Cradle-to-Cradle-Prinzip für Handelsimmobilien
Supermärkte werden gebaut, genutzt und irgendwann abgerissen. Zurück bleiben Bauschutt und versiegelte Flächen.
Mit den LOOP Märkten überträgt RATISBONA das Cradle-to-Cradle-Prinzip konsequent auf Handelsimmobilien. In Haimhausen bei Dachau entsteht Europas erster Supermarkt nach diesem Prinzip, betrieben von Edeka Südbayern und der Backstube Wünsche. Die Eröffnung ist für Herbst 2026 geplant.
Das Gebäude wurde von Anfang an so konzipiert, dass es später möglichst vollständig rückgebaut werden kann. Bauteile werden lösbar miteinander verbunden, sodass sie wiederverwendet werden können. Mehr als 250 Produkte wurden dafür bis auf die Substanzebene geprüft. Innenwände kommen ohne Leim aus, konventionelle Beschichtungen werden durch Lehmputz ersetzt. Ein Materialpass dokumentiert, welche Materialien verbaut sind, woher sie stammen und wie sie später in den Kreislauf zurückkehren können.
Auch die Fläche rund um den Markt soll ökologisch aufgewertet werden. Anstelle großflächig asphaltierter und versiegelter Bereiche entstehen Sandinseln, Blühwiesen und ein 1.300 Quadratmeter großes Extensivdach, das als zusätzliches Artenreservoir wirkt und Saatgut in die Umgebung austrägt. Regenwasser versickert in Mulden. Besonders relevant ist das im Landkreis Dachau, wo nur noch 0,05 Prozent der ursprünglichen Trockenlebensräume erhalten sind.
So verändert sich die Logik des Bauens grundlegend: Aus einem Gebäude, das am Ende seiner Nutzung normalerweise zu Abfall würde, wird ein Materiallager auf Zeit. Und anstatt einer versiegelten Fläche entsteht neuer, artenreicher Lebensraum.
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3D-gedruckte Keramikstruktur kühlt effektiv ohne Strom
Das Institut für Architektur und Medien der TU Graz entwickelt spezielle Tonstrukturen, die Innen- und Außenräume kühlen, ganz ohne Klimaanlage.
Das Team um Milena Stavric verbindet dafür das Prinzip der Verdunstungskühlung mit der modernen Fertigungstechnik des 3D-Drucks. Die zuerst gedruckten, dann gebrannten hochporösen Tonwürfel speichern Wasser, das durch Kapillarkräfte gleichmäßig verteilt wird. Verdunstet es, entzieht es der Umgebung Wärme. Eine spezielle, erst durch den 3D-Druck mögliche Geometrie sorgt dabei für maximale Oberfläche bei minimalem Materialeinsatz.
Im Praxistest in einem heißen Dachgeschoss sank die Temperatur in unmittelbarer Nähe der Würfel um knapp sieben Grad. Aktuell experimentiert das Team zusätzlich mit Pilzmyzel-Gemischen, um die Wasserverteilung weiter zu verbessern, und mit Schlamm als ressourcenschonendem Ausgangsmaterial.
Vor allem in Städten, die infolge des Klimawandels mit immer größerer und länger andauernder Hitze konfrontiert werden, könnte die Kühlwand eine stromfreie Alternative zu klassischen, energieintensiven Klimasystemen bieten. Sie kann sowohl in Innenräumen als auch im Freien eingesetzt werden.
Könnten sich entsprechende Lösungen zu einem Standard entwickeln? Wo siehst du Chancen oder Hürden?
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Flugwindkraft: Windenergie neu gedacht – ganz ohne Turm
Klassische Windkraftanlagen sind eine Erfolgsgeschichte, doch ihr Einsatz ist durch Materialaufwand, Flächenbedarf und Standortanforderungen begrenzt. Das Unternehmen EnerKite GmbH verfolgt deshalb einen völlig anderen Ansatz: Flugwindkraftanlagen, die mit einem intelligenten Seilsystem das Potenzial von Höhenwinden erschließen.
Ein EnerKíte besteht aus einem ultraleichten Carbon-Flügel, der in Höhen bis zu 300 Metern achtförmige Flugbahnen im Wind zieht. Die dabei entstehenden Zugkräfte werden über ein Seilsystem an eine Bodenstation übertragen und dort in Strom umgewandelt. Da Turm und Fundament entfallen, spart das System laut Unternehmen rund 90 % an Stahl und Beton. Gleichzeitig sollen die stärkeren und stetigeren Winde in größeren Höhen deutlich höhere Energieerträge ermöglichen.
Die Technologie eignet sich für die Eigenstromversorgung, Megawatt-Anwendungen sowie netzferne Standorte wie Inseln, wo sie Dieselgeneratoren ersetzen könnte. Da EnerKíte-Anlagen auch bei moderaten Bodenwinden wirtschaftlich arbeiten, lassen sie sich auf rund 80 % der weltweiten Landfläche einsetzen – verglichen mit nur 25 % bei konventionellen Windkraftanlagen.
EnerKíte zeigt damit, dass die Zukunft der Windenergie nicht nur in immer größeren Anlagen liegen muss, sondern auch in neuen Konzepten.
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