur Geltung zu bringen. Hier genießt Du ebenfalls Entscheidungsfreiheit.
6. Welcher Aufbau ist üblich?
Der klassische Lebenslauf in tabellarischer Form folgt stets demselben Muster. Diese Struktur sieht wie folgt aus:
Überschrift
Persönliche Daten und eventuelles Bewerberbild
Tabellarische Auflistung des beruflichen Werdegangs
Tabellarische Auflistung der Ausbildung und Schullaufbahn
Tabellarische Auflistung zusätzlicher Qualifikationen
Tabellarische Auflistung privater Engagements
Datum, Ort und Unterschrift
Mit diesem Aufbau machst Du nichts falsch. Die tabellarischen Bestandteile sind aber nicht fest vorgeschrieben. Du kannst daher auch eine eigene Struktur entwickeln, sofern diese für die Personaler·innen logisch nachvollziehbar ist und Deine Vorzüge hervorhebt.
7. Chronologisch oder antichronologisch?
Lange Zeit war es gang und gäbe, dass der Lebenslauf chronologisch geordnet wurde. Das ist nach wie vor möglich, jedoch bevorzugen viele Personaler·innen mittlerweile die antichronologische Sortierung. So stehen die aktuellen und damit relevante(re)n Daten oben, was Zeit bei der Sichtung spart.
8. Wie strukturierst Du den Werdegang?
Tabellarisch bedeutet, dass der Werdegang in zwei Spalten aufgelistet wird. Links steht jeweils das Datum, und zwar sowohl das Anfangs- als auch das Enddatum der jeweiligen beruflichen Station. Monat und Jahr reichen dabei aus. Rechts wird die berufliche Position beim Namen genannt, inklusive Arbeitgebenden, Gesellschaftsform und Standort. Darunter folgen nähere Angaben wie eine kurze Erläuterung des Aufgabenbereichs, die jeweiligen Verantwortungsbereiche, ein interner Stellenwechsel während dieser Zeit oder weitere wichtige Informationen.
9. Was tun mit einer Lücke im Lebenslauf?
Lücken im Lebenslauf gilt es möglichst zu vermeiden. Kurze Lücken von wenigen Wochen sind jedoch nicht ungewöhnlich und müssen daher nicht künstlich gefüllt werden. Anders sieht das mit Lücken von mehreren Monaten oder Jahren aus. Sie wecken Misstrauen und müssen erklärt werden, spätestens im Vorstellungsgespräch, besser aber bereits im Lebenslauf. Wo möglich, solltest Du Lücken daher sinnvoll füllen, beispielsweise mit einem Auslandsjahr oder einer Weiterbildung.
10. Wie sieht die optimale Formatierung aus?
Professionalität ist bei der Formatierung des Lebenslaufs das A und O. Lange Zeit war die Bewerbung nach DIN 5008 üblich. Das ist mittlerweile nicht mehr der Fall. Du genießt somit mehr Freiheit bei der Formatierung und Gestaltung, solltest Dich aber trotzdem auf dezente Farben sowie gut lesbare Schriftarten beschränken. Empfehlenswert sind zum Beispiel Times New Roman (12 Punkt) oder Arial (11 Punkt) in schwarzer Schriftfarbe. Einheitlichkeit ist hierbei wichtig. Akzente können mit Fettungen oder Unterstreichen gesetzt werden, beispielsweise bei den Überschriften – womit ein weiteres wichtiges Stichwort gefallen ist: Achte darauf, den Lebenslauf mit Unterüberschriften übersichtlich zu gliedern.
Abgesehen von diesen beiden Grundregeln, der Übersichtlichkeit und der Professionalität, hast Du beim Design freie Hand. Vor allem in kreativen Berufen heben sich viele Bewerber·innen gerne durch eine individuelle Gestaltung ab. Dabei kommen beispielsweise farbliche Akzente oder Grafiken zum Einsatz. Deiner Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt, sofern das Design zu Dir und zum potenziellen Arbeitgeber passt. Fehlen Dir selbst die Fähigkeiten, ein eigenes Lebenslaufdesign zu kreieren, findest Du auf lebenslauf.com zahlreiche Templates für Lebensläufe – oder Du beauftragst einen Grafiker mit dieser Aufgabe.
11. Musst Du den Lebenslauf unterschreiben?
Ein Muss ist die Unterschrift unter dem Lebenslauf nicht, aber sie hat sich in der Praxis durchgesetzt. Durch die eigenhändige Unterschrift bestätigst Du, dass die gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen. Das unterstreicht Deine Seriosität. Die Personaler·innen könnten sich wundern, wenn die Unterschrift fehlt. Sie empfiehlt sich deshalb in jedem Fall.
Da die meisten Bewerbungen heutzutage digital verschickt werden, stellt sich die Frage nach der Unterschrift auf dem PDF-Dokument. Die Antwort lautet: Ja, auch auf einem PDF ist sie üblich und sinnvoll. Dafür stehen Dir verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Du kannst entweder den Lebenslauf ausdrucken, unterschreiben und wieder einscannen; oder Du scannst lediglich Deine Unterschrift auf einem weißen Blatt Papier ein und nutzt den Adobe Reader, um diese an der gewünschten Stelle einzufügen. Zuletzt kannst Du auch per digitaler Signatur Deine Unterschrift erstellen.
12. Wo findest Du Hilfe?
Solltest Du noch offene Fragen rund um den Lebenslauf haben, kannst Du eine eigene Recherche anstellen. Alternativ kannst Du Dir professionellen Rat von Expert·innen für Bewerbungen und Lebensläufe einholen. Auch ist es stets eine gute Idee, den fertigen Lebenslauf vor dem Absenden von Dritten sichten zu lassen – um beispielsweise Rechtschreibfehler zu finden oder Verbesserungsvorschläge zu geben. Oder Du nutzt den Lebenslauf-Check von "Die Bewerbungsschreiber", den jedes ProJobs-Mitglied kostenlos nutzen kann.
Welche weiteren Tipps rund um den Lebenslauf hast Du für Bewerber·innen – sowohl inhaltlich als auch formal? Vielen Dank für Deine Anregungen in den Kommentaren!
Stand: August 2024

