Warum machen Neuro-Enhancer im Job so schnell abhängig? Und was kann man dagegen tun? | © Getty Images

Wenn Leistungsdruck süchtig macht: Hilfe, falls Drogen den Job gefährden

Erschreckend viele Deutsche greifen auf der Arbeit zu Neuro-Enhancern: Amphetamin, Kokain, Ritalin – alles, was die Konzentration hochhält. Doch diese Stoffe machen schnell abhängig. Wir verraten Dir, wo Du oder Kolleg·innen Hilfe finden.

Drogen im Job sind für viele ein Tabuthema, über das niemand spricht. Dabei betrifft es Millionen Beschäftigte in Deutschland. Doch wer konsumiert, bleibt oft lange allein – aus Angst vor Stigma oder dem Jobverlust.

Im zweiten Teil unseres Podcasts Work Exposed sprechen wir mit der Suchttherapeutin Stefanie Bötsch. Sie erklärt, wo Betroffene Hilfe finden und welche Verantwortung Unternehmen tragen.

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🛟 Die gute Nachricht: Hilfe zu finden, ist in Deutschland leicht

Deutschland hat ein breites Suchthilfesystem – von Beratungsstellen vor Ort über digitale Angebote wie DigiSucht bis hin zu stationären Rehas. Die Erstberatung ist kostenlos und anonym. Und: Sie findet ergebnisoffen statt.

Es geht nicht immer nur ums Aufhören. Beratung ist zieloffen – auch Reduktion oder Reflektion sind ein Anfang.
Stefanie Bötsch, Suchttherapeutin

Wie ein erstes Gespräch genau abläuft und welche Schritte danach folgen, hörst Du im Podcast:

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👀 Hinsehen statt Wegschauen: Wie erkennt man auffälliges Verhalten bei Kolleg·innen?

Eine Sucht schadet nicht nur den Betroffenen selbst, sondern oft auch dem Team und Unternehmen. Doch wie erkennt man, dass Kolleg·innen ein Problem haben? Eine Sucht zeigt sich im Arbeitskontext laut Stefanie oft nur subtil. Doch es gibt einige Warnsignale:

  • Leistungsabfall trotz hoher Präsenz

  • Unzuverlässigkeit und häufiges Zuspätkommen

  • Auffällige Rückzugsstrategien oder verändertes Sozialverhalten

Der richtige Umgang? Nicht mit Vorwürfen, sondern in ruhigen, klaren Gesprächen – mehr Tipps gibt Stefanie im Podcast:
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🪂 Welche Verantwortung tragen Unternehmen?

Wie Unternehmen agieren spielt eine große Rolle, wenn es um Suchterkrankungen am Arbeitsplatz geht.

Konsum und auch eine Suchtentwicklung entsteht oft im Kontext von hohem Stress und hohen Anforderungen. Arbeitgeber·innen müssen sich deshalb auch fragen: Habe ich krankmachende Arbeitsstrukturen?
Stefanie Bötsch, Suchttherapeutin

Wichtig ist laut der Expertin daher, dass folgende Instanzen und Dinge im Unternehmen vorhanden sind:

  • Suchtkranken-Helfer:innen im Betrieb sind wertvolle Ansprechpartner:innen.

  • Stufenpläne regeln den Umgang mit auffälligem Verhalten – inklusive klarer Abläufe bei Rückfällen.

  • Gesundheitsmanagement sollte nicht nur aufklären, sondern auch Strukturen hinterfragen: Wie viel Alkohol wird angeboten? Gibt es attraktive Alternativen?

Wie solche Pläne aussehen und was Best Practice bedeutet, erfährst Du in der Folge:
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👩🏻‍⚖️ Muss ich meinem Arbeitgeber von meiner Drogensucht erzählen?

Viele haben Angst, ihre Sucht zuzugeben. Die gute Nachricht: Sucht ist eine psychische Erkrankung und muss grundsätzlich nicht offengelegt werden. Und Kündigungen wegen einer Suchterkrankung sind daher rechtlich nicht zulässig.

⚠️ Ausnahme: In Berufen mit hoher Verantwortung (z. B. Busfahrer·innen, Gesundheitswesen) besteht die Pflicht, nüchtern zu arbeiten. Details dazu – und wie Dich eine Krankschreibung schützt – besprechen wir ausführlich im Podcast.

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Zusammenfassung: Was Du sofort tun kannst

📌 Wenn Du selbst betroffen bist

  • Such Dir eine anonyme Erstberatung (z. B. digital über DigiSucht).

  • Dokumentiere Deinen Konsum ehrlich, um Muster zu erkennen.

📌 Wenn Kolleg·innen betroffen sind

  • Sprich in ruhiger Atmosphäre und mit Ich-Botschaften.

  • Benenne konkrete Beobachtungen, statt Vorwürfe zu machen.

  • Wenn keine Veränderung eintritt: Betriebsrat, Vertrauensperson oder Führungskraft einbeziehen.

🎧 Jetzt in Teil 2 reinhören – und erfahren, wie Hilfe konkret aussieht, welche Rechte Du hast und wie Teams besser mit dem Thema umgehen können.

Denn am Ende „ist die relevante Frage nicht, ob Du eine Sucht hast oder nicht. Die Frage ist: Geht es Dir gut mit Deinem Konsum?“, bringt Stefanie es auf den Punkt.

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